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Review: DAWN OF THE DEAD (2004)

Donnerstag, 7. Oktober 2010 22:07

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Das hollywoodsche Remaken von unzähligen Horrorklassikern, die abseits des Mainstreams über die Jahrzehnte unter anderem deswegen eine Fangemeinde aufbauen konnten, weil sie ihre subversiven „Storys“ nicht in glatt polierte Bilder übersetzten, macht selbst vor den großen Filmen des (Sub)Genres keinen Halt. 2004 kam der „recycelte“ „Dawn of the Dead“ ins Kino, der, der Titel nennt das Kind bereits beim Namen, auf George A. Romeros kultigem Zombiemeisterwerk basiert. Für das mainstreaming of an art movie zeichnete sich Zack Snyder, heute bekannt durch seine polarisierenden Werke „300“ und „Watchmen“, verantwortlich. Und es mag zu bezweifeln sein, dass er Romeros Original vor Drehbeginn studiert, geschweige denn verstanden hat. Vielleicht, und das ist bei all den Missverständnissen und Widersprüchen gar nicht mal so unwahrscheinlich, hat er den Film, den es für die breite Masse „hübsch“ und „einladend“ zu kopieren galt, nicht einmal gesehen. Wie sonst ist es zu begreifen, dass der sozial- und konsumkritische Subtext deshalb nicht zu finden sind, ja geradezu absichtlich ignoriert wird, der Romeros Werk so vielschichtig und tiefgründig macht. Von der Metamorphose der wankenden und grobmotorischen Untoten in flinke LSD-Zombies ganz zu schweigen. Stattdessen verliert sich Snyder in selbstverliebtem Inszenierungswahnsinn, der geradezu widersprüchlich erscheint, wenn man konstatiert, dass Romero von ästhetischen Spielereien nur wenig bis gar nichts hält. Der godfather of zombies wäre wohl nie auf die Idee gekommen, das Abdrücken einer Handfeuerwaffe „cool“ in Szene zu setzen, und schon gar nicht das Zertreten einer Zigarette (!) in Slow-Motion zu inszenieren. Das ist das regressive Handwerk eines Dilettanten, der zudem nicht einmal ein Gespür für adäquaten Musikeinsatz entwickelt. Mit seiner misslungenen Comicverfilmung „Watchmen“, die, und das überrascht irgendwie, ebenso wie „Dawn of the Dead“ mit einer großartigen Title-Sequenz aufwartet, bewies Zack Snyder, dass er sich nicht weiterentwickelt hat und den man immer noch für einen Regisseur halten kann, dessen Stärke Subtilität nicht ist.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (0) | Autor: Anthony

Essay: Die cineastischen Nuller-Jahre

Donnerstag, 31. Dezember 2009 0:05

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Es geht schon in Ordnung, wenn “Der Spiegel” die jetzt auslaufende Dekade als “verlorenes Jahrzehnt” bezeichnet. Zumindest in einem gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Sinn mag das durchaus zutreffen. Die Bestandsaufnahme der so genannten “Nuller-Jahre” ist indes in vielerlei Hinsicht kein erfreulicher Anblick und sie beweist, dass der Mensch nicht nur apathisch dabei zusieht, wie er vorsätzlich Fehler begeht, schlimmer noch, er lernt nicht dazu und begeht sie ein weiteres Mal. Die Weltwirtschaftskrise untermauert diese These gleich in mehrfacher Hinsicht. Während die Regierungen und Zentralbanken dieser Welt die geplatzten Finanzblasen zu schließen versuchen, indem sie die Märkte und Börsen mit Finanzspritzen, Konjunkturpaketen und Staatssubventionen versorgen, entsteht das oben beschriebene Paradoxon. Anstatt aus den Fehlern zu lernen, wächst die Gier nach Geld so wie sie zu Beginn der Weltwirtschaftskrise von der Gesellschaft verdammt wurde. Die Banker und Manager, die eigentlich aufgrund ihres Verschuldens die Verlierer der Krise sein sollten, zocken wieder maßlos, spekulieren, und sie werden sich abermals verschätzen. [...]

Thema: Essays | Kommentare (16) | Autor: Anthony