Tag-Archiv für » Robert Duvall «

Retro: DEEP IMPACT (1998)

Samstag, 30. Januar 2010 23:06

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1998 kamen fast zeitgleich zwei Astro-Katastrophenfilme in die Kinos, die beide den Untergang der menschlichen Zivilisation durch einen Meteoriteneinschlag thematisieren: Michael Bays Armageddon und Mimi Leders Deep Impact. Zwei sehr amerikanische Filme, ausschließlich aus amerikanischer Sicht erzählt, zumal der eine, Armageddon, obendrein auch noch erzpatriotisch daherkommt. In beiden Filmen nimmt ein Komet Kurs auf die Erde und in beiden Filmen versuchen ameri- kanische Astronauten, mit Sprengköpfen die zerstörerischen Gesteinsbrocken zu eliminieren. Während Bays hoch budgetierter Blockbuster vor allem die geglückte Sprengung des Kometen zum Highlight erklärt, und damit seine amerikanischen Weltenretter in allzu ästhetisierten Bildern romantisiert, geht Leders Film trotz hollywoodscher Muster (im Grunde ist der Film ebenso an computergenerierten Katastrophenbilder und Effekthascherei interessiert) durchaus unkonventionelle Wege. In Deep Impact nämlich scheitern die USA vorerst mit der geplanten Sprengung des Kometen. Fortan behandelt der Film in parallel ablaufenden Ge- schichten die individuellen Entscheidungen verschiedenster Menschen: die an ihrer Mission gescheiterte Astronautencrew muss sich entscheiden, ob sie heim- kehren oder sich für den Fortbestand der menschlichen Rasse opfern soll; der pubertierende Junge Leo, der den Kometen entdeckte, muss sich entscheiden, ob er seine Familie in den vom amerikanischen Präsidenten angeordneten Bunker zum Überleben der Menschheit begleiten, oder ob er umkehren soll, um seine Freundin Sarah zu retten; die aufsteigende Journalistin Jenny Lerner muss sich ihrer konfliktbeladenen Familiensituation bewusst werden, ehe es zu spät ist. Bei Bay verkommen solche Zwischentöne. Bei Leder nicht. Und das ist nur einer we- niger Gründe, wieso man den durchaus unterhaltsamen Deep Impact Bays nervig-patriotischen Machwerk vorziehen sollte.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: THE GODFATHER: PART II (1974)

Freitag, 14. November 2008 15:40

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Francis Ford Coppola hatte es nicht leicht, als Paramount Pictures ihn mit Mario Puzos Bestsellerroman The Godfather beauftragte. Seine Vision eines epischen Mafiafilms wurde vorerst abgelehnt. Die Vorsicht der Studiobosse - schließlich steckte Hollywood Ende der 60er Jahre in einer schweren Krise - war größer als die Risikobereitschaft einen neuen Weg einzuschlagen. Insofern setzte Para- mount Pictures Coppola unter Druck, man beobachtete stets seine Arbeit und kontrollierte die Produktion. Und doch gelang es ihm, seine Vorstellungen adäquat umzusetzen. Coppola überzeugte das Studio mit einem cineastischen Meisterstück, dem Beginn einer komplexen Familienchronik, die er mit Teil eins hätte abschließen können. Coppola aber hatte anderes im Sinn: Er wollte die Geschichte ausbauen, sie weiterstricken. Er erkannte das Potential von Puzos gleichnamigen Roman und drehte mit Einwilligung des Studios eine Fortsetzung, bei der Coppola mehr Verantwortung und Entscheidungskraft besaß. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (4) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: THE GODFATHER (1972)

Samstag, 1. November 2008 23:29

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Vorbei waren die Zeiten der “Goldenen Ära”, vorbei die Zeit des klassischen Hollywoodkinos und des strukturellen Studiosystems. Hollywood steckte Ende der 60er Jahre in einer schweren Krise, sowohl in wirtschaftlicher als auch künst- lerischer Hinsicht. Denn das Kino dieser “Epoche” bediente die eskapistischen Bedürfnisse des Publikums und ging so jeder Konfrontation und Gesellschaftskritik aus dem Weg. Der Film als Traummaschine also, als Flucht aus der Realität und dem Alltag. Mit den Folgen der Kuba-Krise und des Kalten Krieges, der 68er-Be- wegung und dem Wandel der Gesellschaftsideale schien eben jene Flucht, eben jenes Verschließen vor der Realität als nicht mehr tragbar. Dieser zu erwartende Umbruch hinterfragte nicht nur die Werte einer ganzen Nation, auch das tra- ditionelle Kino mit all seinen bewährten Konventionen, seinen Formen und Inhalten schien “tot”, schien an einen toten Punkt angelangt zu sein. Folglich entwickelte das amerikanische Kino eine Eigendynamik, es dekonstruierte Genre-Konventionen, es wurde politischer, kritischer und verantwortungsbewusster und pfiff regelrecht auf die Intentionen des Studiosystems und ihrer Bosse. Kurz: Das Kino revolutionierte sich, wurde moderner und toleranter und mutiger. Als einer der bedeutendsten Filme dieser für die Filmgeschichte unabdingbaren Epoche gilt Francis Ford Coppolas großes Meisterwerk The Godfather (1972), das zwar end- gültig den Niedergang der Goldenen Ära einläutete, allerdings ebenso als Beginn und Mitbegründer des “neuen Hollywoods” zu verstehen ist. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (11) | Autor: Kaiser_Soze