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Review: SYNECDOCHE, NEW YORK (2008)

Freitag, 22. Januar 2010 18:57

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Die Nacherzählung einer Geschichte, die zwischen filmischer Realität, also der Re- produktion der Wirklichkeit, und einer dysfunktionalen, surrealistischen Fantasie- welt pendelt, gestaltet sich zumeist schwierig, weil die Grenze beider Welten entweder kaum vorhanden, als solche nur schwer auszumachen oder eben flies- send ist. Der gefeierte Drehbuchautor Charlie Kaufman (Eternal Sunshine of the Spotless Mind) erzählt solche Geschichten. Bei ihm verkommen sie allerdings nie zur reinen Fantasy, obgleich er die Grenze zwischen „kopierter“ Wirklichkeit und eskapistischer Traumwelt nicht eindeutig definiert. Ein wenig anders verhält es sich mit Kaufmans tragikomischem Regiedebüt Synecdoche, New York. Erstmals verwischt er diese Grenze bis zur Unkenntlichkeit. Eine klare Trennung zwischen filmischer Realität und einem Traum oder einer verzehrten Wahrnehmung besteht nicht. Die beiden Welten, die beiden Ebenen überlappen sich, sie verschmelzen, sozusagen, ineinander. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze

Film der Woche: MAGNOLIA

Sonntag, 27. September 2009 16:51

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Freitag, 02.10., 02:40 Uhr, Pro 7 - MAGNOLIA

Paul Thomas Andersons religiös konnotierter Episodenfilm über Fatalismus und Zufall, über Leben und Tod, über Schuld und Sühne. Ein Film der Superlative, grandios erzählt, virtuos inszeniert, stark besetzt, mit einer großartigen Musik- auswahl. Ein (vielleicht unterschätztes) Meisterwerk über die Existenzen und Ent- wicklungen neuner Menschen, die fast alle miteinander in Verbindung stehen, in- einander verstrickt und voneinander abhängig sind. Gefühlvoller, melancholi- scher und veritabler Genrebeitrag und ein weiterer Beweis für die Genialität An- dersons. Großer Film, großer Regisseur. Wenn machbar, trotz impertinenter Sen- dezeit unbedingt anschauen. Ansonsten: Kaufen!

Weitere Filmtipps: Zeitverschwender, Kino, TV & Co, Blockbuster-Entertainment

Thema: TV-Tipps | Kommentare (0) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: THE BIG LEBOWSKI (1998)

Sonntag, 17. Mai 2009 0:46

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Das Kino der Coen Brüder wirkt immer ein wenig surreal. Allerdings nicht im Sinne eines verzehrten Traumes, der als solchen schwer auszumachen ist und sich eigentlich fast gänzlich von der Realität abgrenzt, also kein Kino, wie es beispielsweise David Lynch zelebriert, eher im Sinne von realitätsfernen Zufällen und Unwahrscheinlichkeiten, wie man sie so nur in Filmen erlebt: Unglaubliche Menschen geraten in unglaubliche Situationen. Bei den Coen Brüder wirken solch groteske Ideen und Intentionen nie „falsch“, nie aufgesetzt oder unwirklich. Vor allem, weil ihre Filme immer nur Filme bleiben und keinen wirklichen Bezug zur Realität suchen. Sie verschleiern ihren cineastischen Ursprung nicht, sie führen ihn und seine unbegrenzten Möglichkeiten gar ad absurdum, was in den falschen Händen allerdings schnell zur unfreiwillig komischen Farce verkommen könnte. Die Coens wissen, wie weit ihre Skurrilität gehen darf, wie man Ironie gezielt einsetzt und mit subtiler Übertreibung arbeitet. Jede ihrer Szenen endet mit einer augenzwinkernden Pointe. Die Coen Brüder kennen das Kino und seine Vielfalt, seine Möglichkeiten und Grenzen. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (8) | Autor: Kaiser_Soze