Kino: THE INCREDIBLE HULK (2008)
Mittwoch, 30. Juli 2008 20:14

Von vornherein beschleicht einen das leise Gefühl, dass The Incredible Hulk nichts mehr ist als ideenloses, konventionelles Comicactionkino der einfachen Machart. Es scheint, als ginge es den Produzenten ausschließlich darum, den erfolgreichen Comicverfilmungszug zu erwischen und fett abzukassieren, ganz im Sinne eines traditionellen Trittbrettfahrers eben. Schnell stellt sich heraus, dass diese durchaus gewagte These der Wahrheit entspricht. Denn neue Erkenntnisse, einen neuen Blickwinkel oder schlichtweg ein neues Konzept, von all dem scheint Louis Leterriers unambitionierte Comicadaption nicht viel zu besitzen. Und überhaupt distanziert sich Leterrier von Ang Lees Hulk, der unterschätzte und für das Mainstreampublikum ungeeignete, da vielschichtige und zu komplexe Vorgänger. Ausschließlich das nichts sagende Intro erinnert an die letzten Ereignisse, will so eine inhaltliche Brücke schlagen, der man allerdings keine große Aufmerksamkeit schenken muss. Denn während Ang Lee von seinen Figuren erzählte, von deren Emotionen und deren Beziehungen zueinander, erzählt Leterrier lediglich eine bereits bekannte Geschichte über das massentaugliche Actionkino: Wie es funktioniert, oder: wie es eben nicht funktioniert. Denn hier, wo die Zerstörungs- wut eines mächtigen Hulk auf die riesige Waffenauswahl des amerikanischen Militärs trifft, wo Chaos und Hysterie also schon vorprogrammiert sind, ist wenig Platz für große Erläuterungen, für Tiefgang oder neue charakterliche Erkenntnisse. Das ist oberflächliches, pubertierendes und actionreiches Comicheldenkino - ohne Anspruch und ohne Verstand. […]
Thema: Filmkritiken | Kommentare (9) | Autor: Kaiser_Soze




