Review: THE LOVELY BONES (2009)
Dienstag, 10. August 2010 12:27

In seinem neuen Film „The Lovely Bones“ lädt „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson ein zu einer psychedelischen Meditation über das Leben nach dem Tod. Er erzählt, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alice Sebold, die Kriminal-Geschichte der 14-jährigen Susie Salmon (Saoirse Ronan), die ermordet wurde von einem pädophilen Serienmörder: ihrem Nachbarn Harvey (Stanley Tucci spielt den wohl stereotypsten Kinderschänder der letzten Jahre) und aus dem Jenseits ihr Ableben kommentiert. Unterbrochen wird dieses melancholische Sinnieren über das Leben danach, das einfallsreich und malerisch bebildert (gleich einer drogeninduzierten CGI-Oper) allerdings stets den Eindruck vermittelt, der paradiesische Himmel sei die bessere Alternative zum sterblichen Erdendasein (ohnehin bedeutet Sterben hier Freiheit), von konventionellen Inhalten eines Gerechtigkeitsthrillers, der die Identität des Mörders schon zu Beginn aufdeckt. Ein Gespür für zwischenmenschliche Töne und für das Innenleben seiner zerbrechlichen Figuren entwickelt Jackson dabei nur selten. Der einstige Funsplatter-Regisseur, der fast ausschließlich um märchenhafte Digitalpoesie bemüht ist, inszeniert an der Thematik und der literarischen Vorlage vorbei. So viel sinnentleerter Esoterik-Kitsch hätte man dem Neuseeländer nicht zugetraut.
Blu-ray-Veröffentlichung: 19. August. Das Bild ist sauber, scharf und strahlt die verspielten Himmelsbilder farbgetreu und saftig aus. Der 5.1-Sound hingegen gibt sich blass und wenig räumlich. Die Special Features (in HD) haben eine Gesamtspieldauer von etwa drei Stunden (z.B. Auszüge aus dem Produktionstagebuch).
Thema: Kurzreviews | Kommentare (6) | Autor: Anthony





