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Review: THE SOLOIST (2009)

Dienstag, 25. Mai 2010 20:22

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Völlig unaufgeregt, frei von genretypischem Kitsch, ruhig und besonnen, untermalt von klassischer Musik und nahezu immer mit dem richtigen Gespür für menschliche Zwischentöne erzählt der Kostümfilmer Joe Wright die wahre Geschichte einer ans Herz gehenden Freundschaft zwischen dem hochtalentierten, an Schizophrenie leidenden Musiker Nathaniel (Jamie Foxx) und dem gleichermaßen vereinsamten Journalisten Steve Lopez (Robert Downey Junior), auf dessen Kolumnen „The So- loist“  beruht. In Rückblenden arbeitet Wright das tragische Leben des Ausnah- mekünstlers auf: Der schwarze Junge, der begeistert und vernarrt ist in die Musik von Beethoven, spielt das Cello auf so wundervolle Weise, das man ihm eine ver- heißungsvolle Zukunft voraussagt. Musik heißt Leben für Nathaniel, er zieht in die Großstadt, schreibt sich an einem renommierten Konservatorium ein und wird, zum Leid seiner selbst, schizophren. Er landet auf der Straße, wo er inmitten des kakophonischen Straßenlärms auf einer nur noch zweiseitigen Geige das tut, was für ihn “leben” bedeutet: Er musiziert. Der Journalist Steve Lopez ist auf der Suche nach einer neuen Story, da lernt er, vor einer großen Beethoven-Statue, den schüchternen Nathaniel kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich trotz Nathaniels psychischer Wahrnehmungsstörung eine ungewöhnliche Freundschaft, die zwar nicht leicht, dafür aber umso intensiver ist. Dieses Verhältnis zweier Männer, die sich aus ihrer Einsamkeit befreien, um ihr altes Leben wiederzu- finden,  oder um zumindest die Chance auf ein lebenswertes Leben zu erhalten, lässt trotz nüchternem Erzählstil nicht kalt, weil Wright plötzlich und ganz gezielt wunderbare Momente erschafft, die die Schwächen des Films in den Schatten stellen. „The Soloist“ ist ein kleines, ruhiges, aber überaus menschliches Drama, das von seinem großartigen Hauptdarsteller getragen wird.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (6) | Autor: Kaiser_Soze

Review: SYNECDOCHE, NEW YORK (2008)

Freitag, 22. Januar 2010 18:57

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Die Nacherzählung einer Geschichte, die zwischen filmischer Realität, also der Re- produktion der Wirklichkeit, und einer dysfunktionalen, surrealistischen Fantasie- welt pendelt, gestaltet sich zumeist schwierig, weil die Grenze beider Welten entweder kaum vorhanden, als solche nur schwer auszumachen oder eben flies- send ist. Der gefeierte Drehbuchautor Charlie Kaufman (Eternal Sunshine of the Spotless Mind) erzählt solche Geschichten. Bei ihm verkommen sie allerdings nie zur reinen Fantasy, obgleich er die Grenze zwischen „kopierter“ Wirklichkeit und eskapistischer Traumwelt nicht eindeutig definiert. Ein wenig anders verhält es sich mit Kaufmans tragikomischem Regiedebüt Synecdoche, New York. Erstmals verwischt er diese Grenze bis zur Unkenntlichkeit. Eine klare Trennung zwischen filmischer Realität und einem Traum oder einer verzehrten Wahrnehmung besteht nicht. Die beiden Welten, die beiden Ebenen überlappen sich, sie verschmelzen, sozusagen, ineinander. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze