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Review: SAVING PRIVATE RYAN (1999)

Mittwoch, 9. Juni 2010 20:42

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Im Zuge einer persönlichen Spielberg-Retrospektive erhielt ich diese Woche, irgendwie passend, die Blu-ray von „Saving Private Ryan“, den ich vor über zehn Jahren zum ersten, aber nicht zum letzten Mal gesehen habe. Ich war nie ein großer Fan des Films, obwohl ich im Grunde auch heute noch von der semi-dokumentarischen Normandie-Szene fasziniert bin. Mir ist kein anderer Kriegsfilm bekannt, der, zumindest zu Beginn des Films, so nahe „neben“, „mit“  und „gegen“ Soldaten (die Deutschen verkommen hier leider zu austauschbaren Stereotypen) kämpft beziehungsweise den Eindruck vermittelt „mittendrin zu sein“. Die virtuose Kameraarbeit von Janusz Kaminski wurde von der Kritik ja ohnehin einvernehmlich gelobt. Nichtsdestotrotz bleibt für mich die Frage bestehen, ob es überhaupt möglich ist, Krieg adäquat auf Zelluloid zu bannen, ohne Gewalt zu verherrlichen und ohne den Krieg zu banalisieren. Die Grenze zwischen Glorifizierung und Verdammung von Krieg nämlich ist eine Gratwanderung, unter anderem weil im Krieg anonym und für sein Vaterland, also aus Patriotismus, getötet wird, und weil man das Töten zudem als Macht-Metapher verstehen kann: Der Mensch/der Soldat entscheidet über Leben und Tod; er spielt in gewisser Hinsicht Gott. Stets die grausame Seite des Krieges zu visualisieren und zu verdeutlichen ist aufgrund dessen nicht selten kompliziert, weil man schnell das bedient, was man verdammen will. Spielberg inszeniert die Invasion der Normandie in erster Linie aus Sicht der Amerikaner; nur selten wechselt die Perspektive; die Kamera, die grobkörnige, fast einfarbigen Bilder des Grauens, der Gewalt, der Zerstörung und des Todes einfängt, pendelt zwischen dokumentarischen und subjektiven Einstellungen. Mehr kann man sich visuell von einem glatt polierten Hollywoodfilm nicht distanzieren. Und adäquater, so würde ich es behaupten wollen, kann man den Schrecken des Krieges nicht einfangen. Vielleicht schmerzt es demnach umso mehr, dass Spielberg denselben Fehler begeht, der ihm Jahre zuvor schon einmal unterlief (vgl. „Schindler´s List“): Er banalisiert, indem er „Saving Private Ryan“ mit zunehmender Spieldauer zum überamerikanischen, konventionellen, hollywoodschen Kriegsdrama verkommen lässt, weit weg vom differenzierten, veritablen Antikriegsfilm. Es scheint fast so, als wäre ihm Dramaturgie wichtiger als sachliche Historienreflexion. Und da schließt sich auch schon fast wieder der Kreis, wenn die Frage aufkommt, ob ein Film, ein Hollywoodfilm, ein Unterhaltungsmedium, das Reaktionen und Gefühle der Zuschauer provoziert, manipuliert und steuert (und Spielberg ist darin ein Meister), überhaupt sachlich sein kann? Das macht dieses ambivalente Genre schon von vornherein zur Herausforderung, der man nur schwer, wenn überhaupt, Rechnung tragen kann.

Blu-ray-Release: 21. Mai

Ich verweise an dieser Stelle gerne auf das thematisch ähnliche Essay “War is no about Glory” von Bloggerkollege Christian.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (3) | Autor: Anthony

Review: MINORITY REPORT (2002)

Dienstag, 1. Juni 2010 18:53

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Washington, D.C., 2054.

Unsortierte Szenenfragmente füllen die Leinwand aus. Etwas Gefährliches bahnt sich da an. Schwer einzuordnende Bilderfetzen, so surrealistisch zusammengeworfen, dass sie einem Traum hätten entspringen können, zeigen einen Mord. Genau genommen, einen zukünftigen Mord. Diese Aufnahmen sind das Produkt einer zwiespältigen Gabe dreier Geschwister, die man die Precogs, die Präkognitiven, nennt. Liegend in einer grün-bläulichen Substanz, schwebend in einem Zustand irgendwo zwischen dem Träumen und dem Wachsein, sehen sie in die Zukunft. Sie funktionieren nur als Kollektiv, unzertrennlich wie die Dreifaltigkeit. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (8) | Autor: Anthony

STAR WARS EPISODE I – III…

Mittwoch, 17. Februar 2010 19:03

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Oder: Wie George Lucas noch einmal fett absahnte

Die Wiederbelebung und Extension des größten und erfolgreichsten Science-Fiction-Märchens der Filmgeschichte, genannt: „Star Wars Episode I – Die Dunkle Bedrohung“. Zum ersten und letzten Mal vor nun mehr als zehn Jahren im Kino gesehen. Schon lange ist´s her, ja, seitdem allerdings nie wirklich die Lust bekommen, dem noch einmal eine Chance zu geben. Die Enttäuschung nämlich war groß. Dennoch: Nach der „Fanboys“-Sichtung war das Interesse geweckt, die kommerziellen „Star Wars“-Prequels noch mal anzugehen. Schnell also ins Internet, die „neue“ Trilogie bestellt und rein damit in den Player. Weil ich ja wusste, was mich erwartet (obwohl ich mich kaum an etwas erinnern konnte), blieb die Enttäuschung wie erwartet aus. Die Sichtung machte sogar Spaß, die Trilogie ist durchaus unterhaltsam, aber auf eine, ja, irgendwie trashige Art. Weit entfernt von nostalgischer „Star Wars“-Magie wirkt vor allem die Besetzung ziemlich schräg: Samuel L. Jackson und Liam Neeson ganz schick im Jedi-Outfit wollen nicht so wirklich funktionieren (nur die Portman ist zum dahinschmelzen). Ohnehin fehlt es vor allem der ersten Episode an Glaubwürdigkeit. Und da haben wir uns bei all der Kritik noch nicht einmal dem Inhalt gewidmet. Erwähnenswert, weil tatsächlich großartig, ist hingegen die Musik von John Williams (und ganz vielleicht die wunderbaren Settings, die zumeist leider nicht ihre Computerherkunft leugnen können). Lediglich das actionreiche, großartige und komplexe Finale, “Die Rache der Sith”, das nicht nur inszenatorisch seine beiden Vorgänger in den Schatten stellt, versprüht die Magie von einst. Ansonsten, ja, lieber doch die alten Teile zu schätzen wissen, anschauen und genießen.

Geht das nur mir so?

Thema: Kurzreviews | Kommentare (6) | Autor: Anthony

Magic Moments: E.T. the Extra-Terrestrial

Samstag, 31. Oktober 2009 17:24

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John Williams´ “Escape/Chase/Saying Goodbye”

- Henry Thomas alias Elliott and Tamara De Treaux alias E.T. in Steven Spielbergs E.T. the Extra-Terrestrial

Thema: Zitate | Kommentare (2) | Autor: Anthony