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Retro: IT’S A WONDERFUL LIFE (1946)

Sonntag, 17. Oktober 2010 13:08

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Kaum ein Filmemacher scheint so sehr an das Gute im Menschen zu glauben wie der Italo-Amerikaner Frank Capra. Vor allem in seiner von der Kritik gefeierten Tragikomödie „It’s a Wonderful Life“ (1946) ist diese philanthropische Auffassung am deutlichsten herauszulesen. Dieser Film ist so etwas wie die thematische und motivische Zusammenfassung seiner bis dato gedrehten Werke „American madness“ (1932), „Mr. Deeds goes town“ (1936) und „You can’t take it with you“ (1938), die allesamt rührselige Loblieder auf das Leben, die Freundschaft und den (rechtschaffenden und aufrichtigen) Menschen singen und nebenbei, wenn auch eher leise, gesellschafts- und politkritische Töne spucken. In „It’s a Wonderful Life“, in seiner charmanten Aufmachung ein sentimentaler Weihnachtsfilm, rückt Capra abermals einen sympathischen Bürger (James Stewart) aus der Mittelschicht ins Zentrum der Geschehnisse, der sich, anders als die Protagonisten in den oben genannten vorherigen Werken, von seinem bodenständigen Dasein in einer Kleinstadt loslösen will und von der weiten Welt träumt. Die „Ausreise“ mag ihm allerdings nicht gelingen: zu sehr nimmt ihn das Gemeindeleben in Anspruch, das ihn mehr und mehr zur Verzweiflung bringt, gar fast zum Selbstmord treibt. Just in diesem Moment eilt ihm in der Gestalt eines Engels himmlische Hilfe zur Seite, der ihn, angelehnt an die Dickenssche Erzählung „A Christmas Carol“, an die wunderbaren Dinge des Lebens erinnert. „It’s a Wonderful Life“ ist eine tragikomische Kleinstadtparabel, die auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme und Ängste des amerikanischen Volkes der Nachkriegszeit (das geprägt war von den Folgen der “Großen Depression” und des Zweiten Weltkriegs) verweist, indem sie auf so seriöse wie ironische Weise das Schicksal eines Einzelnen zum Sinnbild einer ganzen Nation erklärt. Natürlich ist auch das ein einseitig inszenierter Capra-Film, der von seinem naiven Glauben an den (kathartischen) Menschen durchzogen ist, und dennoch, oder gerade deswegen, eine so erzählerische Magie entfaltet.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (4) | Autor: Anthony

Filmanalyse: VERTIGO (1958)

Mittwoch, 1. September 2010 22:56

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Der „Schwindel“ von „Vertigo“ irritierte das Publikum bei der Weltpremiere im Jahr 1958. Was Alfred Hitchcock da Mysteriöses von sich gab, verstand nicht einmal die zeitgenössische Kritik. Ehe man die Komplexität und Bedeutung dieses Meisterwerks begreifen und zuordnen konnte, verschwand der Film für Jahrzehnte. Hitchcock, ebenso ein Virtuose der Selbstvermarktung, machte die Filmrechte zum Teil seines Erbes und beschwor damit einen Mythos herauf. Als „einer von fünf verschollenen Hitchcocks“ wurde „Vertigo“ 1984, ein Jahr nach dem Ableben des Altmeisters, wiederaufgeführt. Heute zählt der wohl autobiografischste Film des Briten zu den besten Filmen aller Zeiten. [...]

Thema: Filmanalysen, Filmkritiken | Kommentare (3) | Autor: Anthony