Retro: THE FIFTH ELEMENT (1997)
Mittwoch, 1. April 2009 20:30

Mit sechzehn Jahren kam Luc Besson die Idee einer ziemlich überdrehten Space Opera. Das war 1975. Also noch bevor George Lucas mit Star Wars Ende der 70er Jahre einen Mega-Hype auslöste. Etwas mehr als zehn Jahre später arbeitete Besson am endgültigen Drehbuch seines cartoonischen Science-Fictioner The Fifth Element, der ein wenig an Lucas’ märchenhafte SciFi-Oper erinnert. Und bei diesem auch ein wenig stibitzt. Bessons abgedrehter Genrefilm mit comic relief-Einschlag ist tatsächlich der Film eines Jugendlichen. Nicht etwa nur weil Fotomodel Milla Jovovich als höheres Wesen halbnackt durch die Gegend rennt und mächtig auf die Fresse gibt, oder etwa weil Bruce Willis als abgehalfterter Antiheld durch das New York des 23. Jahrhunderts mit seinem gelben Schwebe-Taxi heizt und nebenbei die Erde vor dem bösartigsten Bösen rettet. Vor allem aber ist es die Mischung aus effektgeladener Action, portioniertem sex appeal, visionärem Zukunftsbild und klassischer Weltraumoper, die The Fifth Element als pubertierende Tagträumerei entlarvt. Allerdings eine sehr unterhaltsame, sehr ideenreiche und sehr inspirierte, die zwar mit einem stark konstruierten und manchmal vielleicht übertrieben wilden Drehbuch eine ziemlich offensichtliche Schwäche besitzt, diese aber mit seinem amerikanisch-französischen Charme, der großartigen Musik von Éric Serra und den verspielten und aufwendigen Kostümen von Jean-Paul Gaultier zu großen Teilen ausgleicht. Alleine Gary Oldman als faschistoider, kapitalistischer Großunternehmer Jean-Baptiste Emanuel Zorg, der nach Norman Stansfield ein weiteres Mal für Besson den Bösewicht gibt, ist das Eintrittsgeld wert.
Thema: Kurzreviews | Kommentare (2) | Autor: Anthony




