Tag-Archiv für » Francis Ford Coppola «

Retro: COTTON CLUB (1984)

Donnerstag, 28. Oktober 2010 20:07

Kaum ein anderer Film über das New Yorker Gangstertum der 1920er Jahre verquickt die mafiöse Untergrundkultur so eng mit den losgelösten Klängen der Jazz-Musik wie Francis Ford Coppolas „Cotton Club“. Schon die Titel-Sequenz gibt den sprichwörtlichen Takt vor: Mit aufwendigen Kostümen bekleidete schwarze Tänzerinnen geben für ein ausschließlich weißes Publikum auf einer kleinen Show-Bühne eine unterhaltsame Choreographie zum Besten. Unter den Gästen befinden sich die Gangsterbosse Harlems: Da hätten wir den „Dutch“ (James Remar), ein impulsiver Unterboss, und, natürlich, den Mobster persönlich, Owney Madden (Bob Hoskins), der Besitzer des „Cotton Club“. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (6) | Autor: Anthony

Retro: KOYAANISQATSI (1982)

Sonntag, 4. Oktober 2009 12:35

koyaanisqatsipic.jpg

Godfrey Reggios erster Teil seiner Qatsi-Trilgoie Koyaaninsqatsi, zu deutsch: “Leben im Ungleichgewicht”, hält der Zivilisation den Spiegel vor. Aus der Vogelperspektive aufgenommene Bilder der unberührten Natur, wunderschöne Aufnahmen, langsam und besonnen, gehen über in hektische, mit Zeitraffer fotografierte Sequenzen des gesellschaftlichen, zivilisatorischen Lebens: überfüllte Metropolen, triste, dreckige Straßen, die Menschen ziehen rücksichtslos aneinander vorbei; Männer und Frauen an Stränden, dahinter Fabriken, Kraftwerke, von Menschen errichtete Naturkiller. Industrielle Ambitionen, materialistische Verschwendung und der Drang nach automatisierter Massenfertigung verdrängen die Natur aus dem Leben des “modernen Menschen”, der abhängig ist vom technologischen Fortschritt; ohne ihn ist der Mensch nicht mehr im Stande zu leben. Technologie als lebensnotwendiges Gut. Diese Zivilisationskritik vermittelt Reggios semi-dokumentarischer, dialogfreier Film mit assoziativen und meditativen Bildersequenzen, beginnend mit Felszeichnungen der Hopi, einem nordamerikanischen Indianerstamm, dessen naturverbundenes Leben dem heutigen Status Quo diametral gegenübersteht, übergehend und schließlich endend mit den Zeitlupenaufnahmen einer am Himmel zerberstenden Rakete als Metapher für den eschatologischen Untergang der Menschheit. Durch Philip Glass´ elegische Kompositionen, diese stets unruhigen Töne, werden die ohnehin schon aussagekräftigen Aufnahmen emotionalisiert, das moderne Leben als solches wirkt fremdartig und rücksichtslos. Die Message kommt an. Der Film funktioniert. Und die am Ende zu lesende Hopi-Prophezeiung stimmt nachdenklich: Wenn wir wertvolle Dinge aus dem Boden graben, laden wir das Unglück ein. Wenn der Tag der Reinigung nah ist, werden Spinnweben hin und her über den Himmel gezogen. Ein Behälter voller Asche wird vom Himmel fallen, der das Land verbrennt und die Ozeane verkocht.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (14) | Autor: Anthony

American Zoetrope: The Foundation…

Freitag, 3. Juli 2009 0:16

lucas_coppola.jpg

… of an American Independent Filmlabel

Das eskapistische Kino der 1950er Jahre war nicht mehr en vogue. Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung, Reifung und nationalen Verbreitung des Fernsehens erhielt Hollywood obendrein auch noch starke Konkurrenz aus dem heimischen Wohnzimmer. Und weil der so genannte Hays Code mit all seinen strengen Richtlinien und Konventionen, die US-amerikanische Spielfilme auf ihre moralische, sexuelle und gewaltverherrlichende Darstellung hin untersuchte und gegebenenfalls zensierte, die Kreativität und Künstlerfreiheit vehement ein- schränkte und das von den “Big Five” propagierte und jahrzehntelange ange- wandte Studio- und Starsystem aufgrund eines oft vermissten politischen oder gesellschaftskritischen Subtextes ohnehin nicht mehr funktionierte, war die Konsequenz kaum besetzter Kinosäle keine große Überraschung gewesen. [...]

Thema: Filmgeschichte | Kommentare (3) | Autor: Anthony