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Review: V FOR VENDETTA (2006)

Dienstag, 10. Juni 2008 18:05

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Er ist das Produkt einer nationalen Verschwörung, eines politischen Regimes, das verlogen ist, weil es seine Bürger mit manipulierten Nachrichten abserviert, und das unmenschlich ist, weil es Rechte verletzt, einschränkt und zerstört. Ein totalitärer Kontrollstaat eben, der nur an seiner Machterhaltung interessiert ist, dem das Individuum gleichgültig erscheint, und der alles daran tut, die volle Kontrolle zu besitzen: Ausgangssperren, Überwachung und Verschwiegenheit. Diktatur. Faschismus. Ein dystopisches Zukunftsszenario also, das man ausge- prägter bereits in Michael Radfords 1984 bewundern durfte, das in James McTeigues V for Vendetta allerdings nur Mittel zum Zweck ist, zwar ausreichend ausgearbeitet und bebildert, allerdings zu oberflächlich gezeichnet, um die Intentionen seines “Vorbildes” aufzufangen. Das ist auch nicht seine Absicht, fokussiert wird die Geschichte des Titelhelden “V”s, ein nicht nur vom System enttäuschter Mann, sondern einer, den das System verändert hat. Er zeigt nicht sein Gesicht, was ohnehin nicht von Relevanz ist, da er seine Identität bereits verloren hat: an den Rachegedanken die britische Regierung zu stürzen und diese zu vernichten. Er ist ein neo-moderner Zorro, versteckt hinter einer Guy-Fawkes-Maske, der den Menschen die Augen öffnen will, der eloquent ist, ein aus- geprägtes Wissen besitzt, der aber auch skrupellos, tödlich und gefährlich sein kann. V ist die personifizierte Ambivalenz und neben “Watchmen” das Mei- sterstück von Comiczeichner Alan Moore, auf dessen gleichnamige Graphic Novel McTeigues Adaption basiert. Und nicht nur seines konfliktbeladenen Helden we- gen gilt V for Vendetta als einer der gelungensten Comicverfilmungen über- haupt. Es ist sein ausgefeiltes, überaus intelligentes Drehbuch, von den Wachowski Brothers (The Matrix) geschrieben, das hier, unter anderem, überzeugt und das von Regieneuling James McTeigue exzellent umgesetzt wurde. V for Vendetta ist kein einfältiges, konventionelles Actionheldenkino ohne Sinn und Verstand, das alte Muster bedient, sondern ein grandioses Kinostatement, das vieles seinem komplexen Antihelden zu verdanken hat. Aber auch vieles seiner politisch-kri- tischen Metamitteilung.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (8) | Autor: Kaiser_Soze