Tag-Archiv für » Abenteuerfilme «

Retro: INDIANA JONES…

Freitag, 6. Juni 2008 14:50

indianajonesandthelastcrusadeposter1.jpg

… and the Last Crusade (1989)

Bereits die signifikante Anfangssequenz macht deutlich, dass Steven Spielberg und George Lucas mehr im Sinne haben, als nur ein weiteres klassisches Indiana Jones-Abenteuer zu erzählen. Sie eifern nach mehr, wollen ihrem Helden Substanz und Tiefe verleihen, ihn dem Publikum näher bringen. Sie zeigen zu Beginn nicht etwa den erwachsenen Indiana Jones, vorerst mit dem Rücken zur Kamera, nein, es ist der junge Indy (River Phoenix), nicht älter als 13 Jahre, der hier in Szene gesetzt wird, der mit seiner Pfadfindergruppe in der Prärie Uthas galoppiert, und, der zwielichtigen Schatzräubern das begehrenswerte “Kreuz von Coronado” entnimmt, um es dorthin zu bringen, wo es seiner Meinung nach hingehört: in ein Museum. Bereits dieser simple Prolog erklärt kundigen Fans, dass Indiana Jones schon immer ein Jäger verlorener Schätze ist, einer, der sich schon seit jeher für archaische Reliquien interessiert, dem es aber nicht wichtig ist, diese Artefakte zu besitzen, sondern diese zu wahren. Und diese Einführung erzählt nicht nur, sie verweist auch, und zwar auf die ersten beiden Teile des Franchise, ebenso wie auf Indys Einstellung zu seinen Expeditionen: Er ist kein Bücherwurm, gewiss nicht, sondern ein Mann der Tat, der ironischer Weise etwas später im Film behauptet, dass der Erfolg einer Schatzsuche zu großen Stücken in der Bibliothek bestimmt wird. Wer Indiana Jones allerdings kennt, der wird wissen, dass das kein ernst gemeintes Statement eines so beispiellosen Abenteurers sein kann. Es ist wohl eher eine Behauptung, die Indys Vater hätte aussprechen können, ein Akademiker, kein Freund der Praxis also, der sein ganzes Leben auf der Suche nach dem Heiligen Gral ist. Und ja, in Indiana Jones and the Last Crusade lernt man ihn erstmals kennen, diesen Dr. Henry Jones sr. (Sean Connery), der von seinem “Junior” nur mit “Sir” angesprochen wird, was wohl auf deren distanziertes Verhältnis zurückzuführen ist. Und trotzdem, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, beide, so schlecht sie sich kennen, so haben sie doch vieles gemeinsam. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (14) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: INDIANA JONES…

Dienstag, 3. Juni 2008 11:05

indiana-jones-and-the-temple-of-doom-poster.jpg

… and the Temple of Doom (1984)

Es war keine kommerzielle Entscheidung, die George Lucas und Steven Spielberg dazu bewegten, eine Fortsetzung ihres Abenteuerfilms um den furchtlosen Archäologen Indiana Jones zu inszenieren. Zwar spielte Raiders of the Lost Ark über 384 Millionen US-Dollar bei Produktionskosten von 20 Millionen US-Dollar ein und ist somit als finanziell erfolgreicher Film zu verstehen, die Beweggründe für ein Sequel sind allerdings Lucas selbst zuzuschreiben, der von vornherein seinem Freund und Arbeitskollegen Spielberg erklärte, er wolle eine dreiteilige Filmreihe entstehen lassen. Seine Vision galt einem klassischen Abenteuerfranchise, das zwar in sich geschlossen ist, nicht jedoch abhängig oder episch daherkommt. So gilt Indiana Jones and the Temple of Doom nicht als zwingender Mittelteil der einstigen Trilogie, sondern als Prequel, das ein Jahr vor dem ersten Teil spielt und ein weiteres halsbrecherisches Abenteuer des einzigartigen Reliquienjägers erzählt. Dabei ist zu erwähnen, dass Lucas und Spielberg keineswegs die gleiche Schiene fahren, mit der sie 1981 den Erfolg pachteten. Sie wiederholen sich nicht, lassen ihren Helden nicht redundant erscheinen. Es ist unter anderem die Atmosphäre, die sich geändert hat. Indiana Jones and the Temple of Doom ist düsterer als sein Vorgänger, wirkt gefährlicher und ist trotzdem der humorvollere. Sicherlich, das hört sich vorerst nach einer sehr gewagten Kombination an, schließlich könnte diese kaum kontrastreicher sein. Spielberg ist sich darin eindeutig im Klaren, er weiß, dass dieses Vorhaben ohne gutes Timing nur schwer zu realisieren ist. Doch der werte Herr versteht sein Handwerk, das hat er zwei Jahre zuvor mit seinem herausragenden Science-Fiction-Klassiker E.T. mehr als nur bewiesen. Ihm will nicht jede Szene gelingen, nein, aber er sieht in jeder eine Herausforderung, macht vieles richtig und nur wenig falsch. Er kämpft sichtlich mit Lucas klischeehaftem Dialogwitz ebenso wie mit dem behäbigen Mittelteil. Und doch haben Lucas und Spielberg ihre Abenteuerfilmreihe bravourös fortgeführt, auch wenn diese erste Fortsetzung allgemeinhin als schlechtester Teil des Franchise gilt. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: RAIDERS OF THE LOST ARK (1981)

Dienstag, 27. Mai 2008 19:55

raidersofthelostarkposter.jpg

Erkennt man in ihm nur den abgebrühten Geschäftsmann und nicht den visionären Filmemacher, dann hat das sicherlich seine Gründe. Was George Lucas allerdings filmisch umsetzte, wie er aus einer einfachen, aber umfangreichen Idee die größte und finanziell erfolgreichste Science-Fiction-Saga aller Zeiten erschuf, das sollte man schon honorieren, es als subtiles, transzendentes Meisterwerk eines vielleicht introvertierten, polarisierenden Regisseurs anerkennen. Natürlich sind seine Vermarktungsmethoden fragwürdig und lassen Lucas als geldgierigen Filmindustriellen dastehen. Trotzdem geniest Star Wars, der 1977 einen bis heute ungebrochenen Hype auslöste, unter Fans Kultstatus. Und das nicht ohne Grund, gilt dieser als Meilenstein seines Genres und als künstlerische, unkonventionelle Meisterschöpfung seines “Vaters”. Kaum macht sein Sternenepos ihn zur reichen Persönlichkeit, setzt er 1978 ein weiteres Projekt in Gang, das ihn sogar vor den Dreharbeiten zu Star Wars beschäftigt haben soll. Indiana Smith sollte er vorerst heißen, der von Lucas geplante Abenteuerfilm und gleichnamige promovierte Archäologe, der sich mit okkulten Phänomenen beschäftigt und nach religiösen Reliquien sucht. Bereits 1974 kontaktierte er den Drehbuchautor Philip Kaufman, mit dem er zusammen an der ersten ideenreichen Drehbuchvorlage arbeitete. Bevor das Skript allerdings erste Züge annehmen konnte, wurde die Zusammenarbeit eingestellt, denn Kaufman sollte für Clint Eastwood das Drehbuch zu The Outlaw Josey Wales verfassen. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (8) | Autor: Kaiser_Soze