Review: CASE 39 (2009)
Dienstag, 13. Juli 2010 17:52

Dass das diabolische Böse selbst in der unschuldigen und zerbrechlichen Hülle eines Kindes schlummern kann, also eine geradezu widersprüchliche Form wählt, ist im Horror-Sujet, spätestens seit „Das Omen“, nichts Neues. Der deutsche Regisseur Christian Alvart ist da scheinbar anderer Meinung: In seinem Genremix „Case 39“ erzählt er die (äußerst langweilige und extrem unspannende) Geschi- chte einer Sozialarbeiterin (gespielt von einer unterirdischen und mit Hamster- backen versehene Renée Zellweger), die einem von ihren asozialen Eltern miss- brauchten kleinen Mädchen das Leben rettet, um daraufhin festzustellen, dass die charmant dreinblickende Lilith in Wirklichkeit ein teuflischer Dämon ist. Alvart hat, wen wundert´s, dem Genre nahezu nichts hinzuzufügen. Im Gegenteil: Der Deut- sche wärmt bereits Bekanntes auf so dilettantische Weise mit so nervtötender Musik und so einfallslosem Handwerk auf, dass es schmerzt. Es geht ihm, ganz offensichtlich, nur um genretypische Schockmomente. So sehr scheint er sich da- rauf zu konzentrieren, dass er nicht einmal bemerkt, wie runtergespult, ober- flächlich und ideenlos er diese ohnehin recht lahme Story inszeniert. Da wird dann auch schnell Distanz von der Missbrauchs-Thematik genommen, um den Film recht zügig ins klassische Horrorgenre zu überführen. Das sprichwörtlich Erschreckende an diesem Film ist eigentlich nur eine ziemlich verbrauchte Renée Zellweger.
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