Manifest

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Ganz genau, Sie sind auf einem dieser berühmt-berüchtigten Filmblogs gelandet. Und Sie wissen scheinbar nicht einmal, was sie hier erwartet, geschweige denn, was Sie hier überhaupt verloren haben. Intermoviession, so heißt die über Film philosophierende Seite des selbst ernannten Hobby-Rezensenten Kaiser Soze, oder Anthony, wie man ihn für gewöhnlich nennt.

Er ist sich der risikofreien Überlegenheit des Rezensenten gegenüber den Filmen, die er bespricht, durchaus bewusst. Und ja, er kennt den nahezu flüchtigen Stellenwert seiner Meinung und er kennt die winzige Bedeutung seiner Worte gegenüber dem “filmischen Produkt”. Er schreibt nicht, weil er sich gerne schreiben sieht, er schreibt nicht, weil er etwas verändern will, er schreibt, weil das Reflektieren und Diskutieren über Filme ein Hobby von ihm ist.

Es ist die Leidenschaft zu bewegten Bildern, die ihn auf die Idee eines eigenen Filmblogs brachte. Oder aber Intermoviession dient ihm als Mitteilungsinstrument, als “Selbsthilfegruppe für anonyme Cineasten”, wie es Tyler Durden möglicherweise erklären würde. Und weil jeder mit Kino seine eigenen Erfahrungen macht, verstehen sich Blogs vor allem dank der interaktiven Kommentarfunktion als geeignete Plattform, diese auszutauschen. Die unterschiedlichen Meinungen, die unterschiedlichen Kritiken, auch der eigenen gegenüber, eröffnen vielleicht eine Perspektive, der man so eigentlich nie Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Denn Filme, und das ist wahrlich kein Geheimnis, werden stets anders empfunden, wahrgenommen, anders geliebt und anders gehasst. Und das macht diese Thematik doch so interessant, so komplex, so geeignet für Diskussionen.

Umso mehr Filme man sichtet, umso mehr man sich mit dieser Kultur befasst, umso reifer wird der Blick, umso größer das Verständnis. Das Urteilen über Filme, und sei dies noch so bedeutungslos, ändert sich mit der Zeit, mit jeder Sichtung, mit jedem belanglosem Film, mit jeder Kritik, die man verfasst. Wo man einst seinen Fokus auf Effekthascherei, Explosionen und visuell “aufgestylte” Actionsequenzen legte, sind es nun andere, weitaus wichtigere Aspekte, auf die man Wert legt: Welche Ideologie verfolgt der Film? Welche Moral vertritt er? Inwiefern besteht er nur aus Versatzstücken vorausgegangener Werke? Wie sehr beeinflusste er andere Filme, andere Filmschaffende oder gar das Genre selbst? Und so weiter und so fort.

Sollte man Filme nicht auf diese Art und Weise betrachten, weil es einem am Ars.., am Hintern, vorbei geht, dann ist das mehr als nur legitim, dann ist es das Recht jedes Einzelnen und völlig akzeptabel. Denn Kino ist bei Weitem nicht nur Wissenschaft, Kino, das ist vor allem ein Unterhaltungsmedium, eine “Auf-die-Couch-DVD-rein-Glotze-an-und-Entspannen”-Prozedur. Filme, und das würde ein guter Freund von Anthony sagen, “sind ihr eigener Herr in der Unterhaltungsbranche”. Mit diesen Worten beende ich dieses wirre Gerede, dieses nicht enden wollende Manifest.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Autor: Anthony
Datum: Montag, 16. März 2009 21:46
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