Beitrags-Archiv für die Kategory 'Serien'

Serie: DEXTER Season 2

Samstag, 14. November 2009 15:29

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Diese Review enthält Spoiler!

Die Definition eines Superhelden assoziiert einen solchen stets mit der Kraft des guten Willens. Ein vorbildlicher Beschützer der Gesellschaft vor kriminellen Ma- chenschaften sozusagen. Die Überschreitung illegitimer Grenzen und das positiv konnotierte Image eines „Saubermanns mit reiner Weste“ vertragen sich dennoch kaum, weil der Superheld, wenn er seine altruistischen Ziele realisieren will, nicht anders kann als eben jene Schwelle zwischen Legitimität und Selbstjustiz zu übertreten. Diese Prämisse ist insofern eine komplexe Moralfrage, als dass sie die Toleranz und Verantwortungsübertragung der Gesellschaft dem Superhelden gegenüber voraussetzt. Und selbst dann muss der Gute zumindest kurzfristig zum Bösen werden, indem er beispielsweise juristische Gesetzesentscheidungen ig- noriert, um erfolgreich die Gesellschaft vor kriminellen Einflüssen beschützen zu können. Dieser unversöhnliche Gegensatz, diese Dualität also, und die nur schwer auszumachende Grenze zwischen „gut“ und „böse“ führen zu einer unvermeid- baren Ambivalenz. […]

Thema: Filmkritiken, Serien | Kommentare (2) | Autor: Kaiser_Soze

Serie: DEXTER Season 1

Mittwoch, 21. Oktober 2009 14:32

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I suppose I should be upset, even feel violated, but I’m not. No, in fact, I think this is a friendly message, like “Hey, wanna play?” and yes I want to play. I really really do.

Dexter Morgan (Michel C. Hall) ist ein Serienmörder. Und der Protagonist der gleichnamigen US-TV-Serie Dexter. Ein Killer als Sympathisant? Klingt paradox, ja, aber Dexter ist anders: Ein gefühlskalter, traumatisierter Forensiker, der Blut- spritzer für das Miami Department analysiert, um seinesgleichen hinter Gittern zu bringen. Von sich behauptet er, er trage stets eine “Maske”, um seine Mitmen- schen von seiner wahren Identität abzulenken. Sein verstorbener Stiefvater Harry (James Remar), auch er war Polizist, hat ihm beigebracht, wie er seinen Drang zu töten kontrollieren, wie er als emotionsloser Mensch in der Gesellschaft “über- leben” kann. Dexter mordet, allerdings schickt er nur diejenigen zur Hölle, die es “verdient” haben: Vergewaltiger, Mörder, Kinderschänder. Er “säubert die Straßen Miamis” als Forensiker bei der Polizei und als privater Gerechtigkeitskiller. Ambivalent sind seine Methoden, er würde allerdings nie “zuschlagen”, sollte er sich der Schuld seiner Opfer nicht sicher sein. Ein Kodex von Harry, den er stets befolgt. Auch seine Stiefschwester Debra (Jennifer Carpenter) arbeitet bei der Polizei. Seine Beziehung zu ihr ist distanziert, er lässt keinen an sich ran, nicht einmal seine ebenso geschädigte Freundin Rita (Julie Benz), Mutter von zwei Kindern, die von ihrem jetzt in Haft sitzenden Ehemann verprügelt und verge- waltigt wurde. Trotz allem sieht Dexter seine Umstände differenziert, er ist sich seiner “Probleme” bewusst. Und eigentlich ist Dexter ein sympathischer Kerl, immer mit einem zynischen, absolut trockenen Spruch auf Lager und als Spuren- sicherer und Blut-Forensiker ebenso virtuos wie als präziser Mörder. Als der “Kühllaster-Killer” zum ersten Mal sein “Werk” hinterlässt - die zerstückelte Leiche einer Prostituierten, keine Spuren, kein Blut - ist Dexter gleichermaßen überwältigt wie ratlos. Zwischen dem gefährlichsten Serienmörder in der Geschichte Miamis und ihm entwickelt sich eine intensive Beziehung, sie spielen miteinander, und Dexter gefällt dieses Spiel. Die Jagd erfordert nicht nur all sein Können, sie führt ihn zurück zu seinen Kindheitserinnerungen, zu eben jenem Trauma, das ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist: ein mordender Soziopath. Die ihm vom Zuschauer entgegengebrachte Sympathie hält sich trotz allem die Balance, weil die Ambivalenz seines Wesens stets evident ist, weil seine emotionale Kälte nicht als Identifikationseigenschaft funktioniert, weil seine Affinität zu Blut, seine Faszi- nation für den Tod den Zuschauer abschreckt und ganz besonders weil die von Dexter praktizierte Form der Selbstjustiz nicht verharmlost wird, sondern nach- denklich stimmt. Bis es zum großartigen Serienstaffelfinale kommt, wird Dexters Kindheitstrauma und somit auch das psychoanalytische Puzzle anhand von Rück- blenden sukzessive aufgearbeitet und zusammengesetzt. Am Ende dieser famo- sen “Whodunit-Serie” und komplexen Charakterstudie ist die Überraschung groß.

Thema: Kurzreviews, Serien | Kommentare (13) | Autor: Kaiser_Soze

Serie: CALIFORNICATION Season 1

Samstag, 5. September 2009 18:00

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Die Verwandlung vom seriösen FBI-Agenten Fox Mulder - übrigens die Rolle seines Lebens, oder besser: seiner Karriere - zum schlagfertigen Macho-Arschloch ist David Duchovny tatsächlich gelungen. In Californication geht er nämlich nicht mysteriösen Fällen auf den Grund, er fickt sich quasi einmal quer durch “die Stadt der Engel”, um die Trennung seiner Fast-Frau Karen zu verdrängen. Nebenbei kämpft Duchovny als kotzbrockiger Schriftsteller Hank Moody mit seiner scheinbar nicht mehr enden wollenden Schreibblockade. Sein Problem: Er liebt Karen noch immer, er will sie und ihr gemeinsames Kind Rebecca, eine pubertierende punkige Rockgöre, zurück. Nur: Karen hat einen Neuen, Bill, einen spießigen Langweiler. Und: Sie wollen heiraten. Hank verliert also nicht nur seine Frau an einen steifen Schlipsträger, sondern auch seine Tochter. Zu allem Übel schläft er auch noch, unwissend über ihr Alter, mit Mia, Bills erst sechzehnjähriger Tochter. Ohnehin wird in Californication viel gepoppt. Ein One-Night-Stand hier, ein Quickie da, ein Blowjob dort und viel nackte Haut. Nett anzusehen ist das schon, der Sex ist vulgär und experimentell, promisk und ganz bestimmt erst ab 18 Jahren, al- lerdings nicht der Grund, wieso Californication so unterhaltsam und kurzweilig ist. Es ist David Duchovnys Serie. Und das fast ausschließlich. Er interpretiert seinen Hank Moody als sprücheklopfendes Arschloch mit Herz, das alleine mit dem Leben nicht klar kommt. Er trinkt. Er fickt. Er provoziert. Und er liebt. Karen und Rebecca. Er hasst Kalifornien. Das erzählen, zumindest, die Dialoge. Ansonsten muss sich die wenig gelungene Persiflage auf Kalifornien und Hollywood hinten anstellen. Los Angeles bleibt stets universell und austauschbar. Und vielleicht ist das auch gut so. Weil: Californication unterhält trotzdem. Wahrlich kein Meilenstein der Fernsehgeschichte und weit entfernt von Referenzsender HBO. Aber: David Duchovny ist einfach zu gut.

Thema: Kurzreviews, Serien | Kommentare (2) | Autor: Kaiser_Soze

South Park: “Es ergibt keinen Sinn!”

Dienstag, 14. April 2009 19:47

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Meine angeblichen Damen und Herren Geschworenen, ich bitte Sie, eine letzte Sache zu berücksichtigen. Dies ist Chewbacca. Chewbacca ist ein Wookiee vom Planeten Kashyyyk, aber Chewbacca lebt auf dem Planeten Endor. Denken Sie darüber nach. Es ergibt keinen Sinn! Warum sollte ein Wookiee – ein zwei Meter großer Wookiee – auf Endor leben wollen, zusammen mit einem Haufen winziger Ewoks? Es ergibt keinen Sinn! Aber was noch wichtiger ist: Sie müssen sich ernsthaft fragen: Was hat das mit diesem Fall zu tun? Gar nichts. Meine Damen und Herren, es hat nichts mit diesem Fall zu tun. Es ergibt keinen Sinn! […] Nichts von alledem ergibt einen Sinn. […] Wenn Chewbacca auf Endor lebt, müssen Sie ihn freisprechen! Das Plädoyer ist abge- schlossen.

[…]

Thema: Serien | Kommentare (0) | Autor: Kaiser_Soze