Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kurzreviews'

STAR WARS EPISODE I - III…

Mittwoch, 17. Februar 2010 19:03

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Oder: Wie George Lucas noch einmal fett absahnte

Die Wiederbelebung und Extension des größten und erfolgreichsten Science-Fic- tion-Märchens der Filmgeschichte, genannt: „Star Wars Episode I – Die Dunkle Be- drohung“. Zum ersten und letzten Mal vor nun mehr als zehn Jahren im Kino ge- sehen. Schon lange ist´s her, ja, seitdem allerdings nie wirklich die Lust be- kommen, dem noch einmal eine Chance zu geben. Die Enttäuschung nämlich war groß. Dennoch: Nach der „Fanboys“-Sichtung war das Interesse geweckt, die kommerziellen „Star Wars“-Prequels noch mal anzugehen. Schnell also ins In- ternet, die „neue“ Trilogie bestellt und rein damit in den Player. Weil ich ja wusste, was mich erwartet (obwohl ich mich kaum an etwas erinnern konnte), blieb die Enttäuschung wie erwartet aus. Die Sichtung machte sogar Spaß, die Trilogie ist durchaus unterhaltsam, aber auf eine, ja, irgendwie trashige Art. Weit entfernt von nostalgischer „Star Wars“-Magie wirkt vor allem die Besetzung ziem- lich schräg: Samuel L. Jackson und Liam Neeson ganz schick im Jedi-Outfit wollen nicht so wirklich funktionieren (nur die Portman ist zum dahinschmelzen). Ohnehin fehlt es vor allem  der ersten Episode an Glaubwürdigkeit. Und da haben wir uns bei all der Kritik noch nicht einmal dem Inhalt gewidmet. Erwähnenswert, weil tatsächlich großartig, ist hingegen die Musik von John Williams (und ganz vielleicht die wunderbaren Settings, die zumeist leider nicht ihre Computerherkunft leugnen können). Lediglich das actionreiche, großartige und komplexe Finale, “Die Rache der Sith”, das nicht nur inszenatorisch seine beiden Vorgänger in den Schatten stellt, versprüht die Magie von einst. Ansonsten, ja, lieber doch die alten Teile zu schätzen wissen, anschauen und genießen.

Geht das nur mir so?

Thema: Kurzreviews | Kommentare (6) | Autor: Kaiser_Soze

Review: FANBOYS (2008)

Mittwoch, 10. Februar 2010 22:34

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Nicht ohne Grund trägt der umstrittene Filmproduzent Harvey Weinstein den spitzzüngigen Kosenamen „Harvey Scissorhands“. Der nämlich zerschneidet gerne mal die von ihm produzierten Filme, um sie „kundenfreundlicher“ zu gestalten. Alles, versteht sich, im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Dass er dabei des Öfteren den Frust und Zorn der Filmemacher auf sich zieht, scheint ihm gleichgültig zu sein. Da wird selbst vor großen Namen (Martin Scorsese) keinen Halt gemacht. Vor kleinen sowie nicht. Wenn ihm etwas nicht passt, wird es passend gemacht. Und passend kann in diesem Zusammenhang „vermarktbar“, „ökonomisch“ und/oder „wirt- schaftlich“ bedeuten. Da wird dann, wie im Fall der aberwitzigen „Star Wars“- Hommage „Fanboys“, dann auch gerne mal der Veröffentlichungstermin um ein ganzes Jahr nach hinten verschoben, ganze Szenen umgeschrieben und neu gedreht, bis der Despot zufrieden gestellt ist. Dennoch gilt „Fanboys“ trotz oder gerade wegen der komplizierten Produktionsverhältnisse als regelrechter Kino- kassenflop. Und ja, man merkt dem Film an einigen Stellen arg an, unter welchen künstlerischen Differenzen er zu leiden hatte. Bevor Weinstein nämlich die Drehbuchänderungen veranlasste, handelte die Geschichte von einem Krebs- kranken Teenager, dessen nerdige Freunde, fanatische Star Wars-Jünger, ihm einen letzten Gefallen tun: Bevor es zu spät ist, reisen die Jungs quer durch die Staaten hin zur George Lucas-Ranch, um dort den Rohschnitt des noch nicht veröffentlichten „Star Wars“-Revivals „Episode I“ zu bestaunen. Diese tragische Ausgangsidee war Weinstein allerdings zu negativ, weshalb sie der Schere fast gänzlich zum Opfer fiel. Im Final Cut hingegen ist die Ursache für die Reise eine triviale: Die Freunde können die Wartezeit, bis „Episode I“ in den hiesigen Kinos gespielt wird, nicht mehr ertragen und stürzen sich deshalb in ein riskantes Abenteuer. Zugegeben, diese Änderung mag den Film erst einmal nicht schlechter machen. Nur merkt man ihm stets die Unentschlossenheit seiner Macher an. „Fanboys“ ist indes eine durchaus spaßige Komödie, manchmal etwas dämlich und einfältig und in seiner Figurenzeichnung doch sehr klischeehaft und karikativ, und dennoch versetzt mit einigen schönen „Star Wars“-Zitaten, witzigen Querver- weisen und überraschenden Cameo-Auftritten. Das macht aus ihm vielleicht kei- nen guten Film, zumindest aber macht es ihn sympathischer.

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Retro: DEEP IMPACT (1998)

Samstag, 30. Januar 2010 23:06

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1998 kamen fast zeitgleich zwei Astro-Katastrophenfilme in die Kinos, die beide den Untergang der menschlichen Zivilisation durch einen Meteoriteneinschlag thematisieren: Michael Bays Armageddon und Mimi Leders Deep Impact. Zwei sehr amerikanische Filme, ausschließlich aus amerikanischer Sicht erzählt, zumal der eine, Armageddon, obendrein auch noch erzpatriotisch daherkommt. In beiden Filmen nimmt ein Komet Kurs auf die Erde und in beiden Filmen versuchen ameri- kanische Astronauten, mit Sprengköpfen die zerstörerischen Gesteinsbrocken zu eliminieren. Während Bays hoch budgetierter Blockbuster vor allem die geglückte Sprengung des Kometen zum Highlight erklärt, und damit seine amerikanischen Weltenretter in allzu ästhetisierten Bildern romantisiert, geht Leders Film trotz hollywoodscher Muster (im Grunde ist der Film ebenso an computergenerierten Katastrophenbilder und Effekthascherei interessiert) durchaus unkonventionelle Wege. In Deep Impact nämlich scheitern die USA vorerst mit der geplanten Sprengung des Kometen. Fortan behandelt der Film in parallel ablaufenden Ge- schichten die individuellen Entscheidungen verschiedenster Menschen: die an ihrer Mission gescheiterte Astronautencrew muss sich entscheiden, ob sie heim- kehren oder sich für den Fortbestand der menschlichen Rasse opfern soll; der pubertierende Junge Leo, der den Kometen entdeckte, muss sich entscheiden, ob er seine Familie in den vom amerikanischen Präsidenten angeordneten Bunker zum Überleben der Menschheit begleiten, oder ob er umkehren soll, um seine Freundin Sarah zu retten; die aufsteigende Journalistin Jenny Lerner muss sich ihrer konfliktbeladenen Familiensituation bewusst werden, ehe es zu spät ist. Bei Bay verkommen solche Zwischentöne. Bei Leder nicht. Und das ist nur einer we- niger Gründe, wieso man den durchaus unterhaltsamen Deep Impact Bays nervig-patriotischen Machwerk vorziehen sollte.

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Review: ADAPTATION. (2002)

Sonntag, 17. Januar 2010 14:50

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Man stelle sich vor, man stehe vor einem Spiegel und blicke hinein. Doch anstatt sein verdrehtes Ebenbild zu betrachten, sehe man seinen eigenen Rücken, man sehe sich selbst von hinten, wie man in den Spiegel blickt und sein eigenes ver- drehtes Spiegelbild betrachtet. Man kennt dieses, oder ein ähnliches, Bild aus René Magrittes berühmtem Gemälde “Not to be reproduced”. Spike Jonzes Adaptation. funktioniert im Grunde genauso: Der gefragte Drehbuchautor Charlie Kaufman, dessen Skript zu Being John Malkovich mehrere Auszeichnungen er- hielt, soll ein Buch mit dem Titel “Der Orchideendieb”, eine Biographie über den eigenartigen Orchideenexperten John Laroche, adaptieren. Charlie Kaufman liebt dieses Buch, allerdings weiß er nicht, wo er wie anfangen soll, um Susan Orleans Bestseller gerecht zu werden. Charlie Kaufman hat eine Schreibblockade, wäh- rend sein Zwillingsbruder Donald gerade im Stande ist, ein viel versprechendes Drehbuch über einen schizophrenen Killer abzuliefern. Dazu kommt, dass Charlie unter Schlafstörungen und Neurosen, unter Angstzuständen und Schweißaus- brüchen leidet, er fühlt sich alleine. Keine Freundin. Keine Sex. Ein Versager. Er ist kurz vor dem Zusammenbruch, ehe ihm eine geniale Idee kommt. Er schreibt ein Drehbuch über sich selbst, über Charlie Kaufman, der eine Schreibblockade besitzt und ein Drehbuch über sich selbst schreibt, wie Charlie Kaufman ein Drehbuch über sich selbst schreibt. Eine Endlosschleife sozusagen. Charlie Kaufman, der reelle, verarbeitete mit Adaptation. eine schwierige Phase seines privaten wie beruflichen Lebens. Die Idee eines Drehbuchautors, der ein Drehbuch über sich selbst schreibt, wie er ein Drehbuch über sich selbst schreibt, ist keine neue, ge- nau genommen sogar eine ziemlich abgedroschene. Kaufman allerdings schreibt derart selbstironisch, springt fast beliebig zwischen verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen hin und her, lässt Realität und Fiktion kaum noch voneinander trennen und bleibt dabei immer so ehrlich, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Kaufmans Skript ist also nicht nur ein äußerst eigenwilliges und gelungenes, weil es bewusst konventionelle Drehbuchprinzipien ignoriert, sondern auch das viel- leicht intimste autobiographische Screenplay seit einer gefühlten Ewigkeit.

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Retro: UNFORGIVEN (1992)

Dienstag, 29. Dezember 2009 1:48

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Mit den militärischen Interventionen der USA in Vietnam begann das Vertrauen des amerikanischen Volkes ihrer Regierung gegenüber aufgrund fragwürdiger politischer Entscheidungen zu sinken. Das war gegen Ende der 1960er Jahre. Zur gleichen Zeit, sozusagen als cineastische Antwort auf diesen Umstand, brach ausgerechnet ein Europäer die Konventionen eines Genres, das jahrzehntelang als Plattform für unreflektierten Patriotismus und romantische Heldengeschichten misshandelt wurde: der Western. Ein Genre, so amerikanisch wie die Geschichten, die es erzählt. Sergio Leone krempelte den klassischen Western um. Die tradi- tionelle Gut-Böse-Charakterisierung wurde durch selbstgerechte Antihelden sub- stituiert, die auf beiden Seiten des Gesetzes standen. Trotz des umgekehrten Verständnisses von heroischer Cowboy-Romantik besitzen die Anti-Western der 1960er Jahre im allgemeinen und die von Leone im speziellen eine wenig idea- lisierte Darstellung von Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Clint Eastwood, die Ga- lionsfigur der Anti-Western dieser Zeit und einstiger “Protegé” von Sergio Leone, kommentiert und analysiert mit seinem 1992 erschienenen Spät-Western Un- forgiven die Verkörperung und Legitimierung gnadenloser Gewaltverbrechen, und arbeitet gleichzeitig einen kulturhistorischen Gender-Beitrag aus, der die gesell- schaftliche Position der Frau zu Zeiten des wilden Westens kritisiert. Eastwoods veritables Statement ist als Abgesang des Italo-Westerns zu lesen, das den Mythos des romantischen Revolverhelden, des Cowboys als ur-amerikanische Tra- ditionsfigur, entmystifiziert. William Munny, ein einst kaltblütiger Killer, skrupello- ser Mörder, jetzt bescheidener, allein erziehender Vater, den Eastwood selber verkörpert, versteht Gewalt nicht als Gerechtigkeit, nicht als Mittel zum Zweck, sondern als subversiven Habitus, als Niederlage und Stigma. Und nicht nur auf- grund dessen gilt Eastwoods oscarprämiertes Meisterwerk als intelligenter Film über Amerika und den wilden Westen.

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Review: G.I. JOE: THE RISE…

Mittwoch, 16. Dezember 2009 19:05

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… of Cobra (2009)

Schon seit Jahren arbeitete man an einer Kinoadaption der in den USA beliebten, in Europa eher unbekannten Spielzeugserie „G.I. Joe“ um eine gleichnamige militant-militärische US-Spezialeinheit. Das Projekt nahm zu Beginn dieses Jahr- zehnts konkrete Züge an, geriet mit den kriegerischen Interventionen der USA in Irak allerdings ins Stocken, weil der Zeitpunkt einer Filmveröffentlichung mit dem Titel „G.I. Joe“ (zumeist eine abwertende Bezeichnung für einen G.I., einen amerikanischen Soldaten) schlechter nicht sein konnte. Erst mit dem erfolgreichen Einspielergebnis des ersten „Transformers“-Films sollte die Produktion so schnell wie möglich vorangetrieben werden. Die Paramount und der Spielzeughersteller Hasbro kollaborieren demnach zum zweiten Mal miteinander (das Sequel zu Bays maßloser Zerstörungsorgie ausgenommen). Und zum zweiten Mal erweißt sich diese Zusammenarbeit zwar als äußerst wirtschaftlich, künstlerisch hingegen ent- steht ein mehr als nur bescheidenes Stück Film. Ohnehin gleichen sich die ein- fältigen, effekthascherischen Intentionen der „Transformers“-Werke und die des „G.I. Joe“-Werks: Es geht um Militär-Explosions-Action, heiße Miezen in engen Outfits und infantilen Destruktionswahnsinn. Das pathetische und konstruiert wir- kende Drehbuch klappert obendrein alle Genreklischees ab. Vom geldgeilen Pla- netenterroristen bis hin zur scheinbar unbesiegbaren Supergeheimtruppe, die im Verborgenen selbstlos gegen die Feinde dieser Welt reagiert. Ursache und Plot- beschleuniger ist, wie auch bei den „Transformers“, ein klassischer MacGuffin: Ein Waffenhändler verkauft vier auf der Nanotechnologie basierende hoch gefährliche Raketensprengköpfe an die NATO und die US-Armee, und versucht dabei beide Parteien gegeneinander auszuspielen. Die Konventionen des Genres sind also schnell erreicht, wenn einmal mehr die Guten gegen die Bösen antreten, um Schlimmeres zu verhindern. Für die Michael Bay-Fans unter uns mag das ja schwer unterhaltsam sein, der Rest sollte diesen impertinenten, auf Werbeclipästhetik getrimmten und Zielgruppengerichteten Massenverblödungsfilm ignorieren.

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Kino: PARANORMAL ACTIVITY (2007)

Dienstag, 1. Dezember 2009 12:38

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Man kommt eigentlich nicht um die Entstehungsgeschichte herum, wenn man den Low-Low-Budget-Streifen Paranormal Activity von Oren Peli bespricht. Dabei ist die Genesis des in semi-subjektiven Kameraeinstellungen und mit minimalsten Produktionsmitteln gedrehten Gruselschocker samt spiraler Marketingkampagne à la Cloverfield schon jetzt größer als es der Film selbst sein könnte. Ohnehin scheint das 2.0-Phänomen der Youtube-Generation einen enttäuschenden Ein- druck zu hinterlassen, weil die durch die breit angelegte Internetcommercial erzeugte Erwartungshaltung des Publikums bisher nie wirklich erfüllt wurde. Paranormal Activity ist da nicht die Ausnahme. Vielleicht ist Pelis Film - wenn man so etwas überhaupt so nennen darf - unter den 2.0-Filmen der reaktionär- ste, weil er das, was einen richtigen Film definiert und ausmacht, vorsätzlich ignoriert, um Authentizität mithilfe von amateurhaften Aufnahmen zu generieren. Er reduziert die Möglichkeiten des Kinos sozusagen auf ein Minimum. Mit einem richtigen Film hat das nicht mehr viel gemein. Selbst wenn man sich auf Pelis kaum erträgliche Farce einlässt, auf die Geschichte von Katie und Micah also, die in ihrem Haus in San Diego paranormale Aktivitäten beobachten und mit einer Videokamera festhalten, möchte man vor Langeweile die Augen schließen und das Land der Träume betreten. Bis es nämlich gruselig wird, bis Oren Peli mal endlich einen Schockmoment raushaut, bis sich mal endlich so etwas wie eine dichte Atmosphäre entwickelt, ist der Film schon fast zu Ende.

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Blu-ray: TRANSFORMERS: THE REVENGE…

Dienstag, 10. November 2009 19:13

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… of the Fallen (2009)

Gott sei Dank, gibt es die Vereinigten Staaten Amerikas. Wie würde die Filmwelt nur ohne die Helden aus dem Westen aussehen? Meteoriten hätten die Erde geflutet, Aliens die Welt zerstört und mutierte Monster New York verwüstet. Laut Michael Bay, Tony Scott und Roland Emmerich sind nur die USA im Stande, die Erde und ihre Bevölkerung vor Umweltkatastrophen, gefährlichen Terroristen, außerir- dischen Invasionen und monströsen Tiermutationen zu bewahren. Mit dem Unter- gang Amerikas also rücke die eschatologische Zeitrechnung und somit das Jüngste Gericht näher. Wenn sich auf der Erde also zwei verfeindete transfor- mierende Metall-Alienrassen, so genannte Transformers, einen erbitterten Todes- kampf um den Allspark-Würfel - ein klassischer MacGuffin - liefern, dann schwört der Homo Sapiens nicht auf göttliche Intervention, sondern, so behauptet es die Filmgeschichte, auf US-amerikanische Streitkräfte. Die Koalition zwischen Militär und den Autobots, den guten Transformers, funktioniert. In Michael Bays Fortset- zung des Spielzeug-Actionkrachers wird diese geheim gehaltene Kollaboration zum Wohl aller Menschen aufrechterhalten. Kein inhaltlicher Zufall, gewiss nicht. Denn kurze Zeit später greifen die Deceptions, die bösen Transformers, die Erde an. Und es kommt, ein weiteres Mal, zur eruptiven Materialschlacht, die diesmal nicht zwischen den Häuserschluchten New Yorks, sondern auf ägyptischem Boden ausgetragen wird. Wieso die Deceptions erneut die Erde besuchen und zerstören wollen, ist so unerheblich wie schon zuvor. Es geht um state of the art, um visuelle Spielereien und um die Darstellung technischer Möglichkeiten. Das sekunden- schnelle Transformieren vom Vehikel zum übermenschlichen Metallroboter sieht erstaunlich cool aus und wirkt nach dem x-ten Mal dennoch repetitiv. Das kann selbst die überheiße Megan Fox nicht kompensieren, die im Sequel die Freundin von Shia LaBeoufs Sam spielt. Der muss übrigens mal wieder die Welt retten. Kennen wir doch schon. Ohnehin sind die Unterschiede zwischen dem Vorgänger und seiner Fortsetzung schwindend gering. Bays Ambitionen und Intentionen bleiben dieselben. Surprise! Wie nicht anders zu erwarten, bleibt alles beim Alten in „Bay City“.

Anmerkung: Überraschend zurückhaltend präsentiert sich die Tonqualität auf der Blu-ray und besonders auf der DVD. Während es im Film kracht und donnert, bleibt der Subwoofer erstaunlicherweise ruhig. Die Bildqualität der Blu-ray hinge- gen ist vorbildlich, die der DVD kaum schlechter.

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Serie: DEXTER Season 1

Mittwoch, 21. Oktober 2009 14:32

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I suppose I should be upset, even feel violated, but I’m not. No, in fact, I think this is a friendly message, like “Hey, wanna play?” and yes I want to play. I really really do.

Dexter Morgan (Michel C. Hall) ist ein Serienmörder. Und der Protagonist der gleichnamigen US-TV-Serie Dexter. Ein Killer als Sympathisant? Klingt paradox, ja, aber Dexter ist anders: Ein gefühlskalter, traumatisierter Forensiker, der Blut- spritzer für das Miami Department analysiert, um seinesgleichen hinter Gittern zu bringen. Von sich behauptet er, er trage stets eine “Maske”, um seine Mitmen- schen von seiner wahren Identität abzulenken. Sein verstorbener Stiefvater Harry (James Remar), auch er war Polizist, hat ihm beigebracht, wie er seinen Drang zu töten kontrollieren, wie er als emotionsloser Mensch in der Gesellschaft “über- leben” kann. Dexter mordet, allerdings schickt er nur diejenigen zur Hölle, die es “verdient” haben: Vergewaltiger, Mörder, Kinderschänder. Er “säubert die Straßen Miamis” als Forensiker bei der Polizei und als privater Gerechtigkeitskiller. Ambivalent sind seine Methoden, er würde allerdings nie “zuschlagen”, sollte er sich der Schuld seiner Opfer nicht sicher sein. Ein Kodex von Harry, den er stets befolgt. Auch seine Stiefschwester Debra (Jennifer Carpenter) arbeitet bei der Polizei. Seine Beziehung zu ihr ist distanziert, er lässt keinen an sich ran, nicht einmal seine ebenso geschädigte Freundin Rita (Julie Benz), Mutter von zwei Kindern, die von ihrem jetzt in Haft sitzenden Ehemann verprügelt und verge- waltigt wurde. Trotz allem sieht Dexter seine Umstände differenziert, er ist sich seiner “Probleme” bewusst. Und eigentlich ist Dexter ein sympathischer Kerl, immer mit einem zynischen, absolut trockenen Spruch auf Lager und als Spuren- sicherer und Blut-Forensiker ebenso virtuos wie als präziser Mörder. Als der “Kühllaster-Killer” zum ersten Mal sein “Werk” hinterlässt - die zerstückelte Leiche einer Prostituierten, keine Spuren, kein Blut - ist Dexter gleichermaßen überwältigt wie ratlos. Zwischen dem gefährlichsten Serienmörder in der Geschichte Miamis und ihm entwickelt sich eine intensive Beziehung, sie spielen miteinander, und Dexter gefällt dieses Spiel. Die Jagd erfordert nicht nur all sein Können, sie führt ihn zurück zu seinen Kindheitserinnerungen, zu eben jenem Trauma, das ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist: ein mordender Soziopath. Die ihm vom Zuschauer entgegengebrachte Sympathie hält sich trotz allem die Balance, weil die Ambivalenz seines Wesens stets evident ist, weil seine emotionale Kälte nicht als Identifikationseigenschaft funktioniert, weil seine Affinität zu Blut, seine Faszi- nation für den Tod den Zuschauer abschreckt und ganz besonders weil die von Dexter praktizierte Form der Selbstjustiz nicht verharmlost wird, sondern nach- denklich stimmt. Bis es zum großartigen Serienstaffelfinale kommt, wird Dexters Kindheitstrauma und somit auch das psychoanalytische Puzzle anhand von Rück- blenden sukzessive aufgearbeitet und zusammengesetzt. Am Ende dieser famo- sen “Whodunit-Serie” und komplexen Charakterstudie ist die Überraschung groß.

Thema: Kurzreviews, Serien | Kommentare (13) | Autor: Kaiser_Soze

Blu-ray: MONSTERS VS. ALIENS (2009)

Donnerstag, 15. Oktober 2009 19:55

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Das einst ernst genommene Ziel von DreamWorks sich mit dem Referenzstudio Pixar zu messen verkam bereits in den letzten Jahren zur rhetorischen Frage. Während Pixar sich stets neu erfindet und davonzieht, begeht DreamWorks von Film zu Film die gleichen Fehler und strampelt auf der Stelle. Die Einspieler- gebnisse mögen stimmen. Die Qualität ihrer Animationsstreifen hingegen nicht. Vor allem will man eines nicht verstehen, was das große Konkurrenzstudio seit Anbeginn verinnerlicht: Das Herzstück eines Animationsfilms ist nicht seine Form, es ist sein Inhalt. Bei DreamWorks zeigt sich dieses Credo folgendermaßen: Brabbelnde Tiere geraten in ungewöhnliche Situationen, eifern nach Slapstick und grinsen dabei dämlich in die Kamera. Das mag Kleinkinder vor dem Fernseher halten. Die meisten Erwachsenen schütteln nur genervt mit dem Kopf. Aus- gerechnet DreamWorks neuester Streich, Monsters vs. Aliens, der bewusst auch das „große“ Publikum anspricht und sich von der „Tier-Thematik“ entfernt, unter- streicht geradezu Pixars Vormachtstellung, so unglaublich einfallslos und dreist zusammengeklaut ist sie, diese gewollte und völlig in den Sand gesetzte Monster- und Alienfilm-Hommage. Als unterhaltsame Reverenz an Genre-Klassiker wie The Fly, Godzilla, Attack of the 50 Foot Woman, Blob, War of the Worlds und viele mehr verpackt in ein kinderfreundliches Action-Abenteuer sollte DreamWorks Neuer funktionieren. Tut er aber nicht, weil dies zum einen alles Filme sind, die das junge Publikum nicht kennt (oder lag genau hier die Intention?) und, vor allem, weil man so impertinent klaut, dass man seinen Augen nicht trauen will. Was Reminiszenz sein möchte, ist ein zusammengeschustertes Konvolut aus Mythen, Ideen und Szenen, die einmal quer durch die Filmgeschichte reichen. Selbst wenn wir nicht so sein wollen, schließlich ist Monsters vs. Aliens immer noch ein für Kinder gedachter Animationsstreifen, dessen Animationen gar nicht so schlecht in Erscheinung treten, muss konstatiert werden, dass selbst die Gags nicht zünden (wenn der US-Präsident beispielsweise die Außerirdischen mit dem „Beverly Hills Cop“-Soundtrack Willkommen heißen will; nur einer vieler Quer- schläger). Ein schreckliches Zitatespiel ist das.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (0) | Autor: Kaiser_Soze