Beitrags-Archiv für die Kategory 'Filmkritiken'

Review: KICK-ASS (2010)

Freitag, 1. Oktober 2010 0:15

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Der Erzähler, der die Geschichte augenzwinkernd kommentiert, ist, wen wundert´s heutzutage noch, ein Geek: Der adoleszente Dave Lizewski (Aaron Johnson), ein Brille tragender Comicfreak und irgendwie eine 2.0-Version von Peter Parker, hat sein Außenseiterleben und das anti-altruistische Verhalten seiner Mitmenschen satt. Da wird er doch in aller Regelmäßigkeit seines Taschengeldes beraubt und keiner kommt ihm zu Hilfe geeilt. Was bleibt dem Comicexperten also übrig, außer in einen knallbunten Neoprenanzug zu schlüpfen, sich mit zwei Schlagstöcken zu bewaffnen und auf der Straße als „Kick-Ass“ für Recht und Ordnung zu sorgen. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (2) | Autor: Anthony

Filmanalyse: VERTIGO (1958)

Mittwoch, 1. September 2010 22:56

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Der „Schwindel“ von „Vertigo“ irritierte das Publikum bei der Weltpremiere im Jahr 1958. Was Alfred Hitchcock da Mysteriöses von sich gab, verstand nicht einmal die zeitgenössische Kritik. Ehe man die Komplexität und Bedeutung dieses Meisterwerks begreifen und zuordnen konnte, verschwand der Film für Jahrzehnte. Hitchcock, ebenso ein Virtuose der Selbstvermarktung, machte die Filmrechte zum Teil seines Erbes und beschwor damit einen Mythos herauf. Als „einer von fünf verschollenen Hitchcocks“ wurde „Vertigo“ 1984, ein Jahr nach dem Ableben des Altmeisters, wiederaufgeführt. Heute zählt der wohl autobiografischste Film des Briten zu den besten Filmen aller Zeiten. [...]

Thema: Filmanalysen, Filmkritiken | Kommentare (3) | Autor: Anthony

Kino: INCEPTION (2010)

Dienstag, 3. August 2010 2:21

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In regelmäßigen Abständen hinterfragt die „Traumfabrik“ die Realität. Ist die Wirklichkeit das, was wir bewusst wahrnehmen, oder ist sie etwas Illusorisches, ein Trugbild oder eine Täuschung etwa? Eigentlich paradox, dass ausgerechnet das Kino, das seit jeher die Realität oder zumindest ein (fiktionales) Abbild ihrer nachzuahmen versucht, und selbst stets nur ein fiktives Produkt geistiger Ausdruckskraft bleibt, die Frage nach der Wirklichkeit stellt. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (6) | Autor: Anthony

Review: DAYBREAKERS (2009)

Freitag, 30. Juli 2010 16:52

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Das noir-futuristische Ambiente ist düster und unterkühlt, die Bauten aseptisch und kalt. Ausgewaschene Bilder, neutrale Farben, ausdruckslose Gesichter: eine unangenehme Atmosphäre ist das. Das Gefühl aber wird stärker, das alles schon zu kennen, irgendwann, irgendwo in irgendeinem Film schon einmal gesehen zu haben. Dann beginnt der Film seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte über Vampire, die Menschen züchten, um ihren Blutdurst zu stillen, Vampire, die, wenn sie ihren Blutdurst nicht stillen, sich sukzessive in Blutsaugende Bestien verwandeln. Hier kämpfen, und das ist vielleicht das originelle in einem Subgenre, das sich selten neu erfindet, Vampire gegen Vampire gegen Menschen und vice versa. Mit der Beschwörung einer Blutsauger-Mythologie hat das, glücklicherweise, aber nichts zu tun. Das nämlich kennen wir, das haben wir gesehen und vielleicht sogar gelesen. Vielmehr erschafft der Film ein interessantes Zukunftsszenario: Wir befinden uns im Jahr 2019. Der Großteil der Menschheit hat sich, wieso auch immer, in Vampire verwandelt. Weil die Menschen und damit die Blutreserven knapp werden, versuchen ein von Blutsaugern geführter Konzern (der Kapitalismus überlebt selbst den Vampirismus) und der misanthropische Vampir und Hämatologe Edward Dalton (Ethan Hawke) einen artifiziellen Blutersatz zu entwickeln. Insgeheim forscht Dalton, der sich auf die Seite der letzten sich zur Wehr setzenden Menschen stellt, allerdings nach einem Heilmittel. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (4) | Autor: Anthony

Review: ZOMBIELAND (2009)

Sonntag, 25. Juli 2010 13:18

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Wenn man die auf Entwicklung des Zombiekinos zusprechen kommt, führt eigentlich kein Weg an des Meisters Meilenstein vorbei: George A. Romeros „Night of the Living Dead“ von 1968 ist für das Nischenkino in etwa so avantgardistisch und bedeutend wie „Easy Rider“ für (New) Hollywood. Eine minimalistische Neuausrichtung, die das Subgenre dringend nötig hatte und bis heute nachfolgende Werke beeinflusste: Romero distanzierte sich von genretypischen Science Fiction-Elementen und Voodoo-Zauber. Erstmals verstand sich der Zombie als kannibalischer Untoter, als triebgesteuerter Hirnloser, dessen Biss einen zu seines Gleichen verwandelt: äußerlich eine halb-verweste Leiche, innerlich nur noch eine von Ur-Instinkten gesteuerte Hülle. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (4) | Autor: Anthony

Retro: BACK TO THE FUTURE (1985)

Dienstag, 20. Juli 2010 19:53

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Seit jeher macht die Science Fiction Zeitreisen zum Gegenstand in Literatur und Film und ist mit dieser Thematik so eng verbunden wie mit kaum einer anderen. Diese Popularität ist gleich mehreren Tatsachen geschuldet: Zum einen sind Zeitreisen ein jahrhundertealter Menschheitswunsch. Die Möglichkeiten, die mit dem Reisen in die Vergangenheit oder Zukunft einhergehen, sind grenzenlos. Zum anderen liegt der Thematik keine empirische Evidenz zugrunde. Zeitreisen sind weder physikalisch noch wissenschaftlich bewiesen. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (10) | Autor: Anthony

Review: FLASHFOWARD (2009)

Mittwoch, 30. Juni 2010 23:02

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Die ersten Minuten der US-amerikanischen TV-Serie „FlashForward“ präsentieren Aufnahmen, die so sehr an 9/11 erinnern, dass die Parallelen leicht auszumachen sind: durch herabstürzende Flugzeuge und Hubschrauber brennende und zerfallene Hochhäuser, Autos liegen zertrümmert und seitenverkehrt wie metallische Leichen auf dem Asphalt, verletzte und ratlose Menschen vor Panik nicht mehr in der Lage zu begreifen, was  da vor sich geht. So weit das Auge reicht, überall ist das Chaos ausgebrochen. Schuld ist nicht etwa ein terroristischer Anschlag, sondern ein bis dahin ungeklärter Blackout, der die Menschen auf der ganzen Welt simultan für 137 Sekunden ohnmächtig werden und sechs Monate später in die Zukunft blicken lässt. [...]

Thema: Filmkritiken, Serien | Kommentare (4) | Autor: Anthony

Review: MINORITY REPORT (2002)

Dienstag, 1. Juni 2010 18:53

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Washington, D.C., 2054.

Unsortierte Szenenfragmente füllen die Leinwand aus. Etwas Gefährliches bahnt sich da an. Schwer einzuordnende Bilderfetzen, so surrealistisch zusammengeworfen, dass sie einem Traum hätten entspringen können, zeigen einen Mord. Genau genommen, einen zukünftigen Mord. Diese Aufnahmen sind das Produkt einer zwiespältigen Gabe dreier Geschwister, die man die Precogs, die Präkognitiven, nennt. Liegend in einer grün-bläulichen Substanz, schwebend in einem Zustand irgendwo zwischen dem Träumen und dem Wachsein, sehen sie in die Zukunft. Sie funktionieren nur als Kollektiv, unzertrennlich wie die Dreifaltigkeit. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (8) | Autor: Anthony

Review: THE FALL (2006)

Sonntag, 16. Mai 2010 16:25

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Der indische Regisseur Tarsem Singh hatte die Vision eines epischen Fantasy-Dramas. Das Problem: Er bekam seinen kunstvollen Drehbuchstoff nicht finanziert. Die Lösung: Schulden machen, elf Jahre vorbereiten, vier Jahre drehen und in über zwanzig Länder reisen.

Zeit und Ort spielen bei „The Fall“ auch über die eigene Genesis hinaus eine sig- nifikante Rolle: Der semi-surrealistische Kunstfilm des eher mäßig bekannten Filmemachers ist verortet in den 1920er Jahren in einem im Kolonialstil gehaltenen Krankenhaus in Los Angeles, nicht weit entfernt von der aufkommenden Traumfabrik Hollywood. Filmgeschichtlich befinden wir uns in der Ära der Stummfilme: Roy ist Stuntman. Roy war Stuntman. Bei einer halsbrecherischen Szene nämlich ist er gestürzt, er ist ge“fall“en. Nun liegt er in einem Krankenhaus, scheinbar Querschnittgelähmt und mit dem Gedanken sich umzubringen. Durch den Unfall hat er zweierlei verloren: Die Fähigkeit zu laufen und die Fähigkeit geliebt zu werden. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Anthony

Blu-ray: COLLATERAL (2004)

Freitag, 14. Mai 2010 18:54

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Fast schwerelos schwebt das Taxi durch die Schluchten einer Großstadt, durch ein von Gleichgültigkeit durchzogenes Moloch. Seine Augen strahlen innere Unruhe aus. Der gesellschaftliche Abschaum kotzt ihm ins Taxi. Jede Nacht ist eine traumähnliche Fahrt, wie die in einer Geisterbahn. Einzig die Lichter der Stadt, die grellen Neonreklamen, die Straßenlaternen, die Scheinwerfer entgegenkommender Autos erhellen die Dunkelheit, werfen Schatten und Farben auf seine Haut. Ein unheimlicher Trip ist das. Surreal und reell zugleich. Desillusioniert und hasserfüllt fährt der Fahrer, sein Name ist Travis Bickle, fast ziellos durch die Straßen von New York. Der Krieg hat sein Leben verändert. Oder anders gesagt: Der Krieg hat, so kann man es verstehen, seine Perspektiven und Ansichten verrückt. Er ist der Alptraum für jeden Fahrgast. Oder ist es anders herum? Sind die Fahrgäste der Alptraum für ihn? [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (9) | Autor: Anthony