Donnerstag, 24. Dezember 2009 0:52

Vergessen wir die schon fast zum Mythos mutierte und breitgetretene Genesis von James Camerons propagierten Jahrzehntsfilm, vergessen wir den exaltierten Hype um den von vielen Seiten angepriesenen Überfilm, der durch den Einsatz neu entwickelter 3D-Kameras das Kino revolutionieren soll. Konzentrieren wir uns anstatt dessen auf das, was es zu besprechen gilt: Avatar, James Camerons erster Teil seiner (potenti- ellen) Science-Fiction-Trilogie.
Der griechischen Mythologie zufolge bricht mit dem Öffnen der Büchse der Pan- dora, der von Hephaistos auf Zeus Geheiß geschaffenen Frau, deren Erschaffung die Menschheit als Strafe für das von Prometheus gestohlene Feuer verstehen soll, alles “Schlechte” und Unheilvolle über die einst trostvolle Erde ein. Auch in Avatar wird die Unberührtheit und der Einklang, das Gleichgewicht und der Frie- den mit sich selbst und der Natur ge- und zerstört. Es kommt also nicht von unge- fähr, wenn James Cameron mit ungeschickter Holzhammersymbolik den Planeten der Na´vi (dreimetergroße, schlumpffarbene humanoide Eingeborene), der von den Menschen aus kapitalistischen und kolonialistischen Gründen annektiert wird, um an dessen unschätzbare Ressourcen zu gelangen, Pandora nennt, ein erd- ähnlicher Himmelskörper, dessen atemberaubende Flora fluoreszierende Blumen, riesige Mammutbäume, schwebende Gesteinsfelsen und einen mit einem biolo- gisch-chemischen Netzwerk versehenen Dschungel bestaunen lässt. […]