Beitrags-Archiv für die Kategory 'Essays'

Essay: 3D – Das Kino der Ekstase

Freitag, 2. April 2010 0:02

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Ein technischer Fortschritt bedeutet nicht selten zugleich ein Rückschritt des Kinos. Vor allem das Blockbusterkino, das ohnehin fast ausschließlich darum bemüht ist Oberflächenreize zu generieren, „leidet” qualitativ am meisten unter dieser Entwicklung, oblgeich die blanken Verkaufszahlen eine andere Sprache sprechen. Der immense Erfolg dieses „Genres” kommt nicht von ungefähr. Blockbusterkino ist Mainstream, ist (zumeist) einfaches Kino, das inhaltliche Makel mit „State of the Art”, also mit der höchstentwickelten Computertechnik, zu kompensieren versucht. Die löblichen Einspielergebnisse, könnte man sagen, geben den Mainstream-Filmemachern Recht. Grandiose Effekte, faszinierende Animationen, die Sprengung der visuellen Grenzen, das ist es, was die Massen in die Lichtspielhäuser lockt. Ein Kino für das Auge. Nicht für den Geist. [...]

Thema: Essays | Kommentare (7) | Autor: Anthony

Essay: Die cineastischen Nuller-Jahre

Donnerstag, 31. Dezember 2009 0:05

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Es geht schon in Ordnung, wenn “Der Spiegel” die jetzt auslaufende Dekade als “verlorenes Jahrzehnt” bezeichnet. Zumindest in einem gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Sinn mag das durchaus zutreffen. Die Bestandsaufnahme der so genannten “Nuller-Jahre” ist indes in vielerlei Hinsicht kein erfreulicher Anblick und sie beweist, dass der Mensch nicht nur apathisch dabei zusieht, wie er vorsätzlich Fehler begeht, schlimmer noch, er lernt nicht dazu und begeht sie ein weiteres Mal. Die Weltwirtschaftskrise untermauert diese These gleich in mehrfacher Hinsicht. Während die Regierungen und Zentralbanken dieser Welt die geplatzten Finanzblasen zu schließen versuchen, indem sie die Märkte und Börsen mit Finanzspritzen, Konjunkturpaketen und Staatssubventionen versorgen, entsteht das oben beschriebene Paradoxon. Anstatt aus den Fehlern zu lernen, wächst die Gier nach Geld so wie sie zu Beginn der Weltwirtschaftskrise von der Gesellschaft verdammt wurde. Die Banker und Manager, die eigentlich aufgrund ihres Verschuldens die Verlierer der Krise sein sollten, zocken wieder maßlos, spekulieren, und sie werden sich abermals verschätzen. [...]

Thema: Essays | Kommentare (16) | Autor: Anthony

Essay: YOU ARE NOT WELCOME

Montag, 21. Dezember 2009 21:27

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Das Kino versteht den Extraterrestrischen, den Außerirdischen, mit wenigen Ausnahmen, von denen Steven Spielbergs „E.T.“ die bekannteste ist, zumeist als fremdartige Bedrohung, als Weltenvernichter, Menschheitszerstörer oder feindseligen Imperialisten. Spielbergs Alien-Film über den wohl menschlichsten aller Außerirdischen verkehrte das Alien-Mensch-Verständnis ins Gegenteil: Nicht der weit gereiste Unbekannte verkörpert das personifizierte Böse, das Unheil in Gestalt von experimentiergeilen Wissenschaftlern geht von den Menschen aus. Am Ende dieses 80er-Jahre-Genreklassikers ist alles wieder in Ordnung: E.T. kehrt nach Hause zurück und verschwindet. Ein guter Gastgeber scheint der Mensch also nicht zu sein. Das hat unter anderem folgenden Grund: Nicht selten musste der Alien als Allegorie herhalten, als Sinnbild für den amerikanischen Feind. Während des Kalten Krieges hieß dieser Russland. Ein Angriff aus dem All, das bedeutete nichts anderes als ein Präventivschlag der Kommunisten. [...]

Thema: Essays | Kommentare (18) | Autor: Anthony