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Filmanalyse: VERTIGO (1958)

Mittwoch, 1. September 2010 22:56

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Der „Schwindel“ von „Vertigo“ irritierte das Publikum bei der Weltpremiere im Jahr 1958. Was Alfred Hitchcock da Mysteriöses von sich gab, verstand nicht einmal die zeitgenössische Kritik. Ehe man die Komplexität und Bedeutung dieses Meister- werks begreifen und zuordnen konnte, verschwand der Film für Jahrzehnte. Hitchcock, ebenso ein Virtuose der Selbstvermarktung, machte die Filmrechte zum Teil seines Erbes und beschwor damit einen Mythos herauf. Als „einer von fünf verschollenen Hitchcocks“ wurde „Vertigo“ 1984, ein Jahr nach dem Ableben des Altmeisters, wiederaufgeführt. Heute zählt der wohl autobiografischste Film des Briten zu den besten Filmen aller Zeiten. […]

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Kino: THE EXPENDABLES (2010)

Sonntag, 29. August 2010 15:03

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Wenn Sylvester Stallone einlädt zu einem augenzwinkernden Schaulaufen sicht- lich gealterter Actionikonen (Dolph Lundgren, Arnold Schwarzenegger, Bruce Wil- lis, Jet Li, Mickey Rourke), die ihren designierten Nachfolgern (Jason Statham, Terry Crews, Randy Couture) in erstaunlich abgeklärter Selbstverständlichkeit die Knarren weiterreichen, dann versteht sich das nicht nur als ehrerbietiger Abge- sang  auf die Actionfilme der achtziger und neunziger Jahre, die geprägt wurden von eben jenen Leinwand-Heroen, sondern auch als veritable Reflexion über das unaufhaltsame Voranschreiten der eigenen Natur. Es hat schon seinen Charme, wenn ausgerechnet „Sly“ Stallone, der für die Renaissance des körperbetonten Action-Genres mitverantwortlich zeichnet, Freunde, Kollegen und ehemalige Kon- kurrenten zu einer klassischen Actionorgie versammelt und bei allem Testos- teron-Überschuss noch über sich selbst lachen kann. So viel Selbstironie hätte man „Rambo“ nicht zugetraut. Letzten Endes ist dieser Ensemblefilm, den wir uns insgeheim doch alle ein wenig gewünscht haben, nicht mehr als ein konventio- neller, mit den genretypischen Zutaten (Explosion hier, Verfolgungsjagd da) ange- reicherter Actionfilm, der sich vor allem zum Ende hin in seinen ausschweifenden, eigentlich ernst gemeint, nicht selten aber unfreiwillig komisch wirkenden Brutalo-Momenten verliert.

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Review: REMEMBER ME (2010)

Samstag, 28. August 2010 10:33

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Zeitverschwenderisches Zwei-Stunden-Ärgernis mit Möchtegern-Schauspieler Ro- bert Pattinson in der Hauptrolle eines stark konstruierten Liebesdramas, das in hundertfünfzig Minuten Spiellaufzeit nicht einmal Verständnis für das Innenleben seiner Schicksalsgeprägten Adoleszenten aufbringt. Den Tiefpunkt erreicht diese auf Zelluloid transferierte vor sich hin plätschernde Langeweile im Pietätlosen Fi- nale: Aus drehbuchtechnischen Gründen stellt der Film plötzlich und unerwartet eine unnötige Verbindung zu 9/11 her, die in ihrer impertinenten Plakativität nur zum Fremdschämen ist. Was haben Sie sich dabei gedacht, Will Fetters? Nicht einmal ein Script Doctor hätte dieses verkorkste Drehbuch noch retten können. Nur Schrott!

Veröffentlichungstermin: 30. August.

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Magic Moments: DONNIE DARKO

Donnerstag, 12. August 2010 16:20

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Donnie: “Warum trägst du dieses dumme Hasenkostüm?”
Frank: “Warum trägst du dieses dumme Menschenkostüm?”

- Jake Gyllenhaal alias Donnie Darko und James Duval alias Frank in Richard Kellys “Donnie Darko”

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Review: THE LOVELY BONES (2009)

Dienstag, 10. August 2010 12:27

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In seinem neuen Film „The Lovely Bones“ lädt „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson ein zu einer psychedelischen Meditation über das Leben nach dem Tod. Er erzählt, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alice Sebold, die Kriminal-Geschichte der 14-jährigen Susie Salmon (Saoirse Ronan), die ermordet wurde von einem pädophilen Serienmörder: ihrem Nachbarn Harvey (Stanley Tucci spielt den wohl stereotypsten Kinderschänder der letzten Jahre) und aus dem Jenseits ihr Ableben kommentiert. Unterbrochen wird dieses melancholische Sinnieren über das Leben danach, das einfallsreich und malerisch bebildert (gleich einer drogen- induzierten CGI-Oper) allerdings stets den Eindruck vermittelt, der paradiesische Himmel sei die bessere Alternative zum sterblichen Erdendasein (ohnehin bedeu- tet Sterben hier Freiheit), von konventionellen Inhalten eines Gerechtigkeits- thrillers, der die Identität des Mörders schon zu Beginn aufdeckt. Ein Gespür für zwischenmenschliche Töne und für das Innenleben seiner zerbrechlichen Figuren entwickelt Jackson dabei nur selten. Der einstige Funsplatter-Regisseur, der fast ausschließlich um märchenhafte Digitalpoesie bemüht ist, inszeniert an der The- matik und der literarischen Vorlage vorbei. So viel sinnentleerter Esoterik-Kitsch hätte man dem Neuseeländer nicht zugetraut.

Blu-ray-Veröffentlichung: 19. August. Das Bild ist sauber, scharf und strahlt die verspielten Himmelsbilder farbgetreu und saftig aus. Der 5.1-Sound hingegen gibt sich blass und wenig räumlich. Die Special Features (in HD) haben eine Gesamt- spieldauer von etwa drei Stunden (z.B. Auszüge aus dem Produktionstagebuch).

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Kino: INCEPTION (2010)

Dienstag, 3. August 2010 2:21

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In regelmäßigen Abständen hinterfragt die „Traumfabrik“ die Realität. Ist die Wirk- lichkeit das, was wir bewusst wahrnehmen, oder ist sie etwas Illusorisches, ein Trugbild oder eine Täuschung etwa? Eigentlich paradox, dass ausgerechnet das Kino, das seit jeher die Realität oder zumindest ein (fiktionales) Abbild ihrer nach- zuahmen versucht, und selbst stets nur ein Produkt geistiger Ausdruckskraft bleibt, die Frage nach der Wirklichkeit stellt. […]

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Review: DAYBREAKERS (2009)

Freitag, 30. Juli 2010 16:52

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Das noir-futuristische Ambiente ist düster und unterkühlt, die Bauten aseptisch und kalt. Ausgewaschene Bilder, neutrale Farben, ausdruckslose Gesichter: eine unangenehme Atmosphäre ist das. Das Gefühl aber wird stärker, das alles schon zu kennen, irgendwann, irgendwo in irgendeinem Film schon einmal gesehen zu haben. Dann beginnt der Film seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte über Vampire, die Menschen züchten, um ihren Blutdurst zu stillen, Vampire, die, wenn sie ihren Blutdurst nicht stillen, sich sukzessive in Blutsaugende Bestien ver- wandeln. Hier kämpfen, und das ist vielleicht das originelle in einem Subgenre, das sich selten neu erfindet, Vampire gegen Vampire gegen Menschen und vice versa. Mit der Beschwörung einer Blutsauger-Mythologie hat das, glücklicher- weise, aber nichts zu tun. Das nämlich kennen wir, das haben wir gesehen und vielleicht sogar gelesen. Vielmehr erschafft der Film ein interessantes Zukunfts- szenario: Wir befinden uns im Jahr 2019. Der Großteil der Menschheit hat sich, wieso auch immer, in Vampire verwandelt. Weil die Menschen und damit die Blutreserven knapp werden, versuchen ein von Blutsaugern geführter Konzern (der Kapitalismus überlebt selbst den Vampirismus) und der misanthropische Vam- pir und Hämatologe Edward Dalton (Ethan Hawke) einen artifiziellen Blutersatz zu entwickeln. Insgeheim forscht Dalton, der sich auf die Seite der letzten sich zur Wehr setzenden Menschen stellt, allerdings nach einem Heilmittel. […]

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Zweitsichtung: SHUTTER ISLAND (2010)

Dienstag, 27. Juli 2010 21:29

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Gerade bei einem vieldiskutierten Psychothriller wie „Shutter Island“ macht eine Zweitsichtung auf dem heimischen Bildschirm durchaus Sinn: Die Geschichte ist bekannt und, wichtiger noch, das Ende auch. Mit diesem Vorwissen ist man sensibilisiert für feine Details und assoziative Anspielungen, die man fortan intuitiv in den interpretatorischen Gesamtkontext stellen kann. An meiner persönlichen Meinung zum Film hat die Zweitsichtung nur wenig gerüttelt: Noch immer bin ich gefesselt von Martin Scorseses brillantem Handwerk, von Robbie Robertsons ungemütlich-brachialen Klängen und Robert Richardsons virtuoser Kameraarbeit. Inszenatorisch ist das ganz großes Kino der alten Schule. Kommen wir zum spannenderen Teil: zur Interpretation/Auflösung des Films. Ein wenig bin ich, wohl zur Überraschung meiner Nervgeprüften Leser, von meiner Überzeugung eines zweideutigen Finales abgewichen: Natürlich, und das habe ich auch schon zuvor unterstrichen, kann man den Film dahingehend verstehen, dass Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) tatsächlich der 67. Patient ist. Das machen viele evidente und als solche eher unscheinbare Anspielungen und die präzise Erläuterung des Doktors am Ende deutlich. Was mir aber schon seit dem Kinobesuch zu denken gibt, ist der letzte Dialog von Daniels: „Which would be worse, to live as a mon- ster or to die as a good man?” Dieser Satz impliziert, dass er sich seiner Situation, ein geisteskranker Patient in einer von der Außenwelt abgeschotteten Nerven- heilanstalt zu sein, bewusst ist. Dieses Bewusstsein mag allerdings nicht dazu passen, dass er gegen Ende wieder in die Rolle des Marshalls schlüpft, schließlich hat der Doktor konstatiert, dass er sich über einen längeren  Zeitraum, in einem sich wiederholenden Rhythmus, von Anfang bis Ende in seiner Wahnvorstellung, befindet. Dieser Widerspruch lässt meines Erachtens die Geschehnisse in einem zwiespältigen Licht erscheinen. Die Kino-Rezension wurde entsprechend geän- dert.

Blu ray-Veröffentlichung: 02. August. Die Scheibe lohnt sich: scharfes, sauberes Bild, wuchtiger Klang, interessante Extras. Wer einen Full HD-Fernseher und eine vernünftige Heimkino-Anlage sein Eigen nennt, darf die Scheibe sogar als Re- ferenz nehmen.

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Review: ZOMBIELAND (2009)

Sonntag, 25. Juli 2010 13:18

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Wenn man die auf Entwicklung des Zombiekinos zusprechen kommt, führt eigent- lich kein Weg an des  Meisters Meilenstein vorbei:  George R. Romeros „Night of the Living Dead“ von 1968 ist für das Nischenkino in etwa so avantgardistisch und bedeutend wie „Easy Rider“ für (New) Hollywood. Eine minimalistische Neuaus- richtung, die das Subgenre dringend nötig hatte und bis heute nachfolgende Wer- ke beeinflusste: Romero distanzierte sich von genretypischen Science Fiction-Ele- menten und Voodoo-Zauber. Erstmals verstand sich der Zombie als kannibalischer Untoter, als triebgesteuerter Hirnloser, dessen Biss einen zu seines Gleichen verwandelt: äußerlich eine halb-verweste Leiche, innerlich nur noch eine von Ur-Instinkten gesteuerte Hülle. […]

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Retro: BACK TO THE FUTURE (1985)

Dienstag, 20. Juli 2010 19:53

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Seit jeher macht die Science Fiction Zeitreisen zum Gegenstand in Literatur und Film und ist mit dieser Thematik so eng verbunden wie mit kaum einer anderen. Diese Popularität ist gleich mehreren Tatsachen geschuldet: Zum einen sind Zeit- reisen ein jahrhundertealter Menschheitswunsch. Die Möglichkeiten, die mit dem Reisen in die Vergangenheit oder Zukunft einhergehen, wären grenzenlos. Zum anderen liegt der Thematik keine empirische Evidenz zugrunde. Zeitreisen sind weder physikalisch noch wissenschaftlich bewiesen. […]

Thema: Filmkritiken, Nostalgie | Kommentare (10) | Autor: Kaiser_Soze