Beiträge vom März, 2011

Nominiert: SUPERBLOGS 2011

Donnerstag, 31. März 2011 19:50

Die Superblogs werden wieder gewählt. Dieses Jahr ist auch meine Seite “Intermoviession” unter den Nominierten in der Kategorie “Film” dabei. Das freut mich natürlich. Vielen Dank daher schon einmal an dieser Stelle. Nun ja, eigentlich müsste ich ja jetzt einige Wahlversprechen geben, die ich aber ohnehin nicht halten werde. Ach nee, so läufts ja nur in der Politik. Ansonsten kann ich nur sagen: Gebt eure Stimme ab – für wen auch immer. Wenn ihr allerdings den unaufhörlichen Drang verspüren solltet, doch für mich bzw. meinen Blog zu voten, geht das in Ordnung. Gewählt wird vom 01. bis zum 07. April. Über das “Superblog”-Bild geht´s ab Morgen zum Voting.

Thema: Sonstiges | Kommentare (2) | Autor: Anthony

Review: THE GHOST WRITER (2010)

Dienstag, 29. März 2011 0:09

Das war nicht zu erwarten: Der fast schon abgeschriebene Altmeister Roman Polański kehrt zurück – wenn auch still und leise. Ausgerechnet mit seinem vielfach ausgezeichneten Politthriller „The Ghost Writer“, den er nach seiner Festnahme in der Schweiz unter „Hausarrest“ zu Ende postproduzierte, gelang ihm ein kleines Meisterstück, ein brillanter Genrefilm, der, und das ist ebenso überraschend wie erfrischend, den dramaturgischen Konventionen des politischen Verschwörungsthrillers nur selten, wenn überhaupt, die Treue schwört. Wie der Titel schon andeutet, kreist der Film um einen „Ghostwriter“, in diesem Fall ein ungelenker, aber in seinen Gesten subtiler Ewan McGregor, der, wie zu erwarten, die (politische und biografische) Wahrheit über seinen Klienten, den ehemaligen britischen Premierminister Adam Lang (geradezu augenzwinkernd besetzt: Mr. Ex-James Bond Pierce Brosnan), dessen Memoiren er überarbeiten und zu Ende schreiben soll, herausfindet. In dieser Wahrheit, so wird sich herausstellen, verbirgt sich eine Menge kritischer Seitenhiebe gegen die politische Spitze Großbritanniens und gegen die der USA. Ein Film, in seiner politischen Meinung so geradeaus wie nur wenige Filme zuvor, mit dem man sich nicht unbedingt Freunde schafft. Das scheint Polański allerdings herzlich egal zu sein: So verkommt bei ihm dieses konstruierte Politszenario, wie schon oft gesehen und erlebt, nicht zum universellen Fundament für ausgefeilte Suspense-Momente. Hier wird kaum eine Situation, kaum eine Szene mit Spannung aufgeladen; so etwas wie eine geschickte, nach Hitchcock-Mustern aufbereitete Suspense-Montage gibt es nicht. Die Dinge geschehen, fast beiläufig: Schon zu Beginn bekommt ein spaziergehender McGregor von zwei Motorradfahrern eins übergezogen und wird eines „wichtigen“ Dokuments bestohlen. Von Suspense keine Spur. Was aber macht diesen virtuos, bewusst reserviert inszenierten Film so sehenswert? Es sind die unauffällig schönen, aber dennoch bedrohlich wirkenden Bilder, die Polański findet: Ewan McGregor bewegt sich, ja, fast schon geisterhaft, durch eine pittoreske, aber architektonisch sterile, menschlich unterkühlte Welt: Das kantige, moderne und wie ein Gefängnis anmutende Strandhaus, indem der „Ghost“ das Manuskript zu Ende schreiben soll. Die wunderschönen Weiten des Strandes. Die weitläufige Leere der Insel. All das ist wunderschön. Und auf eine unheimliche Art und Weise kalt. Kaum ein Regisseur „zeichnet“ derart ausdrucksstarke, feingeistige Sinnbilder politischer Skrupellosigkeit wie Roman Polański. Ein Großmeister kehrt zurück – wenn auch still und leise. (8)

Thema: Filmkritiken | Kommentare (5) | Autor: Anthony

Retro: SPELLBOUND (1945)

Mittwoch, 16. März 2011 23:21

Der mittlerweile in die Jahre gekommene Dr. Murchision (Leo G. Carroll) soll vom deutlich jüngeren, aber nicht minder renommierten Dr. Edwardes (Gregory Peck) als Leiter einer psychiatrischen Heilanstalt abgelöst werden. Schon bei der Ankunft und dem ersten Aufeinandertreffen macht der vitale Nachfolger Eindruck auf die frigide und äußerst reizvolle Psychoanalytikerin Dr. Petersen (Ingrid Bergman). Schnell wird deutlich, dass etwas mit dem designierten Chefarzt nicht stimmt: Im Bruchteil einer Sekunde wird aus dem zurückhaltenden Intellektuellen ein verängstigter und verwirrter Schizophrener. Es stellt sich heraus, dass der junge Mann im Zuge einer Psychose unbewusst die Identität des echten Dr. Edwardes angenommen hat. An seine wahre Persönlichkeit kann sich der unter Amnesie leidende Kranke nicht mehr erinnern. Mithilfe der Psychoanalyse und der freudschen Traumdeutung versuchen die beiden Verliebten der Wahrheit, die verborgen liegt im Unterbewusstsein des unzurechnungsfähigen Geisteskranken, auf die Spur zu kommen. Mit „Spellbound“ kommt Alfred Hitchcock erstmals auf filmische Weise mit der Psychoanalyse in Berührung. Ein tatsächliches Interesse für die Tiefenpsychologie, das weiter geht als das verquaste Fachsimpeln über Schuldkomplexe und (post-)traumatische Erlebnisse, wird Hitchcock allerdings erst Jahre später entwickeln (vgl. „Vertigo“ & „Psycho“). Das psychologische Konstrukt in „Spellbound“ nämlich bleibt stets nur bedeutungsschwangere Staffage. Im Grunde ist Hitchcock nicht wirklich interessiert am geistesgestörten Innenleben von Gregory Pecks Figur oder an der Psychoanalyse als komplexe Wissenschaftstheorie. Der psychoanalytische Aspekt ist lediglich Mittel zum Zweck und nicht mehr als das Fundament für Hitchcock-typische Suspense-Momente (exemplarisch: die grandios inszenierte „Rasiermesser“-Szene). „Spellbound“ ist bei näherer Betrachtung also kein psychoanalytischer Film, obgleich fast ununterbrochen über die Psychoanalyse geredet wird, sondern vielmehr ein in seiner konventionellen Narration gewöhnlicher, aber durchaus effektiver Genrewandler, irgendetwas zwischen kitschiger Liebesromanze und spannungsgeladenem Whodunit-/Identitäts-Thriller, der außergewöhnliche Bilder voller Symbolik (er-)findet (besonders hervorzuheben sei natürlich die berühmte, von Salvador Dalí entworfene Traumsequenz), die das mentale Unbewusste und Verborgene seines Protagonisten sprichwörtlich offenlegen. (6)

Thema: Filmkritiken | Kommentare (0) | Autor: Anthony

Kino: TRUE GRIT (2010)

Dienstag, 8. März 2011 6:46

An jeder Drehbuchecke lauern sie, die Coen-Brüder, linsen hinter dem roten Kinovorhang hervor und beobachten gespannt, wie das Publikum auf ihre dekorierten Skriptideen und selbstgefälligen Inszenierungseinfälle reagiert. Das machen die beiden schon seit… ach, eigentlich machen sie das schon immer so, nur ist das einem nie so deutlich aufgefallen wie in ihrem neuen Film „True Grit“, einem losen Quasi-Remake des gleichnamigen Westernfilms von 1969. [...]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (4) | Autor: Anthony

In eigener Sache: Blog-Wüste

Samstag, 5. März 2011 11:19

Seit nun mehr als zwei Wochen geschieht hier nichts mehr: keine Reviews, keine News, keine sonstigen Beiträge, nichts. Leider bin ich durch private Angelegenheiten (Wohnungssuche, Umzugsvorbereitungen etc.) momentan zeitlich ein wenig eingeschränkt. Nur schwer finde ich die Zeit Filme zu sehen und darüber zu schreiben. Dazu kommt eine starke Erkältung, die mir einen klaren Kopf verwehrt. Ich will nicht jammern, ich will nur sagen: Keine Sorge, spätestens Mitte nächster Woche soll es hier wieder rund gehen, oder zumindest soll man hier wieder etwas zum Lesen finden. Bis dahin.

Thema: Sonstiges | Kommentare (4) | Autor: Anthony