Kino: SHUTTER ISLAND (2010)

Diese Rezension enthält Spoiler!
US-Marshal Edward „Teddy“ Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) sollen das Verschwinden einer geistesgestörten und dreifach mordenden Patientin namens Rachel Solando aufklären. Sie werden auf die Insel Shutter Island gerufen, auf der sich das hoch gesicherte Spezialgefängnis für psy- chisch kranke Schwerverbrecher befindet, und das nur mit der Fähre zu erreichen ist. Und nur mit ihr gelangt man wieder aufs Festland zurück. Rachel Solando also muss sich, insofern sie noch lebt, auf der Insel befinden.
Nur ist von der gefährlichen Geisteskranken, die scheinbar einfach so aus ihrem gesicherten Zimmer und einem Trakt voller Personal spaziert ist, keine Spur. Zudem wütet seit der Ankunft der beiden Gesetzeshüter ein arger Sturm auf der Insel. Lauter und ekstatischer Regen, wie man ihn nur aus Films noir kennt, prasselt unentwegt und stur auf die Dächer der Psychiatrie herunter.
Und nicht nur, dass der Niederschlag ein Entkommen von der unheimlichen Insel unmöglich macht, sukzessive kommt bei „Teddy“ Daniels, der selbst mit einem Weltkriegstrauma und dem Ableben seiner geliebten Frau zu kämpfen hat, der Verdacht auf, dass der suspekte Leiter der Heilanstalt, Dr. John Cawley (Ben Kingsley), lobotomische Experimente bei seinen Patienten durchführen lässt, um die Insassen gefügiger zu machen und um die Gehirnforschung voranzutreiben.
Des Rätsels Lösung Herr zu werden gestaltet sich allerdings schwerer als gedacht. Zum einen leidet Teddy unter Wahnvorstellungen und Alpträumen; er wird zunehmend paranoider; zum anderen ist er in erster Linie aus persönlichen Gründen dem Geheiß seiner Dienststelle gefolgt: Der Mörder seiner Frau, Andrew Laddies, der das Haus der Daniels in Brand setzte und damit den Tod von Dolores besiegelte, sitzt angeblich im Asheville Hospital ein.
Zu Beginn der Untersuchung finden die beiden Cops in Rachel Solandos Zelle einen Hinweis: „The Law of 4. Who is 67?“ steht auf einem Zettel. Es müsse, so Teddy, also einen versteckten 67. Patienten geben. Als Teddy die verschwundene Patienten Rachel Solandos in einer Höhle an den Klippen entdeckt, glaubt er, der Aufklärung des Falls nahe gekommen zu sein.
Eine ähnliche Geschichte wie diese erzählte das Kino bereits vor mehr als neun Jahrzehnten: Laut Francis, dem Erzähler und Protagonisten der Geschichte, instrumentalisiert ein scheinbar wahnsinniger Doktor einen Schlafwandler zum Mörder. Am Ende hingegen wendet sich das Blatt: Die schrecklichen Ereignisse entpuppen sich als Wahnvorstellung des Erzählers. Francis ist ein geistesgestörter Insasse einer psychiatrischen Irrenanstalt, deren Leiter der zur Bestie verschriene Doktor ist. Dieser avantgardistische Stummfilm, man kennt Robert Wienes expressionistisches Meisterwerk unter dem Titel „Das Cabinet des Dr. Caligari“, ist fast so alt wie das Kino selbst und ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Martin Scorseses neuer Film funktioniert im Grunde genauso, weil der Italo-Amerikaner die Mechanismen des Kinos virtuos beherrscht. „Shutter Island“ ist letzten Endes also nicht nur ein brillant inszenierter Psychothriller, sondern auch ein cineastisches Lehrstück, das zeigt, wie Kino seit jeher funktioniert.
Der Film spielt im Jahr 1954, inmitten des Kalten Krieges und der anti-kommunistischen McCarthy-Arä: die vom Zweiten Weltkrieg heimgekehrten GIs sind traumatisiert, ihre Seelen durch die Gräuel des Krieges, die omnipotente Gewalt und den sinnlosen Tod geschunden. „Teddy“ ist so eine geschundene Seele. Posttraumatische Belastungsstörungen, evoziert durch amoralische Kriegshandlungen (hier: das Dachau-Massaker) und den Tod seiner Frau, verrücken seine Wahrnehmung: er nimmt paranoische Verhaltensmuster an, verhält sich seltsam, wittert eine bis zur Regierung gehende Verschwörung gegen sich selbst und gegen die Patienten des Asheville Hospitals.
Ist der von signifikanten Albträumen heimgesuchte Teddy nun selbst ein Verrückter? Oder Opfer eines irrsinnigen, durch Gewässer von der Außenwelt abgeschotteten, inhumanen Systems? Erwähnenswert, an dieser Stelle, ist übrigens, wie brillant Scorsese den Raum einengt: die Insel, der man nicht zu entrinnen vermag, weit entfernt von gesellschaftlicher Kontrolle und moralischem Pflichtbewusstsein; das Sanatorium, auf den ersten Blick offen, großflächig, mit zunehmender Spieldauer allerdings wird die Kulisse düsterer, die steinerne Einrichtung verwinkelter, die Zellen kühler, ähnlich einem Labyrinth; und mit dieser Verlagerung wird “Shutter Island” zudem unheimlicher und gruseliger.
In einer Höhle entdeckt Teddy die entlaufene Rachel Solando, höchstwahrscheinlich eine Halluzination. Sie erklärt ihm, sie sei keine Patientin, habe nie Kinder gehabt; sie sei Ärztin im Asheville gewesen, die über die lobotomischen Experimente Bescheid wisse, wie der Rest des Personals. Die McCarthysche Verschwörung reiche bis nach ganz oben. Das System funktioniere so: Man rede solange auf die Patienten ein, bis diese davon überzeugt seien, geistesgestört zu sein. Das gleiche mache man momentan mit Teddy. Er wisse schon zu viel, man wolle ihn gefügig machen, indem man ihm erkläre, er selbst sei ein posttraumatisierter, psychisch labiler und gefährlicher Insasse.
Lange ist unklar, ob das vom Zuschauer Wahrgenommene der filmischen Realität oder dem kranken Geiste des Protagonisten Teddy entspringt. Bis kurz vor Schluss kann der Zuschauer den (Trug-) Bildern nicht trauen, dann, inmitten der von Scorsese minutiös geplanten Plotwendung, wird aufgeklärt: Laut Doktor Cawley halluziniert Teddy, er erschaffe sich eine fiktive Welt, um die Wahrheit zu verdrängen und zu kompensieren: traumatisiert durch die Kriegserfahrungen in Dachau greift der heimgekehrte Teddy zur Flasche. Der Alkohol überschattet die Geisteskrankheit seiner manisch-depressiven Ehefrau, die aus ihrer psychischen Störung heraus die eigenen drei Kinder ermordet. Teddy bricht zusammen und erschießt daraufhin seine Frau. Von Schuldgefühlen und einem Kriegstrauma geplagt, wird er schließlich in eine progressive Nervenheilanstalt eingewiesen. Ergo: Teddy ist Andrew Laddies, Edward Daniels (ein Anagramm) sei nur eine erfundene Zufluchtspersönlichkeit, eine Scheinidentität.
Teddy scheint angesichts der aufschlussreichen Erläuterung durch Dr. Cawley, den evidenten Anspielungen und den eindeutigen Motiven tatsächlich ein traumatisierter und von Wahnvorstellungen geplagter Patient zu sein. Dennoch erscheint ausgerechnet Teddys letzter Dialog widersprüchlich: Kurz vor dem Abspann nämlich sehen wir ihn sitzend vor den Stufen der Anstalt. Der Regen ist verschwunden. Stattdessen strahlt die Sonne warme Farben aus. Er raucht, unterhält sich mit Chuck, seinem Partner/Psychiater. Er kehrt, wieder einmal, in seine fiktive Welt zurück. Zu Chuck sagt er: „Which would be worse, to live as a monster or to die as a good man?”
Spricht hier der Wahnsinn eines von Schuldgefühlen zerrissenen Geistesgestörten? Oder die Cleverness eines gewieften Polizisten, der seine Bekehrung nur vorspielt, um den Fall endgültig aufdecken zu können? Wohl eher nicht. Der erwähnte Einzeiler impliziert allerdings, dass Teddy sich seiner Geisteskrankheit bewusst ist, was den Verhaltensmustern eines erneuten Rückfalls widerspricht: Die Scheinidentität Edward Daniels, im Grunde nicht imstande ein gesundes reflektierendes Bewusstsein zu entwickeln, täuscht sich selbst, um der Wahrheit aus dem Weg zu gehen.
Scorsese lässt diesen Widerspruch unkommentiert. Folglich lässt er uns auch mit der Frage alleine, ob in der psychiatrischen Einrichtung, dem Asheville Hospital, Menschenversuche und lobotomische Experimente praktiziert werden (vgl. hierzu: die inhumanen, äußerst makaberen Experimente durch SS-Arzt Dr. Josef Mengele). Wie dem auch sei: Die zivilisationskritische Aussage kommt an. Das ambivalente Ende dieses beklemmenden und atmosphärisch dichten noir´schen Psychothrillers wirkt zweifelsohne nach.










Zweitsichtung (Blu-ray)
Gerade bei einem vieldiskutierten Psychothriller wie „Shutter Island“ macht eine Zweitsichtung auf dem heimischen Bildschirm durchaus Sinn: Die Geschichte ist bekannt und, wichtiger noch, das Ende auch. Mit diesem Vorwissen ist man sensibilisiert für feine Details und assoziative Anspielungen, die man fortan intuitiv in den interpretatorischen Gesamtkontext stellen kann. An meiner persönlichen Meinung zum Film hat die Zweitsichtung nur wenig gerüttelt: Noch immer bin ich gefesselt von Martin Scorseses brillantem Handwerk, von Robbie Robertsons ungemütlich-brachialen Klängen und Robert Richardsons virtuoser Kameraarbeit. Inszenatorisch ist das ganz großes Kino der alten Schule. Kommen wir zum spannenderen Teil: zur Interpretation/Auflösung des Films. Ein wenig bin ich, wohl zur Überraschung meiner Nervgeprüften Leser, von meiner Überzeugung eines zweideutigen Finales abgewichen: Natürlich, und das habe ich auch schon zuvor unterstrichen, kann man den Film dahingehend verstehen, dass Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) tatsächlich der 67. Patient ist. Das machen viele evidente und als solche eher unscheinbare Anspielungen und die präzise Erläuterung des Doktors am Ende deutlich. Was mir aber schon seit dem Kinobesuch zu denken gibt, ist der letzte Dialog von Daniels: „Which would be worse, to live as a monster or to die as a good man?” Dieser Satz impliziert, dass er sich seiner Situation, ein geisteskranker Patient in einer von der Außenwelt abgeschotteten Nervenheilanstalt zu sein, bewusst ist. Dieses Bewusstsein mag allerdings nicht dazu passen, dass er gegen Ende wieder in die Rolle des Marshalls schlüpft, schließlich hat der Doktor konstatiert, dass er sich über einen längeren Zeitraum, in einem sich wiederholenden Rhythmus, von Anfang bis Ende in seiner Wahnvorstellung, befindet. Dieser Widerspruch lässt meines Erachtens die Geschehnisse in einem zwiespältigen Licht erscheinen.





Montag, 1. März 2010 22:04
Ich muss den auch endlich im Kino sehen, leider dauert es hier noch ein paar Tage bis er hier anläuft.
Deine hohe Bewertung steigert meine hohe Erwartung an Scroseses letzten Streich umso mehr
Dienstag, 2. März 2010 19:47
Kann ohnehin nicht die eher zurückhaltenden Kritiken verstehen.
Dienstag, 2. März 2010 20:03
Muss ihn mir jetzt auch mal ansehen … aber vorher wird noch mal der Caligari geguckt!
Mittwoch, 3. März 2010 4:31
Also ich denke, das Ende ist doch sehr eindeutig und keineswegs zweideutig. An der Lösung, dass er wahnsinnig ist/war kommt man doch nicht vorbei. Darauf weisen diverse Szenen hin. Die Rückblende der Kindstötung, das Sprechen des Kindes zu ihm in seinen Träumen (warum sollte das bitte so sein, wenn es nicht seines ist), zudem taucht die rauchende Frau in einer Wahnvorstellung auf (in seiner Geschichte ist sie an Rauch gestorben) – trotzdem aber blutet sie, was in der Szene sehr irritierend ist, wenn sich aber später die Wahrheit herausstellt sehr logisch wird. Das sind nur wenige Beispiele, die doch eindeutig ein mehrdeutiges Ende verneinen und somit nur einen Schluß zulassen.
Die zitierte Aussage am Ende fügt sich so auch klar ins Geschehen ein. Er simuliert den Rückfall zu alten Strukturen, kennt aber nun und vor allem akzeptiert die Wahrheit. Als Monster will er nicht weiterleben, also entschließt er sich als guter Mann zu sterben.
Ich bin etwas irritiert über die Kritik. Aber vielleicht verstehe ich ja irgendetwas nicht. Gerne lasse ich mich überzeugen, dass er doch ein Marshall ist…
Mittwoch, 3. März 2010 15:03
Seh ich genauso wie Tom, die Idee mit der leverness eines gewieften Polizisten, der seine Bekehrung nur vorspielt, um den Fall end- gültig aufzudecken find ich ziemlich abwegig.
Mir wäre es lieb gewesen, hätte Scorsese etwas Spielraum gelassen, aber so war der “Twist” und die Folge daraus doch ziemlich klar find ich. Aber würd auch gern hören, wo man denn sagen kann, dass er noch ein Marshall ist
Mittwoch, 3. März 2010 19:16
Kann eure Denkansätze durchaus nachvollziehen und verstehen, allerdings nicht teilen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Teddy tatsächlich ein Insasse der Psychatrie ist, mag vielleicht höher sein als die andere Version. Zweifel aber sind imho nicht zu leugnen.
Zum einen ist hier vor allem auf die Höhlen-Szene zu verweisen und dem dazu gehörigen Dialog. In diesem nämlich geht es darum, dass man geisteskrank wird/werden kann, wenn man es lange genug eingeredet bekommt (zumal Teddy ja ohnehin schon traumatisiert ist und somit gegebenenfalls leichter zu manipulieren/verwirren/überzeugen ist). Ein Themenkomplex, mit dem Scorsese ja selbst spielt, indem er das gleiche mit dem Zuschauer macht: Er redet so lange auf ihn ein, bis wir glauben, was wir sehen. Nach der Höhlenszene allerdings zweifelt man latent am Geschehen und Gesehenen, vor allem, weil Scorsese ganz explizit die Insassen-Version aufdeckt, als wolle er es dem Zuschauer einreden. Deshalb, so möchte ich behaupten, wirkt das Ende zu auserzählt.
Mit der letzten Szene des Films allerdings nimmt diese Ausschweifung einen anderen Charakter an.
Am Ende sagt ja Teddy zu Chuck folgenden Satz: „Which would be worse, to live as a monster or to die as a good man?”
Wir wissen oder denken zu wissen, dass Teddy ungewollt, weil er ja scheinbar geisteskrank ist, wieder in seine Schutzidentität flüchtet. Er weiß also nicht, dass seine angenommene Identität nicht seiner reelen entspricht. Und weil er das nicht wissen kann, würde er diesen zu Chuck gesprochenen Satz nicht sagen, weil das ja implizieren würde, dass er wieder in seine erfundene Identität schlüpft und zudem trotzdem weiß, dass er nicht als Monster, welches er ja als geisteskranker nach Teddys Auffassung wäre, leben will. Das ist widersprüchlich.
Dieser Satz, darauf will ich eigentlich hinaus, hätte eher jemand gesagt, der sich seiner Situation absolut bewusst ist. Und genau deswegen ist dieses Ende für mich zweideutig. Zweifel sind auf alle Fälle da.
Mittwoch, 3. März 2010 22:10
Den letzten Satz sehe ich ganz anders:
Wir glauben, dass Teddy wieder in seine Schutzidentität flüchtet. Er spielt dies zunächst seinem Psychater vor, voraufhin der den Rückfall an Ben Kingsley weiterleitet.
Warum macht Teddy das? Weil er als Monster, dass er ja nun ist, nicht weiterleben möchte, sondern lieber als guter Mann abtritt. Durch den ausgesprochenen Satz, zeigt er seinem Psychater, dass er eben nicht wirklich rückfällig geworden ist, sondern nur nicht mit seinem Schicksal, ein Monster zu sein, leben möchte. Der Psychater klärt die Situation nicht auf, weil er die Information natürlich im Vertrauen erhalten hat (was schon durch die Ansprache “Partner” deutlich wird). Er weiss also, die Behandlung, das Rollenspiel hatte Erfolg, lässt Teddy aber seinen Willen als Held abzutreten.
Mittwoch, 3. März 2010 23:02
Auch eine Variante. Aber wie du siehst, oder auch nicht, ist das alles nicht so eindeutig, wie du denkst/gedacht hast. Man kann die letzte Szene des Films so oder so auslegen/interpretieren. Wobei ich natürlich meine Version favorisiere.
Ich halte es nämlich für eher unwahrscheinlich, dass er die Identität erst wissentlich vorspielt, um sich dann in Behandlung zu geben. Das ergibt imho keinen Sinn. Oder sagen wir, es ist weniger schlüssig.
Aber ja, das Ende bietet in der Tat Diskussionsstoff.
Sonntag, 7. März 2010 5:23
Ich sehe ebenfalls keinerlei Zweideutigkeiten in dem Film. Die Höhlenszene findet ganz offensichtlich nur in Teddys Kopf statt. Immerhin hat “Rachel” ganz offensichtlich keine Ahnung von Medizin, sondern sagt einfach nur das, was ein ziemlich intelligenter und zudem sehr durchgeknallter und vom Krieg traumatisierter Marshall sagen würde (und auch schon vorher im Film angedeutet hat). Zudem steht “Rachel” später merkwürdiger Weise in Schwesternuniform bei ihm am Bett.
Von dem oben genannten ersten Albtraum bis hin zu den völlig überzeichneten Halluzinationen Teddys und der absolut übertrieben dramatischen Filmmusik (die übrigens Teddys Thema zu sein scheint) deutet alles auf zwei Möglichkeiten hin: Entweder Teddy ist durchgeknallt. Dies würde erklären, warum die Wache vor dem Turm eine ungeladene Waffe hatte, der “Bösewicht” des Films Fotos von den Kindern aus Teddys KZ- Träumen besitzt, George Neuss bereits Laeddies’ Namen ruft und dabei doch sehr angenervt scheint, OBWOHL er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gesehen hat, wer da durch die Gänge schleicht, etc… Wahrscheinliche Lösung daher: Alle Patienten auf der Insel hatten einen chaotischen aber ansonsten nicht sonderlich außergewöhnlichen Tag, während Teddy im Alleingang “The Beach” nachspielte.
Oder, andere Möglicheit: Der Film ist einfach Trash, sinnlose auf Nostalgie getrimmte Horrormusik, absolut skurille Traumszenen, die leider NICHTS zur Handlung beitragen und geheime Experimente, die so geheim sind, dass nicht einmal der Zuschauer von ihnen erfahren darf.
Ich tendiere zu der Version, in der die Stilmittel des Films gewollt erscheinen. Aber es gibt ja auch Leute, die sich vor ein Picasso stellen und sagen: “Ich seh da keine Menschen”.
Was das Ende angeht: Das oben genannte Zitat ist ganz offensichtlich nicht Teil der allen bekannten “Teddy” Schleife. “Chuck” springt auf und ruft “Teddy” hinterher. Dieser reagiert allerdings nicht…. weil er nicht mehr Teddy heißt und auch niemals wieder so heißen will.
Montag, 8. März 2010 21:13
So, ich habe den heute auch gesehen, und mir hat er ziemlich gut gefallen, gerade was Schauspiel, Inszenierung und die tolle Musik angeht. Nun aber natürlich auch noch mein Senf zum Ende.
Das ergibt mindestens so viel Sinn, wie deine eigene Interpretation (Die ich nicht teile. Ich habe dafür keine Anhaltspunkte entdecken können, aber egal). Jedenfall schließe ich mich der Meinung von Tom an, und frage mich warum du dieser Lesart denn Sinn absprichst, wenn du die Motivation dafür sogar in deiner eigenen Rezension immer wieder ausführst. Exemplarisch sei Folgendes zitiert.
Eben. Und hinzu kommt dann noch die Geschichte mit seiner Frau und seinen toten Kindern. Er möchte einfach die “realen Bilder” in seinem Kopf nicht länger haben, sich nicht mehr erinnern müssen, und opfert für die Aussicht von dieser Last befreit zu werden seine eigene Identität.
Montag, 8. März 2010 21:54
Ich habe hier keiner Interpretation den Sinn abgesprochen. Sondern lediglich für widersprüchöich erklärt. Scheinbar stehe ich mit meiner Lesart des Films ziemlich alleine da. Aber das ist schon okay so
Mittwoch, 17. März 2010 11:21
Der Film hat mich wirklich beeindruckt. Schon lange habe ich keinen Film in solch einem Format mehr gesehen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Ende nicht verstanden habe und das wurmt mich jetzt. Im Prinzip gibt es doch drei verschiedene Varianten des Endes, oder?
Was meint Ihr?
Mittwoch, 17. März 2010 19:14
Es wird unzählige Varianten geben. Laut den Besuchern (siehe Comments) gibt es allerdings nur eine eindeutige.
Auf mich hört ja sowieso keiner.
Samstag, 24. Juli 2010 21:39
Auch ich teile Toms Meinung, verstehe ohnehin nicht, wie du auf deine Interpretation kommst, will sie dir aber auch nicht absprechen (jeder wie es ihm beliebt). Unabhängig von der Interpretation empfand ich den Film als unglaublich langweiliges Unterfangen. Aber damit auch wieder irgendwie typisch Scorsese. Naja, immerhin hab ich mir das Geld fürs Kino gespart.
Sonntag, 25. Juli 2010 1:19
Und ich kann nicht verstehen, wie man ein so eindeutig uneindeutiges Ende nur so eindeutig verstehen kann.
Dienstag, 27. Juli 2010 21:29
[...] Widerspruch lässt meines Erachtens die Geschehnisse in einem zwiespältigen Licht erscheinen. Die Kino-Rezension wurde entsprechend [...]
Dienstag, 24. August 2010 19:22
also ich bin wohl die einzige die denkt dass er kein patient ist..
ich kanns natürlich nicht beweisen.. und kann nicht mehr alle anhaltspunkt nennen weils schon lange her ist dass ich den film gesehen habe..
aber ich denke dass es möglich ist jemandem etwas so lange einzureden bis man es wirklich glaubt.. und ich denke dass viele kleinigkeiten in diesem film die man schnell übersieht darauf hinweisen dass er kein patient ist.. und die sequenzen oder anhaltspunkte die sehr ausgeschweift und offensichtlich sind eher von der wahrheit ablenken…
z.b. denke ich dass sich ein psychisch kranker mensch keinen namen ausdenkt der aus den buchstaben seines echten namens besteht.. eher könnten das die “täter” tun.. auch die tatsache dass nur seine zigaretten nass geworden sind finde ich sehr komisch.. denn er und sein “partner” sind beide gleich nass geworden…
aber ich glaube ich sollte mir den film noch mal anschauen bevor ich jetz hier weiter meine theorie verbreite ! ^^