Retro: DEEP IMPACT (1998)

1998 kamen fast zeitgleich zwei Astro-Katastrophenfilme in die Kinos, die beide den Untergang der menschlichen Zivilisation durch einen Meteoriteneinschlag thematisieren: Michael Bays Armageddon und Mimi Leders Deep Impact. Zwei sehr amerikanische Filme, ausschließlich aus amerikanischer Sicht erzählt, zumal der eine, Armageddon, obendrein auch noch erzpatriotisch daherkommt. In beiden Filmen nimmt ein Komet Kurs auf die Erde und in beiden Filmen versuchen ameri- kanische Astronauten, mit Sprengköpfen die zerstörerischen Gesteinsbrocken zu eliminieren. Während Bays hoch budgetierter Blockbuster vor allem die geglückte Sprengung des Kometen zum Highlight erklärt, und damit seine amerikanischen Weltenretter in allzu ästhetisierten Bildern romantisiert, geht Leders Film trotz hollywoodscher Muster (im Grunde ist der Film ebenso an computergenerierten Katastrophenbilder und Effekthascherei interessiert) durchaus unkonventionelle Wege. In Deep Impact nämlich scheitern die USA vorerst mit der geplanten Sprengung des Kometen. Fortan behandelt der Film in parallel ablaufenden Ge- schichten die individuellen Entscheidungen verschiedenster Menschen: die an ihrer Mission gescheiterte Astronautencrew muss sich entscheiden, ob sie heim- kehren oder sich für den Fortbestand der menschlichen Rasse opfern soll; der pubertierende Junge Leo, der den Kometen entdeckte, muss sich entscheiden, ob er seine Familie in den vom amerikanischen Präsidenten angeordneten Bunker zum Überleben der Menschheit begleiten, oder ob er umkehren soll, um seine Freundin Sarah zu retten; die aufsteigende Journalistin Jenny Lerner muss sich ihrer konfliktbeladenen Familiensituation bewusst werden, ehe es zu spät ist. Bei Bay verkommen solche Zwischentöne. Bei Leder nicht. Und das ist nur einer we- niger Gründe, wieso man den durchaus unterhaltsamen Deep Impact Bays nervig-patriotischen Machwerk vorziehen sollte.





Sonntag, 31. Januar 2010 12:31
Hehe, dazu kommt bei mir am Do. auch was
Sonntag, 31. Januar 2010 14:52
Eigentlich sollte man immer irgendeinen Film Bays Werken vorziehen.
Sonntag, 31. Januar 2010 16:54
Außer man geht mit der entsprechenden Erwartungshaltung an seine Filme.^^
Sonntag, 31. Januar 2010 21:54
Ich glaub’, bei “DI” bin ich immer eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als die Welle kam. 5 Minuten später war der Film aber leider schon zu Ende. Da hab’ ich bei “Armageddon” mehr Spaß.^^
Montag, 1. Februar 2010 0:14
Bin ich bei Fincher. Eigentlich will ich beide Filme nicht sehen, aber wenn schon, dann doch lieber das Bay-Dings. Da hab ich wenigstens Steve Buscemi.
Montag, 1. Februar 2010 7:37
Wieso wundert mich das nicht?^^
Dienstag, 2. Februar 2010 22:07
Ich bin auch eher für Deep Impact… Der Kitsch-Aerosmith-Faktor ist bei Arma einfach zu hoch.