Review: HELLBOY II…

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… The Golden Army (2008)

Superhelden haben´s nicht leicht. Sie beschützen in aller Selbstlosigkeit die Menschheit in regelmäßigen Abständen vor dem machtgeilen und zerstörungswütigen Bösen und werden dennoch als sonderliche Freaks verschrien. Ausnahmen, wie, sagen wir, Spider-Man, bestätigen nur die Regel. Auch der rothäutige, mit einer Steinhand bestückte und im Zweiten Weltkrieg von Rasputin gegen die Nazis heraufbeschworene Dämon Hellboy, der von seinem Adoptivvater Professor Trevor Bruttenholm sittlich großgezogen wurde und fortan als Agent zur Abwehr von paranormalen Erscheinungen interveniert, steckt mitten in einer Identitätskrise: Äußerlich ein Monster, innerlich ein Mensch. Der scheinbar unversöhnliche Konflikt dieser Dichotomie markiert mit der öffentlichen Bekanntgabe seiner geheim gehaltenen Existenz einen Höhepunkt. Dazu kommt, dass es bei Hellboy und seiner „Flamme“ Liz buchstäblich kracht. So ein Superheldenleben scheint es in sich zu haben.

Während Hellboy sich also nichts sehnlicher wünscht als von den Massen geliebt und als Mensch akzeptiert zu werden, bricht Prinz Nuada, Sohn des Elfenkönigs Balor, den Frieden zwischen seinesgleichen und den Menschen, der vor Jahrtau- senden geschlossen und längst zur Legendenerzählung erklärt wurde. Denn die Menschen halten sich nach Prinz Nuadas Auffassung nicht an das geschlossene Friedensabkommen, das die Grenzen zwischen den beiden ungleichen Welten de- finiert. Grenzen, die die Menschen scheinbar längst übertreten haben. Und weil Prinz Nuada die Entscheidung seines Vaters König Balor schon vor Jahrtausenden als Verrat an seinem Volk verstand, intendiert er von nun an die Auslöschung der Opposition in Gestalt der Menschen. Sein Plan sieht es demnach vor, die unbezwingbare “Goldene Armee” zu aktivieren. Blöd nur, dass er für die Erweckung der Monstermaschinen in den Besitz der dreiteiligen Königskrone kommen muss.

Auf dem Blatt liest sich Guillermo del Toros “Hellboy”-Sequel aufgrund der Monster-Mensch-Diskrepanz, also dem Konflikt zwischen Außen und Innen, seines gleichnamigen Protagonisten wie ein philosophischer, durchaus komplexer Comicstoff. In Wirklichkeit erklärt del Toro die Identitätsfragen, die der Film hin und wieder stellt, zur Nebensache. Das macht der Pans Labyrinth-Regisseur allerdings derart unprätentiös, dass man ihm das keineswegs vorhalten möchte. Vielmehr konzentriert er sich auf eine Bestandsaufnahme und Vermischung mythischer, mystischer, märchenhafter und esoterischer Elemente, die in seinen Händen ein sagenumwobenes Konglomerat und einen romantischen Genre-Mix bilden, dessen visuelle und bildgewaltige Schauwerte jedem märchenhaften Themenpark problemlos den Rang ablaufen würde.

Kaum ein “fantastischer” Genre-Mix entwirft eine so dichte Atmosphäre, ein so mythisches Universum voll von Fabelwesen, Kreaturen und Monstern und verbindet diese Welt mit pointierten, schlagfertigen und oftmals zynisch-ironischen Dialogen, pop- und historischkulturellen Referenzen, eine “Schöne und das Biest”- Analogie in Form einer wenig kitschigen Liebesgeschichte und brillant inszenierten Actioneinlagen, die ummantelt werden von großartigen Spezial-Effekten, wie Hellboy – Die goldene Armee. Der Stil mag demnach über den Plot siegen. Das ist wenig verwunderlich, und vielleicht ebenso irrelevant wie unumstritten, weil das, was del Toro hier abliefert, mit all seinen subgenretypischen Elementen wirklich großes “Phantastisches Kino” darstellt, das ungemein Spaß macht. Diese Faszination erschließt sich nicht zuletzt aus der Charakterisierung eines stimmungsschwankenden Antihelden namens Hellboy, der, wenn der Herzschmerz mal wirklich zu groß ist, auch mal mit einem Sixpack Bier und Barry Manilows “I can´t smile without you” Vorlieb nimmt. Great!

★★★★★★★★☆☆

Autor: Anthony
Datum: Samstag, 28. November 2009 21:38
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3 Kommentare

  1. 1

    Ja, das ist doch mal absolut konsensfähig… ;-)

  2. 2

    Als so gut habe ich den zweiten Teil nicht empfunden, dazu übertreibt del Toro es dann doch etwas zu sehr mit seinem abgedrehten Fantasy-Kosmos. Der ruhigere, düstere erste Teil hat mir besser gefallen. Dennoch, Teil zwei ist immer noch nette Unterhaltung.

  3. 3

    Kann ich nur schwer nachvollziehen. Versteh mich nicht falsch, der erste gefällt mir auch sehr gut. Aber Teil zwei legt da in jeder Hinsicht noch eine Schiebe drauf. So muss Fantastisches Kino aussehen.

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