DVD: THE UNINVITED (2009)

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Aus dem Fundus asiatischer Gruselschocker bedienen sich die Amerikaner gerne. Was im Osten funktioniert, sollte, insofern man das Asiatische amerikanisiert und gegen Mainstreamelemente substituiert, auch im Westen seinen Erfolg erzielen. So, zumindest, der „amerikanische“ Remake-Gedanke. Und weil sich die (meisten) Staatler ohnehin nicht für nicht-amerikanisches Filmgut interessieren, wird der Vorlage (oftmals) respektlos gegenübertreten, sie verstümmelt und solange zu Recht gestutzt, bis die Oberflächenreize und Publikumserwartungen generiert und befriedigt erscheinen. Ob dabei komplexe Beziehungsgeflechte aufgelöst werden und man so vielleicht die Seele der Vorlage zerstört, wird billigenden in Kauf genommen. Der Vergleich zwischen „Plagiat“ und Original fällt daher nicht selten zu Gunsten letzterem aus. Und schlimmer noch: auch als eigenständiges Werk macht kaum eines der amerikanischen Remakes eine gute Figur. Gleiches gilt für Charles und Thomas Guards trivialisierte Reproduktion von Ji-woon Kims A Tale Of Two Sisters, so viel kann schon mal verraten werden.

Der tragische Unfalltod ihrer ohnehin schwerkrank gewesenen Mutter durch eine Brandexplosion traumatisierte die Jugendliche Anna (Emily Browning) dermaßen, dass man sie für fast ein ganzes Jahr in eine psychiatrische Heilanstalt einwies. Der Aufenthalt scheint ihr sichtlich gut getan zu haben. Als ihr Vater (David Strathairn) sie abholt, macht sie zumindest einen stabilen Eindruck. Zuhause angekommen wird sie von Rachael (Elizabeth Banks), der jungen und attraktiven Neuen ihres Vaters und ehemalige Krankenpflegerin ihrer Mutter, überrascht. Rachael hat sich nicht nur Annas Vater gekrallt, sondern gibt von nun auch einen despotischen Ton an. Ihrer etwas älteren Schwester Alex (Arielle Kebbel), die sich von Anna im Stich gelassen fühlt, gefällt das gar nicht. Als wäre das nicht genug, plagen Anna von nun an angsteinjagende Tagträume und Halluzinationen, in denen sie ein immer wiederkehrendes rothaariges Mädchen und auch mal ihre tote Mutter in unheimlicher Gestalt „besuchen“. Irgendeine Botschaft möchte man ihr zukommen lassen, so scheint es. Bald wird alles darauf hin deuten, dass ihre zukünftige Stiefmutter Rachael die Mörderin ihrer Mutter ist.

Mit dem südkoreanischen Original hat der Film der Guard Brüder wenig zu tun. Die inhaltlichen Parallelen sind zwar evident, allerdings übernimmt das amerikanische Remake lediglich das Handlungsgerüst seines Vorbilds. Der von Ji-woon Kim intendierte psychoanalytische Subtext wird nahezu ignoriert, die Mechanismen des “Spiels” zwischen Illusion und Wirklichkeit geradezu dilettantisch umgesetzt. Die Guard Brüder beschränken sich auf Muster und Strukturen des asiatischen Gruselkinos. Sie wollen Spannung und demnach Schreckmomente evozieren. Und das um jeden Preis. Wenn hier also ein genretypisches Klischee nach dem anderen abgespult wird, und man das mit dem vorhersehbaren und unoriginellen Finale rechtfertigen möchte, dann will das nicht so recht funktionieren, weil es sich die beiden Regisseure mehr als nur einfach machen: Sie sind der festen Überzeugung, dass sie den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken können. Eine List, die so offensichtlich “stinkt”, das einem schnell klar wird: Rachael kann nicht die Mörderin von Annas Mutter sein, weil jeder Hinweis, der sie verdächtigen könnte, ihren Namen schreit. Was paradox klingt, ist lediglich ein ziemlich schlechter und archaischer Ablenkungstrick, der das heutige Publikum kaum noch fordern dürfte.

★★★☆☆☆☆☆☆☆

Autor: Anthony
Datum: Sonntag, 18. Oktober 2009 14:29
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Ein Kommentar

  1. 1

    Ja, der ist schaise, aber ich hab ihn dennoch gerne geguckt. haha

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