Blu-ray: EAGLE EYE (2008)

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In regelmäßigen Abständen kopiert sich die so genannte „Traumfabrik“ selbst, werden ganze Filmkonzepte übernommen und reproduziert. Das ist eine gewöhnliche Entwicklung, weil sich der Mainstream-Film an finanziell erfolgreiche Vorgänger orientiert. Und das geht auch insofern in Ordnung, als das das Medium Film als Instrument der reinen Unterhaltung zu verstehen ist. Das Unterhaltungs- kino spricht eine bestimmte Subkultur an, eine bestimmte Zielgruppe, die Filme vielleicht nur oberflächlich betrachtet, denen es vielleicht gleichgültig ist, inwiefern der gesehene Film nun gut ist oder eben nicht. Amüsant, unterhaltsam, unprätentiös, das muss er sein.

Actionfilme sind dafür bekannt, diese Zielgruppe zu bedienen. Und das mit allen Mitteln und Möglichkeiten. Hier wird sich visuellen Spielereien verschrieben, Logiklöcher evoziert, um sie mit schnell geschnittener und großartiger Action zu kaschieren und zu egalisieren. Es sind die Oberflächenreize der Massen, die hier angesprochen werden. Nicht etwa der Intellekt. Das sind Filme zum „Abschalten“, zum regelrechten „konsumieren“. Und sie sind ebenso Teil der Filmgeschichte und ebenso wichtig für das Kino. Doch selbst hier, wo die Toleranz des Publikums größer ist als im Essayfilm, muss man differenzieren.

Im Falle von Eagle Eye ist dies sogar zwingend notwendig. Nach dem inoffiziellen Hitchcock-Remake und Teen-Suspense-Thriller Disturbia arbeiten Produzent Spielberg, Regisseur Caruso und Schauspieler LaBeouf ein weiteres Mal zusammen. Es verschlägt die drei allerdings nicht in ein typisch amerikanisches Vorstädtchen,  wie sie es in Disturbia taten, sie erzählen nicht die Geschichte dreier Jugendlicher, die ihren unauffälligen Nachbarn als Serienmörder entlarven. In Eagle Eye geht es um den Verlust der Staatskontrolle durch einen von der Regierung eingesetzten Computer.

Bereits hier erinnert dieser actionlastige, auf Spezialeffekte fokussierte Verschwö- rungsthriller an Kubricks „2001“, indem das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Maschine thematisiert wird, ebenso wie an  Proyas´ „I, Robot“, bei dem der zentrale Staatscomputer eine nationale Verschwörung in Gang setzt. Eagle Eye kopiert oft und viel. Und das eigentlich immer sehr schlecht. Eine Szene auf einem freien Feldweg zitiert zum einen das Ende von Finchers Se7en und zum anderen Hitchcocks Flugzeug-Szene aus North by Northwest. Von einem Zitat ist hier eigentlich gar nicht mehr die Rede. Der Begriff „Plagiat“ trifft es diesbezüglich wohl eher.

Diese Mensch-Maschine-Thematik dient den Machern allerdings nur als Fundament und MacGuffin für ziemlich schlecht inszenierte, einfallslose und viel zu hektische Actionsequenzen, die die inhaltlichen Schwächen des Films nicht legalisieren können. Ohnehin baut das gesamte mit Pathos ausgestatte Konstrukt des Films, das unnötigerweise auch noch unterschwellig auf 9/11 anspielt, auf eine offensichtliche, wenig wirksame “Big Brother is watching You”-Kritik und einen undurchdachten Verschwörungsplot auf, der nicht die Risiken künstlicher Intelligenz behandelt, sondern einzig allein sein Publikum mit technischen Spielereien beeindrucken will. Nun ja, das ist dann wohl Kino 2.0 in einer fürchterlichen “Beta-Version”.

★★☆☆☆☆☆☆☆☆

Autor: Kaiser_Soze
Datum: Freitag, 13. März 2009 16:06
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2 Kommentare

  1. 1

    Mir haben sie nur die normale DVD geschickt :( Unsere Bewertung des Filmes ist aber identisch ;)

  2. 2

    Hab ich mir gedacht, dass du den auch so schlecht empfindest. ;)

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