DVD: SHOOT`EM UP (2007)

Bereits der plakative Filmtitel lässt vermuten, was Shoot`Em Up dem Zuschauer zutraut, was dieser erwarten darf und worauf er sich einstellen und vorbereiten muss. Denn hier, wo Regisseur Michael Davis seine eigene hardcore´sche Bugs Bunny-Elmar Fudd-Analogie mit durchgestylter, stilisierter und überchoreo- graphierter Actiongewalt zelebriert, wo ein Karotte essender und wild um sich schießender Clive Owen alles kurz und klein ballert, was nur annähernd einem feindlichen Handlanger ähnelt, erinnert alles stark an ein cartoonisches und eruptiv-brutales Computerspiel, dessen unverschämt simple Handlung als reiner MacGuffin zu verstehen ist, der nur darauf abzielt, Actionszene an Actionszene zu reihen, ohne dabei nur einmal Luft zu holen.
Eine aufschlussreiche (Charakter-) Einführung verweigert Shoot`Em Up geradezu. Sofort und ohne Vorwarnung beginnt Davis´ bleihaltig-blutige Gewaltorgie, beginnt dieser substanzlose, dafür aber herrlich selbstironische und nicht ernst zu nehmende Actionknaller, dessen Coolness nie aufgesetzt wirkt, ganz im Gegenteil. Denn wo Davis inhaltlich Abstriche macht, punktet er mit seinen originellen Einfällen, seinem rasanten Tempo und einer zwar sehr effektreichen, aber dennoch stets handwerklich beachtlichen Inszenierung. Da stört es wenig, dass Charaktere nicht eingeführt und tiefgehender behandelt werden, dass der Plot, man möge ihn so nennen, absolut lächerlich ist, oder dass das Gesehene, dieses irreale “Rumgeballere”, mehr als überzogen und unglaubwürdig präsentiert wird, was wohl auch Davis´ Intention eines puren, eines reinen Actionfilms entspricht. Dagegen wirkt Mark Neveldines Publikumsliebling Crank wie eine lethargische Genre-Spielerei.
Vor allem zwei Szenen besitzen Nachhaltigkeit, stehen sozusagen als Highlights ein: Mit einem Neugeborenen im Arm und einer Waffe in der Hand, geladen bis zum Anschlag und mehr als nur feuerbereit, kämpft sich Clive Owen in aller “Hard Boiled”-Manier von einem feindseligen Handlanger - “gut” und “böse” sind hier deutlich auszumachen - zum anderen, riskiert waghalsige Stunteinlagen und feuert nicht nur Kugeln sondern auch zynische One-liner ab. Und doch, trotz dieser bereits unglaublichen Reminiszenz, ist es eine andere Szene, die den Höhepunkt markiert: Anstatt eines Säuglings ist es Monica Bellucci als freizügige Fetisch-Prostituierte, die Clive Owen “im Arm hält” und einem nach dem anderen die Kugeln in Ober- und Unterkörper jagt, während er sich gerade mit seiner neuen Bekanntschaft amüsiert. Das ist eine schon sehr gelungene Szene, die das vereint, was Shoot`Em Up ist.
Mit Clive Owen als schießwütiger Meisterschütze “Smith”, mit Paul Giamatti als hundsgemeiner Gangsterboss Hertz und mit Monica Bellucci als sexy eye-catcher Donna sind diese comicartigen, simpel skizzierten und überbordenden Charaktere zudem noch gut besetzt.















Montag, 5. Januar 2009 20:42
Dagegen wirkt Mark Neveldines Publikumsliebling Crank wie eine lethargische Genre-Spielerei.
Ich mag ja beide sehr, sehr gerne.
Montag, 5. Januar 2009 22:38
Ernsthaft? Ich glaub ich muss mir den Film nun doch endlich mal zulegen…
Dienstag, 6. Januar 2009 0:42
Ich mag ebenso sowohl “Crank” als auch “Shoot’em’Up”, wobei ich letzteren noch eine Spur zackiger fand.
Dienstag, 6. Januar 2009 0:46
@c.h.
Unbedingt.
Dienstag, 6. Januar 2009 11:02
Einer der besten Actionreisser der letzten Jahre. Deine Bewertung ist absolut zutreffend.
Dienstag, 6. Januar 2009 12:42
Bei dem war ich im Kino so ziemlich alleine im Saal. Unterschätzter Actioner, der gerade auf Grund Deiner angeführten Stärken einfach nur Spaß macht.
Dienstag, 6. Januar 2009 13:23
Was ein herrlicher Konsens. Wundervoll!. Und jetzt alle im Chor.
Dienstag, 6. Januar 2009 17:04
*Chorus an* Der Film rockt gewaltig *Chorus aus* So richtig
Dienstag, 6. Januar 2009 17:54
Ich mag weder den einen noch den anderen. Und wenn ich müsste würde ich CRANK vorziehen. Aber nur wenn ich müsste.
Mittwoch, 7. Januar 2009 9:11
War ja klar, der Herr Lieb muss mal wieder aus der Reihe tanzen
Mittwoch, 7. Januar 2009 10:39
Tut mir leid
Mittwoch, 7. Januar 2009 22:14
[…] (8/10) Kaiser_Soze (7,5/10) khitos (7/10) TheRudi […]
Sonntag, 11. Januar 2009 12:55
Also ich tanze mit aus der Reihe. Ich schrob es damals schon bei bullion, aber der Film war mir mal nichts. Die “Originalität” geht leider an mir vorbei und die Action war dann doch eher mittelmäßig. Das ist definitiv nicht mein Film.