Retro: THE TREASURE OF…

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… the Sierra Madre (1948)

John Huston revolutionierte das konventionelle, eingefahrene Hollywoodkino Anfang der 1940er Jahre, also kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, mit seinem wegweisenden, stilbildenden Film noir The Maltese Falcon und machte sich und Humphrey Bogart mit seinem erfolgreichen Regiedebüt einen Namen. Sein nächster großer Erfolg, ebenfalls mit Bogart in der Hauptrolle, verzeichnet der Nachkriegsfilm The Treasure of the Sierra Madre (1948), Hustons vierter Spielfilm und ein Klassiker des Abenteuergenres, der die Gier nach Reichtum und die menschliche Veränderung des Einzelnen in Bezug auf materiellen Besitz thema- tisiert. Mit drei Academy Awards (Bester Regisseur, Bestes Drehbuch, Bester Nebendarsteller) und drei Golden Globes (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Nebendarsteller) gilt The Treasure of the Sierra Madre, basierend auf B. Travens gleichnamigen Roman, als einer der erfolgreichsten Filme John Hustons und des Kinojahres 1948.

Mexiko, 1925. Die beiden Amerikaner Fred Dobbs (Humphrey Bogart) und Bob Curtin (Tim Holt) lernen sich in Tampico an der mexikanischen Ostküste unter gleichen Bedingungen kennen: Sie sind bettelarm. Sie lungern auf Parkbanken herum und schnorren die eigenen Landsleute um Geld an. Als der “feine” Bauunternehmer Pat McCormick (Barton McClane) ihnen für zwei Wochen gut bezahlte Arbeit anbietet, scheinen sich ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern. Doch auch diesmal fallen die beiden auf die Schnauze: Sie verrichten zwar gemäß ihre Arbeit, doch ihren von McCormick versprochenen Lohn bekommen sie vorerst nicht ausbezahlt. Sie sind finanziell am Ende. In einer Herberge lernen sie den amerikanischen Goldgräber Howard kennen (Walter Huston, John Hustons Vater), der den beiden von einer Goldader in den mexikanischen Bergen erzählt. Euphorisch beschließen die drei, Partner zu werden, sich zusammenzutun und auf Goldsuche zu gehen. Doch Howard warnt die beiden: Nicht nur die mexikanischen Banditen sind zu fürchten, sondern auch die Konsequenzen der subversiven Goldgier.

The Treasure of the Sierra Madre baut offensichtlich auf einer Klimax auf, auf einer Steigerung, die das Bemühen nach Reichtum, die Veränderung des Menschen durch materiellen Reichtum und das letztendliche Scheitern versinnbildlicht. Im Zentrum des Geschehens und im Fokus Hustons stehen drei Männer, drei Amerikaner in einem fremden Land ohne rosige Zukunftsperspektiven. Zu Beginn teilen sie eine Leidenschaft, das Verlangen nach Gold, nach Reichtum und letztlich nach einem besseren, einem sorgenfreien Leben. Sie vertrauen sich, arbeiten gemeinsam als Partner, bis das eigene Misstrauen überwiegt, bis die Gier nach Mehr, die Gier nach Gold die Sinne und den Verstand vernebelt. Ebenso als liege auf “dem Schatz der Sierra Madre” ein Fluch. Und mehr noch als diese von Huston verwendete Klimax ist es das konsequente Finale des Films, das das Scheitern der Goldgräber verdeutlicht.

Um seinem Film Authentizität und Glaubwürdigkeit zu verleihen, drehte Huston in Mexiko an Originalschauplätzen und versuchte so, B. Travens sozialkritische Inten- tionen romangetreu umzusetzen. Er hatte eine genaue Vorstellung, wie sein Film aussehen und wie sein Film wirken soll. Und so ließ er auch seine Schauspieler agieren: Bogart als soziopathischen Verlierer, den die Gier als erstes “infiziert”, Holt als introvertierten Diplomat, dessen Verstand nie auszusetzen scheint und Walter Huston als erfahrenes Bindeglied zwischen Habgier und Vertrauen. Bogart, der schon als Sam Spade in The Maltese Falcon unter der Regie Hustons sein ausdrucksstarkes Schauspiel unter Beweis stellt, spielt auch hier intensiv auf und macht seinem Namen als großer Schauspieler der Vor- und Nachkriegszeit alle Ehre. Und doch ist es Walter Huston, John Hustons Vater, der hier allen die Schau stiehlt, der hier besonnen und akzentuiert aufspielt und dem “leicht over-acted” Bogart stellenweise den Rang abläuft.

The Treasure of the Sierra Madre ist grandios besetztes, schnörkellos gefilmtes und geradeaus inszeniertes Abenteuerkino mit sozialkritischem Unterton und eindring- licher Musik von Oscarpreisträger Max Steiner.

★★★★★★★★½☆

Autor: Kaiser_Soze
Datum: Samstag, 27. Dezember 2008 17:49
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3 Kommentare

  1. 1

    Jetzt sind wir wohl mal wieder in Schreiblaune. :) Hast ja auch einiges aufzuholen. Ach, und danke für den Filmtipp!

  2. 2

    Naja, in Schreiblaune war ich immer, nur Arcor hatte mir nen Strich durch die Rechnung gemacht. ;) Und ja, ich hab´ einiges nachzuholen, das stimmt.

  3. 3

    Den hab ich auch. Den hab ich auch. Nur noch nicht gesichtet^^. Muss mir echt mal die Bogart Box komplett ansehen, bislang fehlte mir noch irgendwie der letzte “Nerv” dafür :( .

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