Montag, 17. November 2008 20:28

Von ganz alleine schraubte sich die Erwartungshaltung des Publikums nach unten. Denn was sollte man schon erwarten von einem Animationsstudio, das bei seinem letzten Trickfilm nahezu alles falsch gemacht hat? Mit Bee Movie, DreamWorks “bienischem Genre-Debakel”, stieg man eine Liga ab und vergrößerte so den Abstand zum “Animationsmonopolisten” Pixar, das zur gleichen Zeit mit Ratatouille seine Machtstellung untermauerte. Dieses Jahr war es dann wieder soweit: Pixar und DreamWorks stiegen erneut in den Ring. Der Kampf hieß “Wall·E vs. Kung Fu Panda“, “Apokalyptischer Stummfilmtribut vs. fernöstliche Yin Yang-Philosophie”. Und ja, es kam, wie es kommen musste: Andrew Stantons Wall·E “zerschmet- terte” Mark Osbornes “From Zero to Hero”-Chose ohne weiteres, was wohl mehr Pixars schöpferischer Geisteskraft als DreamWorks ideenloser Einfältigkeit geschuldet ist. Dabei legte das “Shrek-Studio” mächtig vor, überraschte mit visueller Opulenz und einer deutlich verbesserten Animationstechnik, selbst der asiatisch angehauchte Hans Zimmer-John Powell-Score schlug eine Verbindung zu Osbornes bildgewaltigen Pseudo-Botschafter. Doch dann scheiterte DreamWorks, wie so oft, an sich selbst. Zwar erzählt Kung Fu Panda ein durchaus nettes, sympathisches Geschichtchen, einige Lacher hier, einige Schmunzler da, und ja, Po, seines Zeichens schusseliger Panda und großer Kampfsport-Fan, ist schon ein (unfreiwillig) komischer Weggefährte. Und doch nützt dies alles wenig, solange der Zuschauer ein inhaltliches Déjà-Vu vorgesetzt bekommt, das er in dieser Ausführung - der vorzeitige Versager wird überraschenderweise zum Helden ernannt - schon etliche Male goutieren durfte. Nichtsdestotrotz: Der Abstand zum Großkonkurrenten Pixar hat sich, zumindest auf technischer Seite, verringert, ansonsten liegen zwischen den beiden Studios noch Galaxien.