Beiträge vom Oktober, 2008

Update: INDIANA JONES…

Sonntag, 26. Oktober 2008 18:36

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… and the Kingdom of Crystal Skull (2008)

Vorausgegangene Erwartungen können das (Kino-) Erlebnis sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Ist die Erwatungshaltung hoch oder zumindest auf einem hohen Niveau, hat es der Film von vornherein schwer. Mit Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull hatte es  Steven Spielberg wahrlich nicht leicht, transportierte er - aus welchen Gründen auch immer - eine Filmlegende aus der Vergangenheit in die Gegenwart, in eine Zeit, in der das Kino vor allem von einer visuellen Opulenz geprägt ist. Mein erster Eindruck, nämlich der im Kino, war kein guter von Spielbergs nostalgischer Spielerei, von diesem etwas überzogenen, etwas zu cartoonischen vierten Teil der Serie. Der Zweitsichtung auf Blu-ray macht Indiana Jones IV nur bedingt und auch nur stellenweise - zumindest in meinen Augen - zu einem besseren Film. Zum einen trübte mich seinerzeit die Ent- täuschung der nicht eingehaltenen eigenen Erwartung, zum anderen ist es die Alien-Thematik, die mir ganz und gar nicht passte, obgleich ich mich jetzt weniger daran störe als noch während und nach der Erstsichtung. Was mir allerdings klar wurde, und das ist letztlich die Ursache meines Updates, ist die Tatsache, dass Lucas und Spielberg ihre Abenteuergeschichte nur konsequent weiterspinnen, dass der gewählte historische Kontext nur eine logische Folge ist. Und so einleuchtend dieser Kontext ist, so folgerichtig wurde er auch umgesetzt. Die 50er Jahre, die Nachkriegszeit, das angespannte Verhältnis zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, das Interesse an paranormalen Phänomenen, die Atom- tests, Area 51, all das, dieser Zeitgeist eben, baute Drehbuchautor David Koepp unter Leitung Spielbergs und Lucas´ kongenial in das Indy-Skript ein. Zwar überspannt das Drehbuch weiterhin den Bogen des Maßlosen, nichtsdestotrotz erzählt es eine unterhaltsame, eine durchaus raffinierte Abenteuergeschichte, die zwar keineswegs so stark und originell ist wie die seiner Vorgänger, aber eine, der es tatsächlich gelingt, solch einen großen Filmmythos weiterzustricken. Für mich macht diese Erkenntnis Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull angenehmer, ich kann diesen vierten Teil jetzt eher akzeptieren als noch zuvor.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (4) | Autor: Kaiser_Soze

Kino-Mythen: Fakt oder Fiktion?

Dienstag, 21. Oktober 2008 20:10

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Dieser Beitrag enthält Spoiler!

Wo hast du denn das aufgeschnappt?” Wer kennt sie nicht, die oftmals unglaub- würdigen Kino-Mythen, die in Unis, in Büros oder  auf Schulhöfen ihre Runden machen? Man erzählt sie sich ganz beiläufig. “Wusstest du schon, dass…“, heißt es dann oftmals und das unnütze Wissen wird ausgetauscht. Es ist mehr unter- haltsamer Tratsch als Informationsgespräch. Und doch behält man sich die ein oder andere Anekdote über den ein oder anderen Schauspieler. Doch wie viel Wahrheit steckt tatsächlich in den meisten Kino-Mythen? Oder sind viele eben doch nur erfundene Legenden? Intermoviession deckt auf: Fakt oder Fiktion? Was ist wahr? Was nur ein schlechtes Gerücht? […]

Thema: All about Movie | Kommentare (9) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: GEGEN DIE WAND (2004)

Sonntag, 19. Oktober 2008 17:55

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In seinem fünften Spielfilm Gegen die Wand - dem Beginn seiner Trilogie Liebe, Tod und Teufel, die mit dem Beziehungsdrama Auf der anderen Seite fortgesetzt wurde - erzählt Fatih Akin eine aufrichtige Geschichte über Selbstzerstörung, über die verzweifelte Suche nach der eigenen Identität, über Freiheit und Liebe. Es ist eine Geschichte, die sich radikal mit den Wertevorstellungen, mit den Idealen und den Ansichten der türkischen Kultur beschäftigt und anzweifelt respektive in Frage stellt, die den “Ehren-Gedanken” türkischer Familien behandelt und sogar heftig verurteilt. Fatih Akin, der hier wahrlich mutig zu Werke geht, offen und geradeaus inszeniert, reflektiert mit Gegen die Wand. Dabei fokussiert er weniger das Leben türkischer Emigranten in Deutschland als mehr die “konservativen” Werte seiner eigenen Kultur. Sicherlich meint es Akin gut. Und doch - zumindest hatte ich das Gefühl - lässt er wenig Gutes an der türkischen Kultur, er verklärt die Türken stellenweise sogar als impulsives, engstirniges und aggressives Volk. So ver- sinnbildlicht und verdeutlicht er seine Intention, mit den für ihn fragwürdigen Idealen abzurechnen, zwar, doch schwingt dabei ein ungewollter, ein unfrei- williger Rassismus mit, der von Akin garantiert nicht beabsichtigt war. Trotzdem, Gegen die Wand ist wahrlich ein ehrlicher Film, ein wichtiger Film - vor allem für das deutsch-türkische Kino. Und das trotz fehlendem Fingerspitzengefühls.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (0) | Autor: Kaiser_Soze

Kino: Wall·E (2008)

Sonntag, 12. Oktober 2008 16:40

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Mit ihrem neunten computeranimierten Kinostreich überschreitet Pixar erstmals die Grenzen und Konventionen des reinen Unterhaltungsfilms. Zumindest in der ersten Filmhälfte kehrt er zurück zu den Wurzeln des Stummfilmkinos - ist er als Rückbesinnung einer alten Kinosprache zu verstehen, die ihren Dialog, ihre Emotionen ihren Bildern entnimmt - ehe er offenkundig Zugeständnisse an sein Zielpublikum richtet. Und mehr noch: Wall·E transzendiert auch inhaltlich, kon- frontiert er sein Publikum doch mit gesellschafts- und sozialkritischen Aspekten, die sich - wie “die Form des reinen Kinos” - allerdings ebenso der Erwartungs- haltung der Zuschauer beugt. Und dennoch, trotz aller Zugeständnisse an das Unterhaltungskino und an das Mainstreampublikum, ist Wall·E der bis dato erwachsenste Animationsstreifen aus der Pixar-Schmiede. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (5) | Autor: Kaiser_Soze

“Guck nicht so viel Fernsehen…

Donnerstag, 9. Oktober 2008 19:11

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… sonst bekommst du viereckige Augen”

Auf “filmstarts.de” hieß es gestern:”Die hessische Filmliebhaberin Claudia Wavra hat in New York einen Weltrekord im Dauerschauen von Kinofilmen aufgestellt. […] Gemeinsam mit dem Kanadier Suresh Joachim (39) schaffte es die 31-jährige Personalreferentin aus Petersberg bei Fulda, 123 Stunden und 10 Minuten am Stück Filme anzusehen.” Es ist nicht nur beachtlich, derart lange vor der “Glotze” zu hängen, bereits 123 Stunden am Stück wach zu bleiben, ist ein kleiner Rekord für sich. Hoffentlich musste die Gute nicht nur Uwe Boll-Schinken ansehen. Sonst hätte Frau Wavra imho einen Stern auf dem “Walk of Fame” verdient.

Thema: Sonstiges | Kommentare (9) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: ZOOLANDER (2001)

Donnerstag, 2. Oktober 2008 18:37

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Die scheinheilige Mode-Industrie ist in Wahrheit ein geheimer Verschwörungsbund, der Abraham Lincoln und John F. Kennedy auf dem Gewissen hat - schließlich hätten die beiden US-Präsidenten Mindestlöhne eingeführt, sowie die Sklavenarbeit verboten und so die Preise für Stoffwaren angehoben. Um nicht selbst in den Verdacht der Ermittler zu geraten, verpassen zwielichtige Modezaren seit jeher ihren leicht beein- flussbaren, infantil-dümmlichen Laufstegmodells eine Gehirnwäsche, um aus diesen unberechenbare Killer zu machen, die auf Knopfdruck töten.

Was sich hier liest wie die wohl unglaubwürdigste und hanebüchenste Ver- schwörungstheorie aller Zeiten, ist tatsächlich Ben Stillers gnadenlose Ab- rechnung mit der Modewelt. Denn Zoolander, Stillers dritte Regiearbeit, darf nicht nur als geistreiche und intelligente Verspottung, sondern ebenso als parodistische Persiflage, die die oberflächliche Welt der Zaren mehr als nur ins Lächerliche zieht, verstanden werden. Dabei lässt Stiller kein gängiges Klischee aus, stellt altbekannte Vorurteile übertrieben dar und schlägt so stellenweise unter die Gürtellinie. Dass dieser einfallsreiche, wenn auch durchaus prätentiöse Humor ein ganz spezieller ist und wohl auch nur bedingt Anklang beim Publikum findet, sollte angesichts der illustren Besetzung und der unzähligen Cameo-Auftritte keine Überraschung sein. Findet man Gefallen an Stillers makaberen Wortwitz, an seiner absurden Situationskomik und der maßlos cartoonischen  Charakterzeichnung, findet man ebenso Gefallen an Stillers unbeschwerter Mischung aus bissiger Branchenkritik und anmaßender, zitatenreicher Große-Junge-Spielerei, die fast ausschließlich von seiner “komödiantischen” Besetzung und seinem kongenialen Ideenreichtum lebt. Wen stört es da noch, dass Zoolander eine dümmliche, an den Haaren herbei gezogene Geschichte erzählt?

Thema: Kurzreviews | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze