Kino: MAMMA MIA! (2008)

Bereits der Gedanke an einen romantischen Sonnenuntergangsspaziergang macht Ihnen zu schaffen? Sie sind der Meinung, Liebesschnulzen mit happy ending sind so unnötig wie bescheiden? Dann, na ja, dann sollten Sie lieber die Finger von Phyllida Lloyds schriller Musicalverfilmung Mamma Mia! lassen, wenn nicht sogar ganz aus Ihrem Gedächtnis löschen. Denn hier, ja, genau hier, in diesem auf Gute Laune getrimmten Filmmusical, das vollgestopft mit den größten Abba-Hits schnell die Konventionen des Genres erreicht und so an seine Grenzen stößt, trieft es nur so vor Schmalz. Mamma Mia!, das ist wohl das Kitschigste, was je auf Zelluloid gebannt wurde. Dabei sind es nicht einmal die bunten, überstrapazierten Gesangseinlagen, die hier abschrecken, die stellenweise sogar unterhalten und Spaß machen, es ist der heitere Tonfall des Films, dieses over the top, diese übertriebene Fröhlichkeit, und vor allem ist es Meryl Streeps unübertroffenes over acting, das sich geradezu ins Gedächtnis einbrennt: nach Mamma Mia! lässt sich wohl kein Streep-Film mehr unvoreingenommen ansehen. Dilettantisch ist Phyllida Lloyds Regiedebüt keineswegs, es ist nur so, dass die unerfahrene Spielfilmregisseurin bieder und einfallslos inszeniert, sich an ihrer Darstellerriege und den südländischen, durchaus schön anzusehenden Settings festhält, dem Ganzen einfach keine kreative Eigennote abgewinnen kann. Das, was Mamma Mia! letztlich ausmacht, was dieser durchaus lustigen, unernsten Musicalverfilmung in die Mittelmäßigkeit verhilft, ist seine unangestrengte Eigendynamik. Und vor allem sind es die eigentlichen Stars dieses Films: die legendären Popsongs einer legendären Popgruppe.





Freitag, 18. Juli 2008 2:08
Inszenatorisch ist der Film nix großes, ja. Aber sonst: Der perfekte Sommer-Gute-Laune-Film. Mehr Spaß geht nicht.
Freitag, 18. Juli 2008 7:47
Und ob!
Du meintest doch wohl eher: Mehr aufgesetzte Gute Laune geht nicht.