Beiträge vom Juni, 2008

Hitchcock: Die reinste Form des Kinos

Mittwoch, 25. Juni 2008 17:27

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Die Stummfilme waren die reinste Form des Kinos. Das einzige, was den Stummfilmen fehlte, waren die Stimmen der Leute auf der Leinwand und die Geräusche. Aber diese Unvollkommenheit rechtfertigte nicht die große Veränderung, die der Ton mit sich brachte. Ich will damit sagen, dem Stummfilm fehlte sehr wenig, nur der natürliche Ton. Man hätte deshalb die Technik des reinen Kinos nicht aufzugeben brauchen, wie man das mit dem Tonfilm gemacht hat.

- Alfred Hitchcock in Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut

Thema: Zitate | Kommentare (9) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: KILLER´S KISS (1955)

Mittwoch, 25. Juni 2008 2:22

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Es war für jeden offensichtlich, dass sich Stanley für mehr als nur Fotografie interessierte - er war auch ein Kinofan“, heißt es in Paul Duncans biographischem Starporträt “Stanley Kubrick”. “Er sah ständig Filme an, gute genauso wie schlechte. Sein Freund David Vaughn berichtete, dass er bei einem Film dann zusah, wenn keiner Sprach, um zu sehen, wie die Geschichte erzählt wurde […].” Schon früh erkannte Stanley Kubrick also die Wichtigkeit der Bildersprache, die es weiter zu entwickeln galt, die er von Film zu Film perfektionierte. Er merzte sukzessive inszenatorische Defizite aus und verstand es wie kein Zweiter, Kunst und Unterhaltung zu vereinen. Bereits in seinem zweiten Spielfilm Killer´s Kiss stellte der damals 26-jährige Kubrick sein handwerkliches Talent unter Beweis. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze

Erster Trailer zu David Fincher´s…

Mittwoch, 18. Juni 2008 23:21

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… “The Curious Case Of Benjamin Button”

Das heutige Blogvisiting hat sich mehr als gelohnt. Denn auf “Symparanekronemoi” (Danke übrigens an TheRudi) verweist ein Link zum ersten HD-Trailer zu David Fincher´s neuem Film The Curious Case Of Benjamin Button, der Ende 2008 in die amerikanischen und am 29. Januar 2009 in die deutschen Kinos kommt. Und er macht ordentlich etwas her, dieser erste Trailer, der musikalisch untermalt von Alexandre Desplat für große Vorfreude sorgt. Und nicht nur das macht ihn so vielversprechend. Mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Tilda Swinton ist das Mystery-Drama auch sehr gut besetzt. Man darf also gespannt sein. Aber seht selbst: HD-Trailer “The Curious Case Of Benjamin Button”

Thema: News | Kommentare (2) | Autor: Kaiser_Soze

Chuck Palahniuk, die Zweite - CHOKE

Dienstag, 17. Juni 2008 0:14

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Nach David Finchers meisterlicher Romanverfilmung zu Chuck Pahalaniuks bissiger Gesellschaftssatire Fight Club kommt dieses Jahr eine weitere Adaption in die Kinos. Choke nennt sich Clark Greggs Regiedebüt, den man bis dato nur vor der Kamera zu sehen bekam. Choke (deutscher Titel des Romans: Der Simulant, den ich, wie die meisten Bücher Palahniuks, gelesen und für gut befunden habe) wird vorraussichtlich eine Komödie, weniger zynisch und kritisch als seine literarische Vorlage. Zumindest verschafft der erste Trailer mir diesen Eindruck. Ob das nun gut ist oder aber schlecht, das wird sich wohl erst noch zeigen. Na ja, ich bin gespannt und lasse mich gerne eines Besseren belehren. Hier geht´s zum Trailer

Thema: News | Kommentare (0) | Autor: Kaiser_Soze

Review: THE FOUNTAIN (2006)

Montag, 16. Juni 2008 11:55

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Film ist nicht nur Unterhaltung, Film ist und kann ebenso stilbildende Kunst sein. Kunst, die es zu verstehen gilt. Eine stillvolle Art sich auszudrücken, seinen Gedanken Ausdruck zu verleihen, und das oftmals nur mit der Kraft und Ausdrucksstärke einer bildgewaltigen, audiovisuellen Symbiose. Es ist weniger der ökonomische Aspekt, der hier zum Tragen kommt. Es sind Ambitionen, Inspi- rationen, Visionen, die hier verwirklicht und auf Zelluloid gebannt werden, die aus einer einfachen Idee ein Meisterwerk erschaffen. Der Spagat zwischen Kunstfilm und Unterhaltung, zwischen Cinéma und Movies, zwischen Wertschätzung und Ökonomie also, ist dabei nur schwer zu meistern. Einer weniger Filmemacher, der eben jener Herausforderung bis zum Exzess entgegentrat und diese umzusetzen verstand, ist der bereits verstorbene Regieveteran Stanley Kubrick (A Clockwork Orange, Full Metal Jacket), der seinerzeit sein Publikum polarisierte, dessen Intentionen man heutzutage allerdings besser einordnen und nachvollziehen kann, da man sich dem Einfluss und der Bedeutung seiner Werke für die Filmgeschichte bewusst ist. Auch er hatte mit dem Druck der Filmlabels zu kämpfen, auch er musste Kasse machen und mit seinen Filmen Geld verdienen, was ihn allerdings nie von seinem selbstsicheren Schaffen abhielt. […]

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Review: V FOR VENDETTA (2006)

Dienstag, 10. Juni 2008 18:05

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Er ist das Produkt einer nationalen Verschwörung, eines politischen Regimes, das verlogen ist, weil es seine Bürger mit manipulierten Nachrichten abserviert, und das unmenschlich ist, weil es Rechte verletzt, einschränkt und zerstört. Ein totalitärer Kontrollstaat eben, der nur an seiner Machterhaltung interessiert ist, dem das Individuum gleichgültig erscheint, und der alles daran tut, die volle Kontrolle zu besitzen: Ausgangssperren, Überwachung und Verschwiegenheit. Diktatur. Faschismus. Ein dystopisches Zukunftsszenario also, das man ausge- prägter bereits in Michael Radfords 1984 bewundern durfte, das in James McTeigues V for Vendetta allerdings nur Mittel zum Zweck ist, zwar ausreichend ausgearbeitet und bebildert, allerdings zu oberflächlich gezeichnet, um die Intentionen seines “Vorbildes” aufzufangen. Das ist auch nicht seine Absicht, fokussiert wird die Geschichte des Titelhelden “V”s, ein nicht nur vom System enttäuschter Mann, sondern einer, den das System verändert hat. Er zeigt nicht sein Gesicht, was ohnehin nicht von Relevanz ist, da er seine Identität bereits verloren hat: an den Rachegedanken die britische Regierung zu stürzen und diese zu vernichten. Er ist ein neo-moderner Zorro, versteckt hinter einer Guy-Fawkes-Maske, der den Menschen die Augen öffnen will, der eloquent ist, ein aus- geprägtes Wissen besitzt, der aber auch skrupellos, tödlich und gefährlich sein kann. V ist die personifizierte Ambivalenz und neben “Watchmen” das Mei- sterstück von Comiczeichner Alan Moore, auf dessen gleichnamige Graphic Novel McTeigues Adaption basiert. Und nicht nur seines konfliktbeladenen Helden we- gen gilt V for Vendetta als einer der gelungensten Comicverfilmungen über- haupt. Es ist sein ausgefeiltes, überaus intelligentes Drehbuch, von den Wachowski Brothers (The Matrix) geschrieben, das hier, unter anderem, überzeugt und das von Regieneuling James McTeigue exzellent umgesetzt wurde. V for Vendetta ist kein einfältiges, konventionelles Actionheldenkino ohne Sinn und Verstand, das alte Muster bedient, sondern ein grandioses Kinostatement, das vieles seinem komplexen Antihelden zu verdanken hat. Aber auch vieles seiner politisch-kri- tischen Metamitteilung.

Thema: Kurzreviews | Kommentare (8) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: INDIANA JONES…

Freitag, 6. Juni 2008 14:50

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… and the Last Crusade (1989)

Bereits die signifikante Anfangssequenz macht deutlich, dass Steven Spielberg und George Lucas mehr im Sinne haben, als nur ein weiteres klassisches Indiana Jones-Abenteuer zu erzählen. Sie eifern nach mehr, wollen ihrem Helden Substanz und Tiefe verleihen, ihn dem Publikum näher bringen. Sie zeigen zu Beginn nicht etwa den erwachsenen Indiana Jones, vorerst mit dem Rücken zur Kamera, nein, es ist der junge Indy (River Phoenix), nicht älter als 13 Jahre, der hier in Szene gesetzt wird, der mit seiner Pfadfindergruppe in der Prärie Uthas galoppiert, und, der zwielichtigen Schatzräubern das begehrenswerte “Kreuz von Coronado” entnimmt, um es dorthin zu bringen, wo es seiner Meinung nach hingehört: in ein Museum. Bereits dieser simple Prolog erklärt kundigen Fans, dass Indiana Jones schon immer ein Jäger verlorener Schätze ist, einer, der sich schon seit jeher für archaische Reliquien interessiert, dem es aber nicht wichtig ist, diese Artefakte zu besitzen, sondern diese zu wahren. Und diese Einführung erzählt nicht nur, sie verweist auch, und zwar auf die ersten beiden Teile des Franchise, ebenso wie auf Indys Einstellung zu seinen Expeditionen: Er ist kein Bücherwurm, gewiss nicht, sondern ein Mann der Tat, der ironischer Weise etwas später im Film behauptet, dass der Erfolg einer Schatzsuche zu großen Stücken in der Bibliothek bestimmt wird. Wer Indiana Jones allerdings kennt, der wird wissen, dass das kein ernst gemeintes Statement eines so beispiellosen Abenteurers sein kann. Es ist wohl eher eine Behauptung, die Indys Vater hätte aussprechen können, ein Akademiker, kein Freund der Praxis also, der sein ganzes Leben auf der Suche nach dem Heiligen Gral ist. Und ja, in Indiana Jones and the Last Crusade lernt man ihn erstmals kennen, diesen Dr. Henry Jones sr. (Sean Connery), der von seinem “Junior” nur mit “Sir” angesprochen wird, was wohl auf deren distanziertes Verhältnis zurückzuführen ist. Und trotzdem, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, beide, so schlecht sie sich kennen, so haben sie doch vieles gemeinsam. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (14) | Autor: Kaiser_Soze

Retro: INDIANA JONES…

Dienstag, 3. Juni 2008 11:05

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… and the Temple of Doom (1984)

Es war keine kommerzielle Entscheidung, die George Lucas und Steven Spielberg dazu bewegten, eine Fortsetzung ihres Abenteuerfilms um den furchtlosen Archäologen Indiana Jones zu inszenieren. Zwar spielte Raiders of the Lost Ark über 384 Millionen US-Dollar bei Produktionskosten von 20 Millionen US-Dollar ein und ist somit als finanziell erfolgreicher Film zu verstehen, die Beweggründe für ein Sequel sind allerdings Lucas selbst zuzuschreiben, der von vornherein seinem Freund und Arbeitskollegen Spielberg erklärte, er wolle eine dreiteilige Filmreihe entstehen lassen. Seine Vision galt einem klassischen Abenteuerfranchise, das zwar in sich geschlossen ist, nicht jedoch abhängig oder episch daherkommt. So gilt Indiana Jones and the Temple of Doom nicht als zwingender Mittelteil der einstigen Trilogie, sondern als Prequel, das ein Jahr vor dem ersten Teil spielt und ein weiteres halsbrecherisches Abenteuer des einzigartigen Reliquienjägers erzählt. Dabei ist zu erwähnen, dass Lucas und Spielberg keineswegs die gleiche Schiene fahren, mit der sie 1981 den Erfolg pachteten. Sie wiederholen sich nicht, lassen ihren Helden nicht redundant erscheinen. Es ist unter anderem die Atmosphäre, die sich geändert hat. Indiana Jones and the Temple of Doom ist düsterer als sein Vorgänger, wirkt gefährlicher und ist trotzdem der humorvollere. Sicherlich, das hört sich vorerst nach einer sehr gewagten Kombination an, schließlich könnte diese kaum kontrastreicher sein. Spielberg ist sich darin eindeutig im Klaren, er weiß, dass dieses Vorhaben ohne gutes Timing nur schwer zu realisieren ist. Doch der werte Herr versteht sein Handwerk, das hat er zwei Jahre zuvor mit seinem herausragenden Science-Fiction-Klassiker E.T. mehr als nur bewiesen. Ihm will nicht jede Szene gelingen, nein, aber er sieht in jeder eine Herausforderung, macht vieles richtig und nur wenig falsch. Er kämpft sichtlich mit Lucas klischeehaftem Dialogwitz ebenso wie mit dem behäbigen Mittelteil. Und doch haben Lucas und Spielberg ihre Abenteuerfilmreihe bravourös fortgeführt, auch wenn diese erste Fortsetzung allgemeinhin als schlechtester Teil des Franchise gilt. […]

Thema: Filmkritiken | Kommentare (7) | Autor: Kaiser_Soze