All about Movie: MacGuffin

Er wird nicht umsonst “Master of Suspense” genannt, der gebürtige Brite Alfred Hitchcock. Schließlich versteht er es wie kein Zweiter, mit einfachen Mitteln, einem sensiblen Gespür und perfektem Timing die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Und da der Thriller in großen Teilen von einer angespannten Atmosphäre und einer bedrückenden Spannung lebt, ist es genau dieses Genre, das Hitchcock so beeinflusste und noch heute beeinflusst. Sein bekanntestes Stilmittel, Suspense und damit Spannung aufzubauen, ist der “MacGuffin”, ein von Hitchcock geprägter Begriff, der ein mehr oder weniger beliebiges Objekt oder eine Person darstellt, die alleine dem Zweck dient, die Handlung auszulösen, voranzutreiben oder eben packender zu gestalten. Dabei schreibt man dem MacGuffin selbst keine große Bedeutung zu, er ist selbst ohnehin nicht von großem Interesse. Alfred Hitchcock definierte den Begriff so: “Es könnte ein schottischer Name sein aus einer Geschichte über zwei Männer, die Zug fahren. Der eine Mann fragt: ‚Was ist das für ein Päckchen in der Gepäckablage?‘. ‚Nun‘, sagt der andere Mann, ‚das ist ein MacGuffin.‘ ‚Was ist ein MacGuffin?‘ ‚Ein MacGuffin ist ein Apparat, um im Schottischen Hochland Löwen zu fangen.‘ ‚Aber im Schottischen Hochland gibt es doch gar keine Löwen.‘ ‚Nun, dann ist es eben auch kein MacGuffin.‘ Sehen Sie, ein MacGuffin ist gar nichts.” Diese Anekdote unterstreicht geradezu die Beliebigkeit eines MacGuffin, der in heutigen Produktionen ebenso häufig verwendet wird wie noch vor rund 70 Jahren. Als aktuelle Beispiele halten der Allspark aus Michael Bays Transformers, ein Artefakt, das den Maschinen auf Cybertron einst das Leben schenkte, oder der eine Ring aus “Der Herr der Ringe”-Trilogie her. Slavoj Zizek, ein aus Slowenien stammender Philosoph und Kulturkritiker, hält den Ring in Richard Wagners Ring des Nibelungen als den “größten MacGuffin aller Zeiten”. Er beschreibt den MacGuffin so: “MacGuffin ist eindeutig objet petit a: der Mangel, das Überbleibsel des Realen, das die symbolische Bewegung der Interpretation in Gang setzt, eine Lücke im Zentrum der symbolischen Ordnung, der bloße Anschein eines zu erklärenden, zu interpretierenden ‘Geheimnisses’.” und führt ihn so als Objekt der Begierde oder des Begehrens an, das allerdings unerreichbar ist. Aber auch banale Dinge wie ein Koffer (Ronin, Pulp Fiction), ein geheimes Dokument oder gar ein Teppich (The Big Lebowski) dürfen sich einreihen. Wichtig ist nur, die Story wird in Gang gesetzt, der Span- nungsbogen durch Konflikte und präkere Situationen aufgebaut und/oder die Rahmenhandlung eingeschlossen. Der Inhalt, der Ursprung, die Herkunft etc. sind dabei von untergeordneter Bedeutung. Der MacGuffin besitzt also starken Symbolcharakter. Und ist aus der Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken.





Montag, 26. Mai 2008 12:51
Hübsch.
Montag, 26. Mai 2008 14:10
Ich trau mich ja fast gar nicht es zu sagen, aber der Begriff war mir in der Tat neu. Naja, wieder mal was gelernt…
Montag, 26. Mai 2008 15:35
@C.H.:
Dann bedanke dich mal beim Kaizer, denn ich würd’ mal sagen, McGuffin zählt zu den fünf Grundbegriffen des Kino-Thesaurus. *g*
Montag, 26. Mai 2008 17:40
Und was sind deiner Meinung nach die anderen vier?
Montag, 26. Mai 2008 19:45
Hab’ ich doch nur so gesagt.
Montag, 26. Mai 2008 20:21
Buh. *g*
Montag, 26. Mai 2008 23:07
1. MacGuffin
2. Joel Schumacher doof
3. Gus van Sant doof
4. Kevin Smith doof
5. Simon Pegg toll
Ein kleiner versuchter Blick in Vegas Kopf…
Dienstag, 27. Mai 2008 14:37
Nee, wenn schon:
1. McGuffin
2. Peter Jackson toll
3. LOTR toll
4. Indiana Jones 4 toll
5. Indiana Jones 3 nicht toll
Dienstag, 27. Mai 2008 19:15
Punkt 2 erschließt sich aus Punkt 3. Darfst dir also etwas anderes aussuchen
Dienstag, 27. Mai 2008 19:32
Ihr beide, wie Katz und Maus